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Gabriel Heinze (M.) erzielte gegen Nigeria nach sechs Minuten die 1:0-Führung © getty

Argentinien feiert gegen Nigeria einen gelungenen Start. Lionel Messi trumpft auf, vergisst dabei aber das Toreschießen.

Aus Südafrika berichtet Martin van de Flierdt

Johannesburg - Diego Maradonas argentinische Auswahl ist erfolgreich ins WM-Turnier gestartet. (Der WM-Spielplan)

In der Gruppe B bezwang die Albiceleste Nigeria nach einem über weite Strecken überlegen geführten Spiel mit 1:0 (1:0).

Das Tor des Tages für die Südamerikaner erzielte Linksverteidiger Gabriel Heinze schon in der sechsten Minute. Der deutsche Schiedsrichter Wolfgang Stark feierte in Johannesburg eine unauffällige WM-Premiere.

"Wir haben gewonnen, es ist ein guter Sieg, das gibt uns eine gewisse Sicherheit", sagte Maradona erleichtert.

Und sein Gegenüber Lars Lagerbäck lobte trotz der Pleite sein Team: "Ich bin stolz auf meine Spieler auf das, was sie geleistet haben, aber enttäuscht über die Niederlage. Mit etwas Glück wäre auch ein Remis möglich gewesen."

Vor 61.500 Zuschauern im Ellis Park legten die Argentinier los wie die Feuerwehr.

Lionel Messi schüttelte mit einem starken Antritt Gegenspieler Dickson Etuhu und Innenverteidiger Joseph Yobo ab und servierte den Ball tafelfertig in die Mitte für Gonzalo Higuain.

Enyeama pariert stark

Doch der schoss unbedrängt aus vier Metern neben das Tor (4.). Zwei Minuten später gleich der nächste Auftritt Messis:

Nach einem krassen Fehlpass von Nigerias Rechtsverteidiger Chidi Odiah lupfte der Weltfußballer den Ball in Richtung rechter Torwinkel. Doch Schlussmann Vincent Enyeama lenkte ihn glänzend zur Ecke (6.). (Die WM-Kader im Überblick)

Heinze ist zur Stelle

Die hatte Folgen. Heinze löste sich an der Strafraumgrenze und hechtete die Hereingabe per Kopf zum frühen 1:0 in die Maschen (6.). 248414(die Bilder)

Bis dahin hatten die Afrikaner noch gar nicht am Spiel teilgenommen. Erst nach einer knappen Viertelstunde lösten sie sich ein wenig aus der Umklammerung.

Bis auf zwei deutlich verzogene Abschlüsse des im linken Mittelfeld aufgebotenen Hoffenheimers Chinedu Obasi brachten sie in der Offensive aber bis zur Pause nichts zustande.

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Argentinien lässt Ball und Gegner laufen

Die Argentinier machten die Nigerianer im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit mit langen Ballstafetten mürbe und hätten noch mehrfach das 2:0 nachlegen können.

Der überragende Messi scheiterte nach einem erneuten Solo (18.) und feinem Doppelpass mit Angel di Maria (36.) am starken Enyeama.

Nigerias Torhüter entschärfte auch eine weitere Chance Higuains, den Carlos Tevez perfekt freigespielt hatte (21.). Ein Kopfballaufsetzer des aufgerückten Innenverteidigers Walter Samuel sprang zudem knapp über die Querlatte (23.).

"Es ist schon verrückt. Ich habe so viel gehalten, doch dieses eine verflixte Gegentor hat uns das Genick gebrochen. Aber wir werden uns jetzt nicht selbst umbringen. Wir haben noch zwei Spiele und noch alle Chancen", sagte Nigerias Torhüter.

Lagerbäck reagiert

Auch nach dem Seitenwechsel blieben die Südamerikaner zunächst problemlos Herren der Lage. (GAMES: Das WM-Tippspiel)

Deshalb brachte Nigerias Trainer Lars Lagerbäck mit dem Wolfsburger Obafemi Martins und Peter Odemwingie schon vor der 60. Minute zwei frische Angreifer.

Der Versuch, die Offensive zu verstärken, hatte allerdings zur Folge, dass sich den Argentinier nun Räume zum Kontern boten.

Überzahlsituation ungenutzt

Bei einem Gegenzug mit vier zu zwei Überzahl setzte Messi den Abschluss knapp neben den linken Pfosten (65.), gleich darauf scheiterte Higuain einmal mehr an Enyeama (66.).

Dann endlich wurden auch die Afrikaner gefährlich. Auf Ablage von Odemwingie setzte Taye Taiwo den Ball mit der Pieke von der Strafraumgrenze aus haarscharf neben den rechten Pfosten (71.).

Dann zwang Martins Argentiniens Torhüter Sergio Romero mit einem wuchtigen Distanzschuss zu einer unorthodoxen Faustabwehr (78.).

Uche kläglich

Der eingewechselte Kalu Uche schließlich brachte den Ball aus zehn Metern nicht auf das Tor (83.).

Auf der Gegenseite verpasste Messi nach Doppelpass mit dem ebenfalls spät gekommenen Maxi Rodriguez das 2:0 (81.). Doch die zu geringe Torausbeute blieb beim hochverdienten argentinischen Erfolg das einzige Manko.

"Es war sehr wichtig für uns, Chancen herauszuspielen. Wir haben nicht alle genutzt, am Ende hätten Nigeria ausgleichen können, das sind die Gesetze des Fußballs", sagte Maradona.

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