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Diego Maradona (2.v.r.) wurde als Spieler 1986 mit Argentinien Weltmeister © getty

Argentinien freut sich auf Deutschland. Messi hofft auf das Ende seiner Torflaute, der Trainer würde am liebsten selber mitspielen.

Von Christian Stüwe

München/Johannesburg - Je länger die WM in Südafrika andauert, umso besser scheint die Laune von Argentiniens Trainer Diego Maradona zu werden.

Nach dem 3:1-Sieg der "Albiceleste" im Achtelfinale gegen Mexiko konnte der launische Trainer gar nicht genug von den Fragen der Journalisten bekommen.

Auf dem Platz schaffte Maradonas Team den Viertelfinaleinzug in 90 Minuten, bei der Pressekonferenz stand dem Superstar der Sinn nach Verlängerung.

"Ich will mehr Fragen beantworten, aber sie wollen mich rausschmeißen", sagte der grinsende und Zigarren rauchende Maradona.

Neuauflage von 2006

Zur anstehenden Neuauflage des Viertelfinales von der WM 2006 gegen Deutschland wollte sich der Superstar-Trainer aber zunächst nicht äußern.

"Lasst mich erstmal das Spiel gegen Mexiko genießen. Warum sollte ich jetzt an Deutschland denken", sagte der Weltmeister von 1986: (Spielplan: Die Achtelfinals)

"Lasst mich morgen darüber nachdenken. Ihr habt einen Blankoscheck - schreibt, was auch immer ihr meint, was ich über Deutschland denke."

"Deutschland stärker als Mexiko"

Doch Maradona wäre nicht Maradona, wenn er es dabei belassen hätte.

Und so äußerte er sich doch noch zum anstehenden Klassiker gegen das DFB-Team.(GAMES: Das WM-Tippspiel)

"Wir wissen, dass Deutschland eine ganz andere Mannschaft als Mexiko ist. Sie ist stärker", erklärte der 49-Jährige.

Nachdem Maradona beim 2:0-Sieg im letzten Gruppenspiel gegen Griechenland auf eine immer noch hochkarätige B-Elf gesetzt hatte, wechselte er gegen Mexiko auf fünf Positionen durch.

Kapitän Javier Mascherano, Torjäger Gonzalo Higuain und Carlos Tevez kehrten in die Startformation zurück.

"Gala-Elf" mit Sieggarantie

Im Viertelfinale werde er mit der "Gala-Elf" spielen, erklärte Maradona: "Es wird die Mannschaft sein, die mir die Garantie gibt, dass wir gegen Deutschland weiterkommen".

Keine Frage, der Druck liegt auf Seiten der Argentinier. Die "Gauchos" sind die großen Turnierfavoriten, zudem sitzt der Stachel der Niederlage von 2006 mit den anschließenden Tumulten tief.

"Das ist das bisher wichtigste Spiel der ganzen WM. Deutschland ist gut in Form und spielt guten Fußball", sagte Argentiniens Mannschaftskapitän Javier Mascherano

"Aber wir sind selbstbewusst genug. Dieses Mal werden wir den Platz als Sieger verlassen."

Auch für Maradona ist Deutschland ein ganz besonderer Gegner. Er gewann das WM-Finale 1986 gegen die DFB-Elf und verlor vier Jahre später gegen die Deutschen.

Dementsprechend wählte der Coach pathetische Worte: "Wir sind bereit, bis zum letzten für den Stolz und die Ehre unseres Landes zu kämpfen."

Kämpfen werden die Argentinier auch müssen.

Mexiko zeigt Argentiniens Schwächen auf

Denn auch wenn Maradona von einem "großen Match" sprach, zu dem er seine "Spieler nur beglückwünschen" könne, war der Sieg gegen Mexiko letztlich nicht so souverän wie er auf dem Papier aussieht.

Zwar gerieten die "Gauchos" nicht wirklich in Gefahr, aber Doppeltorschütze Carlos Tevez war beim Führungstreffer klar im Abseits und beim zweiten Tor durch Gonazalo Higuain lieferte der Stuttgarter Ricardo Osorio mit einem bösen Fehlpass die unfreiwillige Vorarbeit.

Zudem kontrollierten die Mexikaner bis zum Gegentor die Partie und zeigten auf, dass die argentinische Abwehr durchaus anfällig ist.

"Ein Schiedsrichterfehler und ein Patzer in der Abwehr haben die dramatische Wende in diesem Spiel gebracht", ärgerte sich Mexikos Trainer Javier Aguirre.

Messi weiter ohne Treffer

Ein wenig Sorgen bereitet auch Superstar Lionel Messi, der noch kein Tor bei der WM erzielt und noch nicht wirklich in Südafrika angekommen zu sein scheint.

"Hoffentlich, wenn Gott es will, gelingt mir das erste Tor gegen Deutschland", sagte der 23-Jährige, der die DFB-Elf als "schwierigen Gegner" einschätzt.

"Bis zum Sieg gegen England zählte Deutschland allein zu den Favoriten, weil es eben Deutschland war", schrieb die Tageszeitung "El Clarin":

"Wie die unerwarteten Prügel für England aber gezeigt haben, finden sie immer einen Schlüssel zum Sieg. Maradona ist jetzt gefordert. Er muss schnell ihre Schwachstellen finden."

"Erwarten ein großes Spiel"

Stürmer Tevez blickte allerdings trotzdem optimistisch nach vorne: "Wir werden jetzt den Sieg genießen und erwarten dann ein großes Spiel gegen Deutschland."

Maradona würde dabei am liebsten selber auflaufen.

"Wenn ich einen Wunsch für Samstag frei hätte, dann würde ich mir wünschen, gegen Deutschland als Spieler dabei zu sein", sagte "El Diez".

So wie 1990 im WM-Finale. Damals gelang Deutschland der letzte Sieg gegen die Südamerikaner in einem Spiel über 90 Minuten.

Maradona und seine Spieler werden alles dafür tun, um diese Serie am Leben zu erhalten.

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