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Thierry Henry (r.) hkonnte nach seiner Hereinnahme nur wenige Akzente setzen © getty

Trotz des mäßigen WM-Auftakts geben sich die Spieler des Vizeweltmeisters optimistisch. Nur Domenech findet's "enttäuschend".

Aus Kapstadt berichtet Thorsten Mesch

Kapstadt - Wieder einmal war Frankreich bei einem großen Turnier schwach gestartet, doch der Ärger hielt sich beim Vizeweltmeister von 2006 in Grenzen.

"Es ist enttäuschend nicht gewonnen zu haben", gab zwar Trainer Raymond Domenech nach dem mäßigen 0:0 gegen Uruguay am Freitagabend zu 248133(die Bilder).

Doch seine Spieler präsentierten sich beim anschließenden Frage-Antwort-Spiel in der Mixed Zone des Green Point Stadium fast alle recht gut gelaunt.

"Wir haben sehr gut angefangen, uns viele Chancen herausgespielt. Wir haben nur vergessen, die Tore zu schießen", sagte Frankreichs Kapitän Patrice Evra..

"Wir sind auf dem richtigen Weg, aber wir müssen weiter an uns arbeiten. Ich hoffe, dass wir dann im nächsten Spiel gegen Mexiko unsere Tormöglichkeiten besser nutzen", erklärte der Verteidiger von Manchester United (Der WM-Spielplan).

Stummer Ribery

Weniger auskunftsfreudig als Evra war Chelsea-Profi Nicolas Anelka. Der Stürmer ging ebenso flotten Schrittes an den wartenden Journalisten vorbei wie auch Franck Ribery.

Vom Bayern-Star war, abgesehen von einigen guten Szenen in den ersten 20 Minuten,gegen die taktisch sehr diszipliniert agierenden Südamerikaner wenig zu sehen.

Anelka blieb als zentraler Angreifer genauso wirkungslos wie Sidney Govou, der in der siebten Spielminute nach einer scharfen Ribery-Hereingabe den Ball aus vier Metern nicht im Tor unterbrachte (GAMES: Das WM-Tippspiel).

Defensiv-Reihen stehen sicher

Aus dem Mittelfeld heraus konnten Yoann Gourcuff und Abou Diaby ihre Teamkollegen nur gelegentlich in Szene setzen, dafür stand die Abwehr ebenso sicher wie auf der anderen Seite die Defensive der Uruguayer.

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"Es war ein komisches Spiel", beschrieb der in der zweiten Halbzeit eingewechselte Chelsea-Profi Florent Malouda die Partie gegen den zweimaligen Weltmeister: "Beide Teams haben sehr vorsichtig agiert, niemand wollte einen Fehler machen."

Die wenigen Unachtsamkeiten in der gegnerischen Hintermannschaft ließen die Franzosen ebenso ungenutzt wie die Uruguayer, bei denen Diego Forlan immer wieder für Gefahr sorgte.

"Mit dem Ergebnis zufrieden"

"Wir hatten genauso unsere Chancen wie die Franzosen, aber leider haben auch wir sie nicht genutzt", sagte Forlan.

"Trotzdem sind wir mit dem Ergebnis zufrieden", betonte Forlans Sturmkollege Luis Suarez im Gespräch mit SPORT1: "Frankreich hatte in der Abwehr eine sehr gute Ordnung, und in den letzten Minuten war es in Unterzahl noch schwieriger für uns."

Der in der 65. Minute eingewechselte Nicolas Lodeiro sah in der 81. Minute die Gelb-Rote Karte, doch die Franzosen konnten aus ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit kein Kapital schlagen.

Elfmeter nicht gegeben

Kurz vor Schluss forderten "Les Bleus" einen Handelfmeter, nachdem ein Abwehrspieler der "Urus" einen Schuss des eingewechselten Thierry Henry mit dem Arm geblockt hatte.

Der japanische Schiedsrichter Yuichi Nishimura verweigerte den Franzosen, die sich durch einen irregulären Treffer nach einem Handspiel von Henry gegen Irland in den Playoffs für die Endrunde qualifiziert hatten.

"Warum hören Sie eigentlich nicht endlich auf, über diese Geschichte zu reden. Die Sache ist lange her", reagierte Patrice Evra etwas ungehalten auf die Frage, ob wegen des "Skandal-Treffers" nun bei der WM eventuell im Zweifelsfall gegen die Franzosen entschieden werden könnte.

Evra erstmals Kapitän

Evra, der die Equipe Tricolore zum ersten Mal bei einem WM-Spiel als Kapitän aufs Feld geführt hatte und sich dadurch "sehr geehert und beflügelt" fühlte, widersprach auch den Geschichten über die vermeintlich schlechte Stimmung im französischen Team.

"Das ist nicht wahr. Die Stimmung in der Mannschaft ist sehr gut. Jeder ist froh, bei der WM dabei zu sein, und alle geben ihr Bestes für das Team", betonte der 29-Jährige.

Domenech in Erklärungsnot

Trainer Domenech musste sich kritische Fragen gefallen lassen, warum er nicht früher neue Spieler im Angriff eingewechselt hatte.

Wie gewohnt gab sich er Coach knurrig: "Ich habe sicher Grund, über Veränderungen in der Mannschaft nachzudenken, aber dafür werde ich mir Zeit nehmen."

Bis zum 17. Juni hat Domenech noch Zeit. Dann spielt Frankreich in Polokwane gegen Mexiko.

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