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Südafrika war zuletzt bei der WM 98 in Frankreich dabei, scheiterte in der Vorrunde © getty

Südafrika droht als erstem WM-Gastgeber das Aus in der Vorrunde. Mexiko und Uruguay reicht ein Remis zum Einzug ins Achtelfinale.

Johannesburg - Dem Gastgeber droht gegen "Les Miserables" eine historische Pleite - und ganz Südafrika fürchtet ein zweites "Gijon":

Wenn Bafana Bafana bei der Heim-WM im Vorrundenfinale der Gruppe A auf die Skandal-Truppe aus Frankreich trifft, könnte auch ein Sieg zu wenig sein (DATENCENTER: Die Gruppe A).

Dann nämlich, wenn sich Mexiko und Uruguay parallel auf ein Unentschieden einigen (Eine Frage der Ehre für "Bafana Bafana").

Anständig verabschieden

"Wir wollen einen überzeugenden Sieg und auf der großen Bühne noch einmal eine große Leistung zeigen", sagte Bafana-Coach Carlos Alberto Parreira vor dem wahrscheinlich letzten Auftritt am Dienstag (ab 15.30 Uhr im LIVE-TICKER) in Bloemfontein: "Alles andere liegt nicht in unserer Hand."

Sondern in den Händen der anderen Teams, die sich wie Deutschland und Österreich 1982 (1:0) absprechen könnten. Ein Remis im direkten Duell - und Mexiko wie Uruguay sind weiter.

Parreira tadelt Franzosen

Zu allem Überfluss brodelt es in Parreiras Mannschaft. Dass es im Lager der Franzosen drunter und drüber geht, wird dagegen laut Parreira kein Vorteil sein.

"Wenn sie auf den Platz gehen, spielt das keine Rolle mehr", sagte er - und bezog klar Stellung zu den skandalösen Vorfällen: "Auf diesem Niveau erwartet man so etwas nicht. Die Spieler sollten sich professionell verhalten, so etwas darf bei einer WM vor den Augen der Welt nicht passieren."

Enttäuschung, aber kein Debakel

Konflikte im eigenen Team, über die eine Sonntagszeitung ausführlich berichtet hatte, dementierte der Brasilianer vehement.

"Ich bin schon so viele Jahre Trainer mit so vielen Mannschaften, ich weiß: In den Zeitungen stehen so viele Lügen", sagte er: "Es hat nie irgendwelche Probleme gegeben."

Auf die Kritik an seiner Nibelungentreue zur Stammformation hat Parreira aber reagiert. "Es wird fünf Veränderungen geben", sagte der Coach.

Sollte Südafrika als erster Gastgeber der WM-Geschichte in der Vorrunde scheitern, "wäre das traurig und eine Enttäuschung", meinte der Brasilianer noch, "aber kein Debakel".

Uru-Coach schließt Absprache aus

Mexiko und Uruguay könnten für diese Enttäuschung sorgen. Doch vor dem Duell beteuerten die Protagonisten, dass sie sich nicht auf ein Remis einigen werden.

"Das schließe ich absolut aus. Mir gefällt es überhaupt nicht, wenn einer so etwas von mir denkt. Das stellt mich in ein schlechtes Licht. Mich und alle Uruguayer", sagte Coach Oscar Tabarez.

Sein mexikanischer Kollege Javier Aguirre versicherte: "Ich erwarte, dass meine Mannschaft mit der richtigen Einstellung und so stark spielen wird wie gegen Frankreich."

Uruguay bei Remis Erster

Gegen die Skandal-Truppe hatte Mexiko 2:0 gewonnen. Und weil Uruguay Südafrika 3:0 bezwang, befinden sich beide Teams vor dem Aufeinandertreffen in Rustenburg (ab 15.30 Uhr im LIVE-TICKER) in komfortabler Lage.

Bei einem Remis würde Uruguay als Gruppenerster mit dem Zweiten Mexiko ins Achtelfinale einziehen.

Niedrige Quote für Remis

FIFA-Mediendirektor Nicolas Maingot, ein Franzose, hofft auf die Integrität aller Beteiligter: "Unser Slogan lautet 'Mein Spiel ist Fair Play'. Wir hoffen, dass sich alle 32 Mannschaften bei diesem Turnier auch daran halten." (GAMES: Das WM-Tippspiel)

Für die Wettanbieter scheint das Ergebnis klar: Nie waren die Quoten auf ein Unentschieden bei der WM in Südafrika niedriger.

Argentinien aus dem Weg gehen

Der Spielplan könnte El Tri und Celeste aber Beine machen. Der Zweite der Gruppe A - bei einem Remis Mexiko - trifft im Achtelfinale auf den Ersten der Gruppe B.

Das wird wohl Argentinien sein, und der Zaubertruppe um Lionel Messi will jede Mannschaft aus dem Weg gehen.

Rechnung mit "Gauchos" offen

Außer, und jetzt kommt der Haken: Mexiko!

"Ob ich ein Duell mit Argentinien vermeiden will? Das ist mir doch egal. Wir sind stark genug, jeden zu schlagen. Argentinien ist für uns kein Problem", sagt Angreifer Cuauhtemoc Blanco.

Seit dem unglücklichen Aus im Achtelfinale 2006 (1:2 n.V.) hat Mexiko eine Rechnung offen.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Südafrika: 1 Josephs - 5 Ngcongca, 20 Khumalo, 4 Mokoena, 15 Thwala - 23 Khuboni, 6 Sibaya (12 Letholonyane) - 11 Modise (18 Nomvethe), 10 Pienaar, 8 Tshabalala - 9 Mphela

Frankreich: 1 Lloris - 2 Sagna, 17 Squillaci, 3 Abidal, 13 Evra - 8 Gourcuff, 18 Diarra, 15 Malouda - 11 Gignac, 12 Henry, 7 Ribery

Schiedsrichter: Oscar Ruiz (Kolumbien)

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Mexiko: 1 Perez - 5 Osorio, 15 Moreno, 2 Rodriguez, 3 Salcido - 18 Guardado (8 Castro), 4 Marquez, 6 Torrado - 17 Dos Santos, 9 Franco, 7 Barrera

Uruguay: 1 Muslera - 16 Maximiliano Pereira, 2 Lugano, 3 Godin, 4 Fucile - 17 Arevalo Rios, 15 Perez, 11 Alvaro Pereira - 9 Suarez, 10 Forlan, 7 Cavani

Schiedsrichter: Viktor Kassai (Ungarn)

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