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Rund 25 Millionen Fans feierten den spanischen Triumph © getty

Ein andalusischer Fan fällt beim Jubeln vom Balkon und stirbt. In den Niederlanden werden über hundert Randalierer verhaftet.

München - Sein ausgelassener Jubel nach dem WM-Sieg der spanischen Nationalmannschaft hat einen Mann das Leben gekostet.

Der Fan stürzte vom Balkon seines Hauses im andalusischen Algeciras und erlag einen Tag später am Montag seinen schweren Verletzungen. Nähere Umstände sowie Personalien des Mannes waren zunächst nicht bekannt.

Dazu gab es in der Nacht des spanischen WM-Triumphs laut Polizeiangaben 260 Verletzte, 50 von ihnen mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Die meisten Blessuren waren die Folge von zu hohem Alkoholgenuss und von Stürzen nach Kreislaufproblemen.

In Madrid herrschten während des WM-Finals noch Temperaturen von rund 35 Grad Celsius. 262177(DIASHOW: Die Bilder des Spiels)

In Barcelona nahmen die Sicherheitskräfte 21 Randalierer fest, die Autos und Müllcontainer in Brand gesetzt hatten.

Auf den Straßen in der Heimat feierten bis in die frühen Morgenstunden geschätzte 25 Millionen Menschen den Gewinn des ersten WM-Titels der "Roten Furie", Krawalle gab es dabei nur vereinzelt.

SPORT1 hat weitere WM-Splitter zusammengefasst.

Über 100 Festnahmen in den Niederlanden

Nach der niederländischen Finalniederlage hat die Polizei auf dem bei Hooligans beliebten Jonckbloet-Platz in Den Haag 75 Unruhestifter festgenommen.

Die mobile Einsatzpolizei musste eingreifen, nachdem die Krawallmacher randaliert hatten. Sogar der Straßenbahnverkehr musste zeitweise eingestellt werden.

Auch in einigen anderen Städten gingen enttäuschte Oranje-Fans auf die Barrikaden. In Rotterdam meldete die Polizei 20 und in Utrecht 30 Festnahmen. Nach Angaben der Sicherheitskräfte blieb es aber in vielen Orten ruhig und friedlich.

Deutsche Fans verlieren Interesse

Auf den deutschen Fanmeilen hat das WM-Finale nur geringes Interesse ausgelöst.

Auf dem Berliner Fanfest, das bei Spielen der deutschen Nationalmannschaft regelmäßig 350.000 Zuschauer auf die Straße des 17. Juni lockte, sahen nur 80.000 Besucher den 1:0-Sieg Spaniens gegen die Niederlande.

München verzeichnete mit lediglich 4000 Zuschauern im Olympiastadion sogar den schlechtesten Besuch während der gesamten WM.

Auch auf dem Heiligengeistfeld in Hamburg verfolgten nur knapp 5000 Fans den spanischen Triumph. Die Rettungskräfte hatten bereits im Vorfeld ihr Personal halbiert.

In Köln hatten bei den deutschen Spielen 35.000 Zuschauer die Spiele in und vor der Arena verfolgt - das Finale wollten dagegen gerade einmal 500 Fans sehen.

Trotz der geringen Besucherzahl am Schlusstag der Weltmeisterschaft stellte das Fanfest in Berlin eine Bestmarke auf.

Mit 1,7 Millionen Menschen war die Fanmeile die bestbesuchte offizielle FIFA-Veranstaltung weltweit (261178DIASHOW: Die beste Spieler des WM-Turniers).

Tödlicher Anschlag auf Fans in Uganda

Während der Live-Übertragung des WM-Endspiels wurden bei zwei Bombenanschlägen in der ugandischen Hauptstadt Kampala mindestens 64 Personen getötet und 65 verletzt.

Die beiden Sprengkörper explodierten in einem äthiopischen Restaurant im Süden der Hauptstadt und einem Rugby-Club im Osten Kampalas.

Dort lief jeweils die Fernseh-Live-Übertragung des WM-Finales in Johannesburg. Nach Polizeiangaben werden somalische Extremisten hinter dem Anschlag vermutet.

Amsterdamer Bootsbesitzer zittern

Die Hausbootbesitzer in Amsterdam haben sich zu früh über die Niederlage der "Elftal" gefreut:

Die Nationalmannschaft darf am Dienstag neben einem Empfang bei Königin Beatrix auch wieder eine Grachtenrundfahrt in der Hauptstadt absolvieren.

In der ursprünglichen Planung für die Ehrung des WM-Zweiten war nur ein Empfang auf der Bühne des Museumsplein vorgesehen.

Nur bei einem WM-Sieg hätte es eigentlich eine Grachtentour geben sollen.

Aus Sicherheitsgründen habe man sich aber jetzt entschlossen, die Bootsfahrt doch durchzuführen. Dann könnten sich die bis zu einer Million erwarteten Fans besser in der Stadt verteilen, erklärte die Amsterdamer Stadtverwaltung.

Die meisten Hausbootbesitzer haben noch schlechte Erinnerungen an die Grachtenfahrt der "Elftal" nach dem Triumph bei der Europameisterschaft 1988. Damals sprangen Tausende Fans auf die Boote. Einige kenterten und gingen unter.

Spanien mit Minus-Rekord

Spaniens acht Tore auf dem Weg zum Triumph bedeuten die niedrigste Trefferquote eines Titelgewinners in der Turniergeschichte (1,14 Tore pro Spiel).

Vor den Iberern hielt Brasilien die Negativmarke mit seinen elf Toren beim WM-Erfolg 1994 in den USA (1,57).

Die Südamerikaner halten allerdings seit 2002 mit 18 Treffern auch den Höchstwert für die seit 1974 üblichen sieben Spiele bis zum Weltmeister-Titel (2,57).

Die höchste Tor-Quote eines Weltmeisters sind seit 1954 Deutschlands 25 Treffer in sechs Spielen (4,17).

Sonnenfinsternis als Show-Stehler

In Tahiti hat eine Sonnenfinsternis das Finale in den Schatten gestellt.

Während des Endspiels war die Sonne durch den Mond zu 99 Prozent verdeckt. Rund 5000 Astronomen und Touristen waren nach Tahiti gereist, um das Naturschauspiel live zu verfolgen.

Wegen der Gefahr für die Augen wurden in Französisch-Polynesien vor dem seltenen Ereignis 120.000 Schutzbrillen verteilt.

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