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2005 wurde Martin Demichelis (l.) zum ersten Mal in die Nationalmannschaft berufen © getty

Nach dem 4:1-Erfolg der Argentinier hat der Nationaltrainer nicht nur für den dreifachen Torschützen Gonzalo Higuain Lob parat.

Aus Südafrika berichtet Martin van de Flierdt

Johannesburg - Diego Maradonas Augen wurden größer, wuchsen zu einem irritierten Stieren.

Nach dem überzeugenden 4:1 (2:1)-Erfolg der argentinischen Nationalmannschaft hatte ihm ein Simultandolmetscher via Kopfhörer die Fragen eines englischen Journalisten übersetzt (Der WM-Spielplan).

Und Maradona glaubte offenbar seinen Ohren nicht. "Entschuldigen Sie, aber ich stehe auf Frauen", antwortete er dann entrüstet. "Ich habe eine hübsche Freundin, sie heißt Julia, ist blond und 31 Jahre alt."

Maradonas väterliche Seite

Die Fragen des Briten waren keineswegs so indiskret wie Maradonas Reaktion vermuten ließ.

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Er hatte lediglich gesehen, wie Maradona seinen Spielern nach Abpfiff der Partie im Soccer-City-Stadion von Johannesburg väterlich über die Köpfe gestreichelt und sie umarmt hatte 250482(DIASHOW: SPORT1-Elf 1. WM-Spieltag).

"Mr Maradona, can this affection, this love win the World Cup?", wollte der Journalist also wissen. Und wen von seinen 23 Jungs der 49-Jährige denn besonders gerne leiden möge.

Demichelis tanzt aus der Reihe

Maradona witterte darin eine Falle, die keine war, fand aber schnell zu seiner guten Laune zurück.

Denn an diesem Donnerstagnachmittag hatte er alle seine Spieler gern, vielleicht mit der Ausnahme Martin Demichelis (GAMES: Das WM-Tippspiel).

Der Münchner hatte sich unmittelbar vor der Pause in Anfängermanier am eigenen Strafraum von Chung Yong Lee den Ball abnehmen lassen, den dieser zum einzigen koreanischen Treffer nutzte.

"Marschroute umgesetzt"

"Nehmen wir diesen Fehler aus, dann hatten wir das Spiel fest in der Hand", analysierte Maradona. "Ich kann meinen Spielern nur gratulieren, wie perfekt sie unsere Marschroute umgesetzt haben."

Besonders gut brachte Gonzalo Higuain die Vorgaben auf den Platz. Nach dem Eigentor des Südkoreaners Chu Young Park (17.) markierte er alle drei Treffer weiteren Treffer für die "Albiceleste" (33./76./80.) 250592(DIASHOW: Tops und Flops der WM).

Den letzten beiden davon gingen grandiose Spielzüge über Lionel Messi und Maradonas eingewechselten Schwiegersohn Sergio Agüero voraus.

"Es gibt nichts Besseres"

"Es gibt nichts Besseres, als bei seiner ersten WM einen Dreierpack zu schnüren", meinte Higuain, nachdem er zum "Man of the Match" gekürt worden war. "Wir haben klasse gespielt, Chancen herausgespielt und sie eiskalt verwandelt."

Oder, wie Maradona als seine Wunschzeile über den Spielbericht geschrieben hätte: "Argentinien war unerbittlich!"

Mit nun sechs Punkten liegen die Südamerikaner auf Platz eins der Gruppe B, der Achtelfinaleinzug käme nur bei einer deutlichen Niederlage im letzten Gruppenspiel gegen Griechenland noch in Gefahr.

Lektion für Südafrika

Weniger gut sieht die Situation nun für Südkorea aus. Mit drei Punkten und 3:4 Toren muss gegen Nigeria ein Sieg her, will man sich nicht auf argentinische Schützenhilfe verlassen müssen.

"Ich habe nicht erwartet, dass wir dieses Spiel so deutlich verlieren", gab Trainer Jung Moo Huh ernüchtert zu. "Diese Niederlage war eine echte Lektion, aus der wir bis zum Nigeria-Spiel unsere Lehren gezogen haben müssen."

Es wird die Asiaten kaum trösten, dass in Südafrika wohl noch ganz andere Mannschaften von diesen Argentiniern vorgeführt werden.

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