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Stimmung bestens vorm WM-Aufgalopp gegen Frankreich: Uruguays Diego Forlan (r.) scherzt © getty

Zum Turnierstart gegen Frankreich wollen sich die Südamerikaner keineswegs verstecken. Forlan und Suarez sollen's richten.

Aus Kapstadt berichtet Thorsten Mesch

Kapstadt ? Der Ärger über die Nerven aufreibende Anreise von ihrem Quartier in Kimberley bei Bloemfontein nach Kapstadt war bei den Uruguayern schnell verflogen.

Als die Südamerikaner zum Training im Green Point Stadium fuhren, senkte sich die Sonne allmählich und tauchte den weltberühmten Tafelberg in goldenes Licht. (181265DIASHOW: Die Kader der WM-Teilnehmer)

Erst mit drei Stunden Verspätung war die "Celeste" in Kapstadt gelandet, was Superstar Diego Forlan mächtig nervte:

"Unglaublich, einen Tag vor WM-Beginn. Wo sind die Schuldigen?", schrieb Forlan bei "Twitter" und fragte: "Ob Frankreich gerade auch so etwas durchmacht?"

Nerviger Reisestress

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Trainer Oscar Washington Tabarez soll auch nicht gerade erfreut über den Reisestress gewesen sein, hieß es. (DATENCENTER: Der Spielplan)

Aber auf der Pressekonferenz am Vorabend des Spiele gegen Vizeweltmeister Frankreich (ab 20 Uhr im LIVETICKER) ließ sich der Coach davon zumindest nichts anmerken.

"Durch ein kleines Problem mit unserem Flug haben wir Zeit verloren, aber das hat unsere Vorbereitung nicht gestört. Wir fühlen uns gut und freuen uns auf das Spiel", erklärte der 63-Jährige.

Vorwurf einer "Treter-Truppe"

Wortgewandt und bedächtig sprach Tabarez vor den Journalisten aus aller Welt ? und auch unangenehme Themen brachten ihn nicht aus der Ruhe.

"Ich wusste, dass diese Frage kommen würde", entgegnete Tabarez auf die Frage einer chinesischen Fernsehjournalisten, ob es bei der WM ein Nachteil für Uruguay sein könnte, dass seine Spieler in der Qualifikation 48 Gelbe und vier Rote Karten gesehen hatten.

"Es sind Mannschaften hier, die noch mehr Karten bekommen haben", meinte Tabarez gelassen und betonte: "Mich interessieren diese Zahlen nicht."

Schweigen zu Frankreichs Quali

Und als ein englischer Medienvertreter ihn fragte, ob es Frankreich wegen des irregulären Tors im Playoff-Rückspiel gegen Irland überhaupt verdient habe, in Südafrika dabei zu sein, atmete Tabarez kurz durch.

"Sie werden verstehen, dass ich diese Frage nicht beantworten kann", erklärte der Coach, der von 1996 bis 1997 den AC Mailand trainierte.

"Denn ich bin hier nicht als Fußballfan, sondern als Trainer einer teilnehmenden Mannschaft bei einem Turnier, das die FIFA organisiert."

"Motivierend, gegen sie zu spielen"

"Im Fußball werden Fehler begangen, die Entscheidung über dieses Problem ist gefällt worden, und diese Geschichte hat überhaupt keinen Einfluss darauf, wie ich meine Mannschaft vorbereite", ergänzte Tabarez.

Frankreich habe zwar in der Qualifikation große Probleme "gegen Teams, die sehr kompakt verteidigt haben", so der Coach.

"Aber sie haben sehr gute Spieler, besonders im Angriff, und eine große Tradition. Es ist für uns sehr motivierend, gegen sie zu spielen."

"Urus" wollen sich nicht verstecken

Verstecken wollen sich die "Urus" auf keinen Fall. "Wir gehen in das Spiel, um es zu gewinnen", betonte Tabarez: "Wir kennen unsere Stärken und gehen völlig ruhig ins Spiel."

Die Stärken der Südamerikaner liegen wie bei den Franzosen im Angriff.

Forlan und Luis Suarez, der in den Niederlanden mit Ajax Amsterdam Vizemeister wurde und mit großem Abstand bester Torjäger der Liga war, bilden eins der besten Sturm-Duos des Turniers.

Loblied auf Forlan

"Diego ist ein kompletter Spieler und ist in den vergangenen Jahren unheimlich gereift ? fußballerisch und menschlich", erklärte Tabarez.

Und weiter: "Er hat viel internationale Erfahrung, weiß, was bei einer Weltmeisterschaft auf dem Spiel steht und ist sehr wichtig für unsere Mannschaft."

Suarez sei wiederum sei "noch ein junger Mann, der bei Ajax aber ein absoluter Führungsspieler ist und sehr viele Tore erzielt hat. Ich hoffe und glaube, dass er sein großes Potenzial auch bei der WM zeigen wird."

Franzosen erwartet heißer Tanz

Sollten die Uruguayer ihre Asse ausspielen, müssen sich die Franzosen warm anziehen.

Und das nicht nur, weil die Temperatur in Kapstadt nach Sonnenuntergang schnell empfindlich abkühlt.

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