Spanien erklimmt im WM-Finale von Johannesburg gegen die Niederlande den Fußball-Olymp. Zwei Oranje-Legenden haben ihren Anteil daran.

Es ist schon eine Ironie des Schicksals, dass die Niederlande im WM-Finale von Spanien letztlich mit den eigenen Waffen geschlagen wurden.

Im Jahr 1979 eröffnete nahe des Estadio Camp Nou in Barcelona "La Masia", die Jugendakademie des FC Barcelona.

In einem alten Bauernhaus wurden fortan die Talente des Renommierklubs ausgebildet.

Der Jugendarbeit Barcas lagen von da an die Ideen des "Voetbal total" zu Grunde.

Verkörpert wurde die Lehre von ihrem Verfechter, dem Ex-Nationaltrainer der Niederlande Rinus Michels, und seinem Musterschüler Johann Cruyff, beide in den 70ern in Barcelona aktiv.

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31 Jahre nach Eröffnung von "La Masia" hat Spanien dank der Hilfe aus Katalonien den verdienten Lohn eingefahren und ist auf dem Gipfel der Fußball-Welt angekommen.

Mit Andres Iniesta schoss ein Schüler der Barca-Akademie die "Furia Roja" zum Titel.

Vorbereitet wurde der Treffer von Barca-Schüler Cesc Fabregas. Mit Carles Puyol, Gerard Pique, Sergio Busquets, Xavi und Pedro standen fünf weitere Barca-Eigengewächse in der Startelf.

Der Aufwand hat sich also gelohnt.

Während die Niederländer unter ihrem pragmatischen Trainer Bert van Marwijk mit üblen Tritten versuchten, Spaniens feine Techniker in Angst und Schrecken zu versetzen und die eigenen Ideale verrieten, hat der Europameister seine Reise auf den Fußball-Olymp erfolgreich abgeschlossen.

Es war nicht immer so spektakulär wie erwartet, was die Spanier in diesem Turnier ablieferten.

Doch der Weckruf bei der 0:1-Niederlage gegen die Schweiz zum WM-Auftakt kam zur rechten Zeit. Schön spielen alleine reicht nicht, das Ergebnis muss stimmen.

Dass die minimalistischen Iberer mit vier 1:0-Siegen in Folge zum WM-Titel kamen, darf eines nicht kaschieren: Die beste Mannschaft ist Weltmeister geworden.

Gegen das einzige Team, das ihnen spielerisch hätte gefährlich werden können - die deutsche Mannschaft - lieferten die Spanier ihre beste Turnierleistung ab.

Auch Trainer Vicente del Bosque fabrizierte sein Meisterstück, indem er nicht davor zurückschreckte, EM-Held Fernando Torres rauszunehmen und den agilen Pedro zu bringen.

Spanien war bei dieser WM eine Mannschaft ohne Schwachstelle. Die zuvor ein wenig kritisch beäugte Abwehr ließ nur zwei Gegentreffer zu.

In Barcelona bauen sie übrigens gerade ein neues Jugendzentrum: "La Masia für das 21. Jahrhundert" heißt das Bauprojekt.

Die Fußball-Welt kann sich schon einmal in acht nehmen.

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