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Im März 2004 bestritt Nigel de Jong (r.) sein erstes A-Länderspiel für die "Elftal" © imago

Im SPORT1-Interview spricht Nigel de Jong über das Finale gegen Spanien und die Gründe für den Erfolg des niederländischen Teams.

Aus Südafrika berichtet Thorsten Mesch

Kapstadt/Johannesburg - Im Halbfinale gegen Uruguay fehlte Nigel de Jong wegen einer Gelbsperre.

Im Endspiel gegen Spanien (So., ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) wird der ehemalige Hamburger aber wieder an der Seite von Mark van Bommel seine Arbeit als Abräumer im defensiven Mittelfeld erledigen und versuchen, Spaniens Mittelfeldkünstler zu stoppen (DATENCENTER: WM-Spielplan).

Im SPORT1-Interview spricht Nigel de Jong über das Finale gegen Spanien, die Gründe für den Erfolg des niederländischen Teams, den Anteil von Trainer Bert van Marwijk und findet lobende Worte für die deutsche Mannschaft.

SPORT1: Ihr Teamkollege Mark van Bommel hat schon während der Bundesligasaison immer gesagt, dass er mit den Niederlanden Weltmeister werden will. Ist dieser starke Glaube einer der wichtigsten Gründe für den Erfolg und hätten Sie am Ende der Saison mit Manchester City gedacht, dass Sie nun im WM-Finale stehen würden?

Nigel de Jong: Natürlich hätte ich das nicht gedacht. Wenn eine WM beginnt, sind da 32 Mannschaften, die alle so weit wie möglich kommen wollen, und es gibt viele Favoriten. Aber wir haben es gehofft, und mit den Erfolgen wächst der Glaube. Nach den Gruppenspielen und dem Achtelfinale war es keine Fantasie mehr. Wir haben es geschafft, und zwar als Team. Darüber sind wir einfach glücklich.

SPORT1: Welchen Anteil hat der Trainer am Erfolg, wie hat Bert van Marwijk die Spieler zu einer so starken Einheit geformt? (Der SPORT1-WM-Spielplaner)

De Jong: Er sagt die richtigen Dinge zu der richtigen Zeit und zu den richtigen Personen. Er gibt den Spielern, die zur ersten Elf gehören, großes Vertrauen. Jeder kennt seinen Platz im Kader, ob er Stammspieler ist oder Ersatz. Jeder kennt seine Position und jeder akzeptiert seine Situation. Deswegen sind wir auch so weit gekommen.

SPORT1: Was sagt es über die Offensive Ihres Teams aus, dass Wesley Sneijder, ein Mittelfeldspieler, die meisten Tore erzielt hat?

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De Jong: Wesley hat fünf Tore geschossen, aber wir haben ja nicht nur ihn, sondern viele Topspieler: Robben, van Persie, Kuyt Elia, Affelay - wir haben so viel Qualität in der Mannschaft und sind sehr variabel. 260631(DIASHOW: SPORT1-Elf WM-Halbfinale)

SPORT1: Wo steht die Mannschaft im Vergleich zu den Teams von 1974 und 1978 um Weltstar Johan Cruyff.

De Jong: Wir haben genügend Charaktere im Team, die in großen Vereinen in ganz Europa spielen. Diese Generation ist natürlich anders als die vor über 30 Jahren. Wir kennen uns alle schon seit langer Zeit, viele spielen schon seit fünf Jahren zusammen. Darum sind wir jetzt so erfolgreich.

SPORT1: Mark van Bommel hat gesagt, für ihn sei es eine einmalige Chance. Kommt diese Gelegenheit vielleicht nie wieder?

De Jong: Alle haben dasselbe Ziel. Jeder weiß, worum es geht. Wir wollen den Titel gewinnen. Wenn es dieses Jahr nicht klappt, wird es vielleicht niemals gelingen. In vier Jahren in Brasilien wird es sehr schwer.

SPORT1: In der Heimat und in den Medien wurde immer wieder kritisiert, die "Elftal" spiel nicht schön genug. Was sagen Sie dazu?

De Jong: Wir haben nicht immer unseren besten Fußball gespielt, das hat jeder gesehen. Aber man hat auch gesehen, dass wir als Gruppe zusammengewachsen sind.

SPORT1: Was hat Sie an der deutschen Mannschaft beeindruckt?

De Jong: Sie haben nicht die besten Spieler der Welt, die haben wir auch nicht, aber sie spielen super als Mannschaft. Sie sind sehr jung, und es sieht so aus, dass sie ohne Michael Ballack noch stärker geworden sind. Sie arbeiten sehr gut füreinander, deshalb sind sie auch so weit gekommen. Deutschland hat ein super Turnier gespielt und hätte ein WM-Finale verdient gehabt.

SPORT1: Für Sie und Ihre Teamkollegen ist es das erste WM-Finale. Bereiten Sie sich speziell darauf vor?

De Jong: Nein, ich ändere nichts, sondern bereite mich vor wie auf jedes andere Spiel.

SPORT1: Wie schätzen Sie Spanien ein?

De Jong: Sie haben eine super Mannschaft und sind immer gefährlich, denn sie haben ein unglaubliches Mittelfeld und vorne haben sie David Villa. Sie sind nicht mehr so effektiv wie 2008, aber sie sind immer noch sehr stark.

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