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In der 18. Minuten bringt Arjen Robben (e.v.r.) seine Mannschaft in Führung © getty

Beim 2:1-Sieg über die Slowakei freut sich die Niederlande über das Startelf-Comeback vom Bayern-Ass, überzeugt aber nur selten.

Aus Südafrika berichtet Thorsten Mesch

Durban - Nach 70 Minuten bekam Arjen Robben den verdienten Lohn.

Die niederländischen Fans im Moses-Mabhida-Stadion erhoben sich von ihren Plätzen und feierten ihren Helden mit stehenden Ovationen 256310(DIASHOW: Der 18. WM-Spieltag).

Zuvor hatte Robben einen erneuten Beweis seiner Fußballkunst abgeliefert:

In der für ihn typischen Manier hatte der Star des FC Bayern in der 18. Minute das 1:0 erzielt, anschließend noch seine Mitspieler immer wieder in Szene gesetzt und in der 50. Minute beinahe noch eine Kopie seines Führungstreffers nachgelegt.

Mucha verhindert Doppelpack

Nur die starke Parade von Torwart Jan Mucha verhinderte einen Doppelpack von Robben, der beim 2:1 (1:0)-Sieg gegen die Slowakei zum ersten Mal bei dieser WM in der Startelf gestanden hatte (WM-Spielplan).

"Nach 70 Minuten ging es nicht mehr. Ich bin noch nicht auf meinem Top-Level, aber das ist normal, denn es war mein erstes Spiel von Beginn an", sagte Robben, der sich neben seinem Tor auch über die Wahl zum "Man of the Match" freuen durfte.

"Kennen die Qualität von Arjen"

"Wir kennen die Qualität von Arjen. Er hat gut mit der Mannschaft trainiert, deshalb hat mich seine Leistung nicht überrascht", sagte Eljero Elia, der in der 71. Minute für Robben eingewechselt worden war, zu SPORT1(GAMES: Das WM-Tippspiel).

Zum ersten Mal seit seiner Verletzung 23 Tage zuvor durfte Robben von Beginn an spielen, auch weil Rafael van der Vaart durch eine Wadenblessur angeschlagen war.

Robben war fit, und traf in der 18. Minute nach einer perfekten Vorlage von Wesley Sneijder.

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"Es war ein wundervoller Pass von Wesley. Ich habe darauf gewartet, dass mein Gegenspieler einen Schritt auf mich zu macht, und bin dann nach innen gegangen. Ich habe geschossen und zum Glück auch getroffen", schilderte er seinen Treffer.

"Ich bin glücklich, dass ich Robben aufgestellt habe. Aus seiner ersten guten Aktion ist gleich ein tolles Tor entstanden", sagte Trainer Bert van Marwijk.

"Wenn man meine Verletzung im Hinterkopf hat, war es ein großer Moment", ergänzte Robben: "Es war ein langer Sprint, und dafür muss man explosiv sein."

"Elftal" nur wenig dynamisch

Seine Teamkollegen bewegten sich jedoch häufig weniger dynamisch als der Münchner. Die "Elftal" hatte mit dem WM-Debütanten, der in der Gruppenphase mit einem 3:2 gegen Italien für eine Sensation gesorgt hatte, viel Mühe.

Sneijder erlöste die Niederländer mit dem 2:0, der ehemalige Nürnberger Robert Vittek verkürzte in der Nachspielzeit per Foulelfmeter.

"Es war ein sehr schwieriges Spiel. Wir haben nicht unsere beste Leistung gebracht", fand Robben, "aber am Ende kommt es doch nur auf den Sieg an. Wir sind in der nächsten Runde und werden dort hoffentlich unsere beste Leistung zeigen."

Nun gegen Brasilien

Das wird auch nötig sein, denn im Viertelfinale wartet am Freitag (ab 15.30 Uhr im LIVE-TICKER) in Port Elizabeth Brasilien, das am Montagabend beim 3:0-Sieg über Chile eine wirklich starke Vorstellung zeigte.

Gegen den Rekordweltmeister gehen die Niederländer, die zwar alle vier WM-Spiele gewannen, aber in keinem überzeugten, nun erstmals als Außenseiter in die Partie.

Und diese Rolle kommt der "Elftal" nicht ungelegen. "Bisher waren wir immer klarer Favorit", sagte Mark van Bommel und ergänzte: "Wenn wir gegen Brasilien spielen, sind wir gerne kein Favorit mehr."

"Sind auf einen guten Weg"

"Das Finale ist noch ganz weit weg, doch wir sind auf einem guten Weg", fügte Joris Mathijsen an 249109(DIASHOW: Schönheiten der WM).

"Wir wissen, dass holländische Mannschaften zuletzt bei großen Turnieren schönen Fußball gespielt haben, aber nie etwas gewonnnen haben", erklärte Robben.

"2006 und 2008 waren wir in starken Gruppen, haben sie gewonnen, aber das nächste Spiel verloren. Das haben wir heute schon besser gemacht."

Die Erfahrung hat die Niederländer gelehrt, dass es wenig hilft, in der Vorrunde Hurra-Fußball zu spielen, wenn man anschließend in den K.o.-Spielen nichts mehr zuzusetzen hat.

Träumen scheint bei Oranje jedoch schon erlaubt zu sein. Robben hätte jedenfalls nichts gegen ein Endspiel gegen Deutschland.

"Das wäre gut. Dann soll der Bessere gewinnen - ich hoffe, das ist dann Holland", schmunzelte er im "ZDF".

"Ich finde es schön, dass es Deutschland so gut macht", erklärte der Hoffnungsträger weiter.

Vor allem seine Team-Kollegen vom FC Bayern haben es ihm angetan. "Ich freue mich für die Jungs von Bayern. Sie können stolz sein", meinte Robben.

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