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Mexikos Andreas Guardado (r.) flankt, Uruguays Maximilano Pereira blockt ab © getty

Die Celeste zieht ohne Gegentor ins Achtelfinale ein. Das Anrennen Mexikos wird nicht belohnt, dennoch ist auch "El Tri" weiter.

Rustenburg - Luis Suarez hat den zweimaligen Weltmeister Uruguay erstmals seit 20 Jahren wieder in ein WM-Achtelfinale geschossen.

Der Angreifer von Ajax Amsterdam bescherte der Celeste mit seinem Treffer in der 43. Minute einen 1:0 (1:0)-Sieg am letzten Spieltag der Vorrundengruppe A gegen Mexiko.

"El Tri" reichte die knappe Niederlage ebenfalls zum Einzug in die K.o.-Runde, in der Mexiko zuletzt 1990 gefehlt hatte.

"Ich bin sehr glücklich und zufrieden, weil es mein erstes Tor bei einer WM war", sagte Suarez.

An den nächsten Gegner wollte er noch nicht denken: "Wir haben unser erstes Ziel, weiterzukommen, erreicht. Gegen wen es jetzt geht ist nicht so wichtig."

Sein Stürmerkollege Diego Forlan betonte: "Es war wichtig, dass wir gewonnen haben, noch wichtiger aber, dass wir weitergekommen sind. Das war eine großartige Partie von uns. Jetzt aber wird's richtig schwierig, egal gegen wen wir spielen müssen."

Marquez denkt schon an Argentinien

Der Mexikaner Rafael Marquez indes dachte schon an das mögliche Achtelfinale gegen Argentinien: "

Es hängt alles nur von uns ab. Argentinien hat zwar eine sehr gute Mannschaft mit sehr starkem Angriff, aber wir haben gegen Frankreich gezeigt, was wir können", sagte er.

Die Ausgangslage vor dem Spiel war klar: Bei einem Remis hätte Uruguay als Sieger der Gruppe A vor Mexiko festgestanden - und der Gastgeber Südafrika sowie Vize-Weltmeister Frankreich wären draußen gewesen.

Im Vorfeld des Spiels hatten beide Lager aber Vermutungen zurückgewiesen, wonach das Spiel ähnlich wie die Partie Deutschland gegen Österreich bei der "Schande von Gijon" 1982 verlaufen könnte.

Das 1:0 reichte trotzdem beiden - weil Südafrika nur 2:1 gewann.

Mexikos Trainer Javier Aguirre betonte: "Die FIFA kann sicher sein, dass wir heute gewinnen wollten. Wir können nicht auf ein Remis spielen. Uruguay war sehr stark, sehr konzentriert. Sie haben einen guten Job gemacht. Jetzt sind wir aber qualifiziert für die nächste Runde, das war unser Ziel."

Sein Gegenüber Oscar Tabarez sah es ähnlich: "Einige Aussagen waren nicht nach meinem Geschmack. Vielleicht waren einige der Meinung, dass wir nicht gewinnen müssten. Aber man muss immer ehrlich sein."

Viele Chancen gleich zu Beginn

Beide Teams ließen erst gar nicht den Verdacht eines "Nichtangriffspakts" aufkommen und begannen sehr offensiv.

Der Mexikaner Guillermo Franco eröffnete die Partie vor 33.425 Zuschauern im Royal-Bafokeng-Stadion gleich nach wenigen Sekunden mit einem Gewaltschuss aus 30 Metern, verfehlte aber das Tor.

Auch Uruguay probierte es mit Maxi Pereira aus der Distanz - ebenfalls ohne Ertrag.

Auch der gute Suarez hatte bereits nach sechs Minuten seine erste Chance: Nach einem haarsträubenden Fehler von Verteidiger Hector Moreno kam er halbrechts frei zum Schuss - doch er zielte knapp vorbei. (Der WM-Spielplan)

Überhaupt war Uruguay bis zur Führung das mutigere Team.

Guardado hämmert den Ball an die Latte

Mauricio Victorino, der in der Innenverteidigung den kranken Diego Godin ersetzte, hatte die nächste Chance, köpfte aus acht Metern aber über das Tor (18.).

Auch Mexiko kam in der unterhaltsamen Partie immer wieder zu guten Chancen. Die beste hatte Andres Guardado, der den Ball aus 25 Metern an die Unterkante der Latte hämmerte (22.).

Suarez köpft aus sechs Metern ein

Als sich die Kunde von Südafrikas 1:0-Führung gegen Frankreich herumgesprochen hatte, wurden beide Mannschaften etwas vorsichtiger. (GAMES: Das WM-Tippspiel)

Und nach dem 2:0 schaltetend beide Teams noch einen Gang runter. Denn weitere Treffer des Gastgebers, das wussten Mexikaner und Uruguayer, hätten für den Verlierer dieser Begegnung das Aus bedeutet.

Erst Suarez' Tor weckte die Spieler wieder. Nach einer Flanke von Edinson Cavani rettete der 23-Jährige zumindest die Ehre Uruguays: Völlig freistehend köpfte er aus sechs Metern ein.

Perez mit starker Parade

Mexikos Trainer Javier Aguirre reagierte in der Halbzeitpause und brachte Offensivspieler Pablo Barrera (für Guardado), der seinen Platz in der Startelf überraschend an Cuauhtemoc Blanco verloren hatte. (Die WM-Kader im Überblick)

Blanco war nach Gerardo Torrado und Rafael Marquez im dritten WM-Spiel schon der dritten Kapitän von "El Tri". Doch auch er musste bald für Javier Hernandez weichen. Mexiko startete nun einen Sturmlauf auf das Tor der Südamerikaner.

Rodriguez mit der großen Chance zum Ausgleich

Doch Uruguays Kapitän Diego Lugano hätte den Hoffnungen der Mittelamerikaner mit seinem Kopfball fast einen weiteren Dämpfer versetzt, wenn Torhüter Oscar Perez nicht mit einer starken Parade zur Stelle gewesen wäre (54.).

Auf der anderen Seite vergab Verteidiger Francisco Rodriguez ebenfalls per Kopf die größte Chance zum Ausgleich (64.).

Nach dem Anschlusstreffer der Franzosen war die mexikanische Not aber auch nicht mehr so groß.

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