vergrößernverkleinern
Mphela erzielte gegen Frankreich sein einziges WM-Tor für Südafrika © getty

"Bafana Bafana" ist zwar ausgeschieden, hat aber die Menschen in Südafrika begeistert, wie Torjäger Mphela bei SPORT1 erzählt.

Aus Südafrika berichtet Thorsten Mesch

Durban/Johannesburg - Ihr Team ist in der Vorrunde ausgeschieden, aber die Menschen in Südafrika haben weiter Spaß an der WM.

Mit ihrer starken Leistung beim 2:1-Sieg im letzten Gruppenspiel gegen Frankreich hat sich die "Bafana Bafana" erhobenen Hauptes aus dem Turnier verabschiedet.

Auch wenn es nicht für das Achtelfinale gereicht hat:

Die WM hat den Menschen in der Regenbogen-Nation schon jetzt viel Positives beschert (Der WM-Spielplan).

"Das letzte Mal, als etwas Ähnliches in unserem Land passiert ist war, als Nelson Mandela aus dem Gefängnis entlassen wurde", erklärte Südafrikas Torjäger Katlego Mphela im Gespräch mit SPORT1.

"Die Menschen in unserem Land sind noch enger zusammengerückt. Diese WM ist etwas, was wir in unserem Leben nie mehr vergessen werden."

Die Fans feierten die Spieler als Helden - und erfreuen sich jetzt an den Auftritten der Superstars wie Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo.

"Ende des Regenbogens"

"Das Ende des Regenbogens, aber nicht das Ende der Welt", schrieb die Zeitung "Let's go 2010", die als WM-Beilage in mehreren großen südafrikanischen Tageszeitungen erscheint.

"Es ist immer noch eine sehr interessante Weltmeisterschaft. Es hat schon einige Überraschungen gegeben, und vielleicht folgen ja noch ein paar", sagte Mphela nach dem Sieg über Frankreich.

[image id="44a98974-65bc-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Und er sollte Recht behalten: Nach Südafrikas Erfolg über den gescheiterten Vizeweltmeister Frankreich gewan am Mittwoch die Slowakei gegen Weltmeister Italien und sorgte für die bisher größte Sensation des Turniers.

"Verrückt nach Fußball"

"Die Atmosphäre wird vielleicht etwas anders sein als mit uns. Aber es gibt noch viele Spiele, und die Menschen in Südafrika sind verrückt nach Fußball", sagte Khune zu SPORT1.

Im Auftaktspiel gegen Mexiko (1:1) und beim 2:1 gegen Frankreich haben die Südafrikaner ihre Anhänger begeistert.

"Wir wollten den Leuten und der Welt zeigen, dass wir auch guten Fußball spielen können", meinte Mittelfeldspieler Siphiwe Tshabalala von den "Kaizer Chiefs" aus Johannesburg.

England-Legionär Steven Pienaar ist davon überzeugt, dass "Bafana Bafana" dies gelungen ist - und die Mannschaft auch weiter international mithalten kann.

"Südafrikas Fußball eine gute Zukunft vor sich", glaubt der ehemalige Dortmunder.

Hunt Kandidat auf die Parreira-Nachfolge

Nach dem Rücktritt des Brasilianers Carlos Alberto Parreira sucht Südafrikas Verband zunächst einen neuen Trainer.

Favorit auf die Parreira-Nachfolge ist Gavin Hunt, eine ehemaliger Verteidiger, der Supersport United aus Pretoria zuletzt dreimal in Folge zum Meistertitel führte.

Der 45-Jährige kennt sich im Gegensatz zu Parreira bestens im südafrikanischen Fußball aus und hat ein besseres Auge für die Nachwuchsspieler des Landes.

"Gefragt ist nun ein mittelfristiges Modell. Das beginnt schon bei den Jugendmannschaften", erklärte Ernst Middendorp, der als TV-Experte die WM-Spiele analysiert.

Middendorp, der in Südafrika schon den Spitzenklub Kaizer Chiefs trainierte und in der vergangenen Saison den FC Maritzburg United vor dem Abstieg rettete, traut mehreren "Bafana"-Spielern zu, auch in den großen europäischen Ligen Fuß zu fassen.

"Bongani Khumalo hat sicher das Zeug dazu", sagte Middendorp über den Abwehrspieler von Supersport United, der gegen Frankreich das 1:0 erzielt hatte.

Mphela heiß begehrt

Torjäger Mphela ist in Europa bereits heiß begehrt:

"Mein Berater hat ein paar Angebote vorliegen. Birmingham City ist interessiert und auch ein paar Vereine in Spanien", so Mphela der bei den Marmelodi Sundowns in Pretoria spielt und bereits in Frankreich Auslandserfahrung gesammelt hat.

Es scheint so, als tendiere Mphela dieses Mal zu Spanien, denn er "drückt nun bei der WM den Spaniern die Daumen" und hofft, "dass sie ins Finale kommen."

Steven Pienaar, der fünf Jahre bei Ajax Amsterdam spielte, hat einen anderen Favoriten: "Mal sehen, vielleicht hole ich jetzt mein Holland-Trikot aus dem Schrank", meinte er grinsend.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel