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Otto Rehhagel (l.) führte Griechenland 2004 zum EM-Titel © imago

Gegen Nigeria ist ein Sieg Pflicht, soll das Achtelfinale noch her. Die Zukunft Trainers scheint bereits besiegelt zu sein.

Aus Südafrika berichtetThorsten Mesch

Durban ? Graue Wolken, Hagelschauer und Temperaturen wie im deutschen Spätherbst statt blauer Himmel, Sonnenschein und 25 Grad. (GAMES: das WM-Tippspiel)

Zwei Tage nach dem Gastspiel der deutschen Nationalmannschaft und dem überzeugenden 4:0 gegen Australien zeigte sich Durban von seiner weniger schönen Seite.

Dazu passte auch die Stimmung auf dem Gelände der Northwood School, in deren Aula sich nur etwas mehr als 20 Journalisten und fünf Kamerateams versammelt hatten.

Im Norden der Stadt hat die griechische Mannschaft ihr Quartier bezogen und bereitet sich auf das zweite Gruppenspiel am Donnerstag (ab 15.30 Uhr im LIVE-Ticker) gegen Nigeria in Bloemfontein vor.

Sige über die "Super Eagles" Pflicht

Für die griechische Mannschaft die Partie gegen die "Super Eagles" ein Sieg so gut wie Pflicht, um die Chance auf das Erreichen des Achtelfinales zu wahren.

Auf die Zukunft von Trainer Otto Rehhagel dürfte das Spiel hingegen wohl kaum noch Auswirkungen haben.

Denn der Abschied des 71-Jährigen, der Griechenland bei der EURO 2004 überraschend zum Titelgewinn führte, scheint besiegelt zu sein. (der WM-Spielplan)

Hat sich "Rehhakles" schon verabschiedet?

Griechischen Medien zufolge hat Rehhagel den Spielern bereits seinen Abschied nach der Weltmeisterschaft in Südafrika verraten.

"Ich möchte erhobenen Hauptes gehen. Wir haben schöne Momente erlebt. Es könnten die letzten Tage sein, die wir gemeinsam verbringen. Also lasst uns die WM gut zu Ende bringen", appellierte er laut "Goalnews" an seine Spieler.

Vasileios Torosidis und der ehemalige Frankfurter Sotirios Kyrgiakos wollten auf der Pressekonferenz jedoch nicht verraten, was ihr Trainer ihnen tatsächlich gesagt hat.

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Santos als Nachfolger gehandelt

Ebenso schwiegen beide auf die Frage von SPORT1, ob die Gerüchte über die bevorstehende Trennung von Rehhagel die Vorbereitung stören würden.

"Wir reden hier nur darüber, was bei der WM passiert, nicht darüber, was nach dem Turnier passieren könnte", gab der Pressesprecher des griechischen Fußballverbands anstelle der Spieler die vorformulierte Antwort.

Der Nachrichtensender "Skai" hatte berichtet, dass der Portugiese Fernando Santos als Nachfolger bereit stünde. (die WM-Kader im Überblick)

"Weiß nicht, wie es weitergeht"

Ob Rehhagel, dessen Vertrag mit Abschluss des Turniers ausläuft, nur mit seinem Abschied kokettiert oder mehr dahintersteckt, bleibt offen.

"Ich weiß nicht, wie es weitergeht", behauptet er, "das hängt auch vom Erfolg ab. Wir setzen uns nach der WM zusammen."

Doch zunächst steht das schwere Spiel gegen Nigeria auf dem Programm.

Kyrgiakos realistisch

"Wir haben nicht viel Zeit, Dinge zu ändern", sagt Kyrgiakos. "Wir müssen arbeiten und viel miteinander sprechen. Es wird nicht einfach."

Trotz der schwachen Vorstellung beim 0:2 im ersten Gruppenspiel gegen Südkorea sei die Mannschaft "guter Dinge. Wir haben noch zwei Spiele. Wir müssen das erste gewinnen, dann sehen wir weiter", meint Kyrgiakos.

"Nigeria hat tolle Spieler, aber Südkorea ist als Team besser als sie", sagt Torosidis und ergänzt: "Das Wichtigste ist, dass wir so spielen wie in der Qualifikation. Wenn wir das nicht schaffen, ist der Gegner egal. Dann haben wir gegen niemanden eine Chance."

Noch kein griechisches WM-Tor

Gegen die Griechen, die zum zweiten Mal nach 1994 bei einer WM sind, spricht jedoch, dass sie bisher bei einer WM noch kein einziges Tor erzielt haben.

Wenn sich das gegen Nigeria nicht ändert, wird "König Otto" im abschließenden Gruppenspiele gegen Argentinien wohl zum letzten Mal auf der Trainerbank der Griechen sitzen.

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