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Der Bann ist gebrochen: Martin Demichelis (M.) trifft zum 1:0 für Argentinien © getty

Der WM-Favorit lässt sich auch von einer massiven Defensive Griechenlands nicht beunruhigen. Griechenland muss die Koffer packen.

Polokwane - Letzter Vorhang für Otto Rehhagel:

Der Europameister von 2004 hat mit Griechenland das WM-Achtelfinale verpasst und sich damit wohl endgültig von der großen Fußball-Bühne verabschiedet.

Die Griechen unterlagen dem WM-Topfavoriten Argentinien im letzten Gruppenspiel 0:2 (0:0).

Innenverteidiger Martin Demichelis (77.) vom FC Bayern München und Martin Palermo (89.) trafen für die Mannschaft von Trainer Diego Maradona, die sich 90 Minuten lang unermüdlich bemühte, die Lücken in der griechischen Abwehrmauer zu finden.

"Wir gehen Schritt für Schritt weiter, ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg", sagte Torschütze Palermo zu den Titel-Aussichten des Weltmeisters von 1978 und 1986.

"Das Team ist absolut intakt"

"Viele haben falsch gelegen mit der Kritik vor der WM. Sie sollten sich langsam bei den Spielern entschuldigen. Die Fans können entspannt sein. Das Team ist absolute intakt", kommentierte ein hochzufriedener Maradona.

Im Achtelfinale trifft Argentinien am Sonntag in einer Neuauflage des Achtelfinales von 2006 auf Mexiko.

"Die überlegene und bessere Mannschaft hat dieses Spiel verdient gewonnen", stellte Otto Rehhagel kurz und treffend fest, wollte sich zu seinem möglichen Verbleib in Griechenland aber noch nicht äußern:

"Meine Zukunft ist meine Privatsache."

Agüero und Milito in der Mannschaft

Die Argentinier hatten nach zwei Siegen schon vor dem Anpfiff fast sicher als Sieger der Gruppe B und damit als Achtelfinalist festgestanden und deshalb einige Stammspieler geschont. Die "Ersatzleute" hatten mit Sergio Agüero oder Diego Milito aber immer noch große Namen.

Die Griechen verließen sich ausschließlich darauf, dass das zeitgleich stattfindende Spiel zwischen Nigeria und Südkorea in ihrem Sinne ausgehen würde. Die zweite Garde der Argentinier war immer noch stark genug, um Druck aufzubauen und den Hellenen kaum eine Chance zu lassen.

Lediglich Georgios Samaras (48.), Stürmer von Celtic Glasgow, schnupperte an einem Torerfolg. Ansonsten waren die Griechen nicht in der Lage, die Abwehr des Gegners in Verlegenheit zu bringen. (Der WM-Spielplan)

Rehhagel mit "Betontaktik"

Vor 38.891 Zuschauern im Peter-Mokaba-Stadion von Polokwane waren die Argentinier von Beginn an die spielbestimmende Mannschaft, mussten aber lange auf gute Torchancen warten.

Vor allem Rehhagels gefürchtete "Betontaktik" stellte den Südamerikanern eine schwere Aufgabe. Rehhagel ließ neun defensive Spieler auflaufen und bot zudem mit Sokratis Papastathopoulos einen Manndecker für Lionel Messi auf.

Superstar Messi wurde nicht geschont, sondern lief auf eigenen Wunsch von Beginn an als Kapitän auf. Zwei Tage vor seinem 23. Geburtstag wurde der Weltfußballer zum jüngsten Spielführer der argentinischen WM-Geschichte.

Sonderbewacher für Messi

Papastathopoulos schränkte die Kreise des Dribbelkönigs zu Beginn allerdings erheblich ein. Da Messi auf Schritt und Tritt verfolgt wurde, waren es zunächst andere, die die ersten Offensivakzente setzten.

Maradonas Schwiegersohn, Sergio Agüero, schloss einen Alleingang mit einem harten Schuss ab (18.), aber Torhüter Alexandros Tzorvas war ebenso auf dem Posten wie eine Minute später, als Juan Sebastian Veron aus der Distanz abzog.

Demichelis und Palermo treffen

Messi verschaffte sich im zweiten Abschnitt immer mehr Luft und leitete beinahe jeden argentinischen Angriff ein. Zur Führung benötigten die Südamerikaner aber eine Standardsituation.

Demichelis blieb mit einem Kopfball nach einer Ecke von links noch an Teamkollege Milito hängen. Den Abpraller drosch der Bayern-Verteidiger aus vier Metern resolut ins Tor.

Die Griechen, die außer dem Schuss von Samaras offensiv nichts zu bieten hatten, wagten sich trotz des Rückstands kaum aus der Deckung. Die Quittung verpasste ihnen Messi kurz vor Schluss.

Nach einem überragenden Solo gegen vier Mann scheiterte der Weltfußballer zwar aus 16 Metern an Torhüter Alaxandros Tzorvas. Den Abpraller veredelte der eingewechselte Palermo aber zum 2:0-Endstand.

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