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Raymond Domenech (l.) baut auf seinen Star Franck Ribery © imago

Zidane bemängelt in der "Equipe Tricolore" fehlenden Teamgeist. Frankreichs WM-Torschützenkönig wiederum greift einen Bayern an.

Aus Südafrika berichtet Thorsten Mesch

Durban/Johannesburg ? Erst ein Spiel ist absolviert, doch nach dem schwachen in die WM brennt bei Vize-Weltmeister Frankreich schon der Baum.

"Das war keine Mannschaft, kein Teamgeist", kritisierte Zinedine Zidane das Auftreten der Franzosen beim 0:0 gegen Uruguay.

Vor dem zweiten Gruppenspiel am Donnerstag gegen Mexiko (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) in Polokwane gehen er und eine weitere ehemalige Größen des französischen Fußballs hart mit der "Equipe Tricolore" ins Gericht.

"Die Spieler müssen endlich Verantwortung übernehmen und sich bewegen", fordert Zidane, der mit Frankreich Welt-, Europa- und Vizeweltmeister wurde.

Gegen Uruguay waren die Franzosen, abgesehen von starken 20 Minuten, kaum zu Torchancen gekommen - nicht einmal in der Schlussphase gegen zehn Südamerikaner 248133(die Bilder).

Zidane schimpft

Zidane macht auch Trainer Raymond Domenech für die schwache Vorstellung des Weltmeisters von 1998 verantwortlich und schimpft, Domench sei "kein Coach".

Die Aufgabe des Trainers müsse es sein, aus dem Kader eine echte Einheit zu formen. Doch das ist bisher nicht gelungen.

Statt Teamspiel waren gegen Uruguay zumeist nur Einzelaktionen zu sehen. "Die Spieler müssen sich zusammenreißen und ihre Egos beiseite legen", fordert der dreimalige Weltfußballer.

Kritik an Ribery

In der Kritik steht besonders Franck Ribery. Der Bayern-Profi zeigte gegen Uruguay bis auf einige wenige Aktionen ein schwaches Spiel und verschwand anschließend wortlos.

"Ribery? Da hat jemand irgendwann einmal Mist gemacht und behauptet, dass er das Hirn des Teams sei. Und er hat es geglaubt", schreibt Frankreichs WM-Rekordschütze Just Fontaine als Kolumnist der "Depeche du Midi".

1958 in Schweden erzielte der mittlerweile 86 Jahre alte Fontaine 13 Tore bei einer einzigen WM, Frankreichs aktueller Sturm ist hingegen kaum noch als Windhauch zu bezeichnen:

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Schwache Torausbeute

2009 erzielten "Les Bleus" in zwölf Spielen magere 16 Tore ? allein acht davon gegen die Färöer und Österreich (GAMES: Das WM-Tippspiel).

Im laufenden Jahr stehen vier Törchen in fünf Partien zu Buche. Das letzte Stürmertor der Franzosen erzielte Nicolas Anelka im November im Playoff-Rückspiel gegen Irland ? allerdings nach irregulärer Vorarbeit von "Handballer" Thierry Henry.

Frankreichs erfolgreichster Torschütze der letzten Monate ist Abwehrspieler William Gallas ? und ausgerechnet der Arsenal-Verteidiger ist vor dem Mexiko-Spiel angeschlagen, brach das Training am Montag wegen muskulärer Probleme ab.

Gourcuff wohl auf die Bank

Beide blieben gegen Uruguay blass, genauso wie Ribery, Sidney Govou und Yoann Gourcuff.

Wie es scheint, wird der Mittelfeld-Regisseur von Girondins Bordeaux gegen Mexiko nicht im Team stehen (Der WM-Spielplan).

Laut der Sportzeitung "L'Equipe" wird Chelseas Florent Malouda auf der linken Mittelfeldseite spielen. Ribery soll demnach die zentrale Rolle hinter der Spitze spielen.

Domenech zieht Konsequenzen

Ganz vorne wird Anelka nach seinem schwachen Auftritt gegen Uruguay wohl seinen Platz räumen müssen. Gegen Mexiko wird es Domench wohl mit Henry oder Andre Pierre Gignac von Beginn an versuchen.

Beide waren wie auch Malouda gegen Uruguay nur eingewechselt worden. Domenech scheint seine Lehren aus dem enttäuschenden Auftakt gezogen haben, nun müssen die Spieler die Ideen des Trainers umsetzen.

Sonst müssen die Franzosen vielleicht schon nach der Vorrunde die Heimreise aus Südafrika antreten.

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