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Die Brasilianer bejubeln das Führungstor von Juan (r.) © getty

Auch gegen Chile zeigt der Rekord-Weltmeister keinen Samba-Fußball, hat aber mit dem personell geschwächten Gegner wenig Probleme.

Johannesburg - Effizient, kaltblütig - und unerbittlich: Nur mit einem Hauch Samba-Fußball ist Rekordweltmeister Brasilien dem sechsten Titel wieder einen Schritt näher gekommen.

Fast schon standesgemäß zog die Selecao durch ein ungefährdetes 3:0 (2:0) gegen das als Geheimfavorit gehandelte Chile auch bei der WM in Südafrika in das Viertelfinale ein.

In der Runde der letzten Acht treffen die Brasilianer am Freitag in Port Elizabeth auf die Niederlande, die sich gegen die Slowakei (2:1) durchgesetzt hatten.

Den ganz großen Glanz versprühte der fünfmalige Weltmeister auch in seinem vierten Spiel nicht - dennoch war der Einzug ins Viertelfinale ungefährdet.

Robinho macht alles klar

Der ehemalige Leverkusener Abwehrspieler Juan traf nach einem Eckball von Maicon mit dem Kopf (34.). "Das war ein wichtiges Tor, weil das Spiel bis dahin noch eng war", sagte Juan.

Nach der bis dahin schönsten Kombination des Spiels im Ellis Park von Johannesburg erhöhte Luis Fabiano mit seinem dritten Turniertreffer (38.).

Als die deutlich unterlegenen Chilenen in der zweiten Halbzeit ein wenig offensiver wurden, traf Robinho (59.), der aber eine weitere Steigerung anmahnte: "Wir müssen uns auf jeden Fall noch verbessern."

Auch Trainer Carlos Dunga sieht noch Steigerungsbedarf: "Gegen die Niederlande wird es schwierig, sie sind technisch sehr stark, ihr Fußball ist unserem sehr ähnlich", sagte der Coach mit Blick auf den nächsten Gegner.

Chile ohne Defensiv-Trio

Die Chilenen wollten sich über die Niederlage nicht lange grämen: "Wir fahren nicht mit gesenktem Kopf nach Hause.Wir haben unser Bestes gegeben. Das ist die Beste der Mannschaft der Welt. Wir hatten unsere Möglichkeiten. Aber mehr war nicht drin. Wir sind noch ein bisschen jung und müssen noch viel lernen", analysierte Keeper Claudio Bravo.

Auf dem Papier hatte Chile gegen Brasilien ohnehin keine Chance: Beide bisherigen WM-Duelle mit dem Rekordweltmeister gingen verloren, das Viertelfinale erreichte "La Roja" nur einmal - bei der Heim-WM 1962.

Und dann fehlten vor 54.096 Zuschauern auch noch drei Stammspieler gesperrt.

Tatsächlich übernahm die Selecao, die zuletzt bei der WM 1990 in Italien gegen Erzrivale Argentinien (0:1) in der ersten K.o.-Runde gescheitert war, deshalb schon früh das Kommando in der zumeist einseitigen und wenig unterhaltsamen Begegnung.

Elano wird vermisst

Zunächst allerdings suchten die Brasilianer mit Weitschüssen den Weg zum Tor. Doch ob Luis Fabiano (5.), Gilberto Silva (9.), der nach einer Gelb-Rot-Sperre zurückgekehrte Kaka (10.) oder Ramires (15.), kein Spieler zielte genau genug.(Der SPORT1-WM-Spielplaner)

Trainer Dunga hatte Ramires und Dani Alves für die verletzten Felipe Melo und Elano gebracht, besonders der Esprit des zweimaligen WM-Torschützen Elano wurde von den Brasilianern arg vermisst.

Chile verteidigte zäh, hatte in der Vorwärtsbewegung aber kaum etwas zu bieten.

Webb verweigert Elfmeterpfiff

Die Selecao hatte außerdem Pech, dass Schiedsrichter Howard Webb aus England ihr einen möglichen Foulelfmeter verweigerte, als Pablo Contreras im Strafraum das rechte Bein von Lucio traf (27.). (GAMES: Das WM-Tippspiel)

Der Kapitän fiel spektakulär und schrie laut, doch Webb ließ sich nicht beeindrucken. Beim 1:0 benötigte Brasilien keine Hilfe von Webb, wenngleich die gütige Unterstützung der Chilenen.

Bei einer Ecke von Alves standen drei Brasilianer richtig, Juan sprang am höchsten und erzielte aus neun Metern sein erstes Tor bei dieser Endrunde (34.).

Schöne Kombination zum 2:0

Mit der ersten tollen Kombination des Spiels ließ Brasilien vier Minuten später seinen zweiten Treffer folgen. Kaka leitete einen Pass von Robinho direkt auf Luis Fabiano weiter.

Der Stürmer umkurvte Keeper Claudio Bravo und schob den Ball lässig ins leere Tor.

Ein Aufbäumen der Chilenen erstickten die Brasilianer in der zweiten Halbzeit im Keim.

"La Roja" wurde ein wenig mutiger - doch die Selecao wartete einfach auf Fehler: Wie nach einer guten Stunde, als Ramires den Ball eroberte, über den halben Platz lief und dann Robinho vollenden ließ.

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