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Jung-Soo Lee (r.) bejubelt seinen Ausgleichstreffer für Südkorea © getty

Mit einem glücklichen Remis gegen Nigeria sind die Asiaten weiter. Die Afrikaner vergeben diverse Großchancen teils kläglich.

Durban - An einem traurigen Tag für Afrika hat sich Südkorea zum zweiten Mal ins Achtelfinale einer WM gezittert.

Die Asiaten erreichten gegen Nigeria nur ein 2:2 (1:1) und hatten dabei Glück, dass Otto Rehhagels wackere Griechen gegen Argentinien (0:2) eine große Sensation verpassten.

Nigeria ist nach Kamerun und den Gastgebern bereits als dritte von sechs Mannschaften des Schwarzen Kontinents in der Vorrunde gescheitert.

Südkorea trifft im Achtelfinale erneut in Port Elizabeth auf den zweimaligen Weltmeister Uruguay. Nachdem Kalu Uche zunächst den Führungstreffer für die Nigerianer erzielt hatte (12.), schossen Lee Jung-Soo (38.) und Park Chu-Young (49.) den WM-Vierten von 2002 in die Runde der letzten 16 (Der WM-Spielplan).

Lagerbäck tief enttäuscht

Der Ausgleich von Yakubu Aiyegbeni (69., Foulelfmeter) machte das Spiel aber noch einmal zu einer Zitterpartie.

Obafemi Martins vom VfL Wolfsburg hatte sogar den Siegtreffer und damit den Einzug für Nigeria ins Achtelfinale auf dem Fuß, vergab aber alleine vor Südkoreas Torwart Jung Sung-Ryong kläglich (80.).

"Ich könnte jetzt so vieles sagen, aber ich kann nicht, ich bin viel zu enttäuscht. Meine Spieler haben es sehr gut gemacht und für Nigeria großes Herz gezeigt - und sie hätten es verdient gehabt zu gewinnen", sagte Nigerias Trainer Lars Lagerbäck, der auf die Frage, ob es sein letztes Spiel mit den Super-Adlern gewesen sei, mit feuchten Augen antwortete: "Ich weiß es nicht."

Vier Wechsel für die Minimalchance

Lars Lagerbäck hatte seine Mannschaft auf vier Positionen umgestellt, um das Unmögliche noch irgendwie möglich zu machen.

Für den gesperrten Sani Kaita, der im Spiel gegen Griechenland (1:2) vom Platz geflogen war, kam Yussuf Ayila von Dynamo Kiew ins defensive Mittelfeld. Für die Nigerianer war klar: Ein Sieg musste her, sonst wäre die Minimalchance auf die K.o.-Runde nicht zu realisieren (GAMES: Das WM-Tippspiel).

Chas Fehler verursacht den Rückstand

Das Spiel machten zunächst die Südkoreaner, die zuvor 2:0 gegen Griechenland gewonnen und 1:4 gegen Argentinien verloren hatten. Die Adler begannen nervös und fehlerhaft.

Fast wie aus heiterem Himmel fiel daher das 1:0. Nach einer Flanke von Abwehrspieler Chidi Odiah von ZSKA Moskau erzielte Kalu Uche seinen zweiten Turniertreffer.

Sein Bewacher Du-Ri Cha vom SC Freiburg hatte nicht energisch genug eingegriffen. In der 36. Minute besaß Uche die große Chance auf das 2:0, sein Schuss aus gut 22 Metern flog aber an den Pfosten.

Yakubus grotesker Fehlschuss

Besser machten es kurz darauf die Südkoreaner. Nach einem Freistoß von Ki Sung-Yueng drückte Abwehrspieler Lee Jung-Soo den Ball über die Linie (38.). Den Freistoß hatte Chinedu Obasi von 1899 Hoffenheim verursacht, Nigerias offenbarte bei der Aktion nicht das einzige Mal große Schwächen beim Abwehrverhalten (Die WM-Kader im Überblick).

Beschwingt vom Ausgleich in der Endphase der ersten Hälfte spielte Südkorea nach dem Seitenwechsel weiter munter nach vorne. Dies wurde nach vier Minuten belohnt, als Park Chu-Young mit einem direkten Freistoß in die rechte untere Torecke traf. Keeper Vincent Enyeama sah bei dem Treffer ins Torwarteck nicht gut aus.

Nigeria aber gab sich nicht auf. Nach der Einwechslung von Angreifer Martins (59.) besaß Yakubu Aiyegbeni zwei Riesenchancen zum Ausgleich (60./65.), wobei er besonders die zweite in grotesker Manier vergab. Aus drei Metern schob er unbedrängt neben das Tor.

In der 68. Minute machte es der Stürmer vom FC Everton besser und verwandelte einen an Obasi verschuldeten Foulelfmeter eiskalt. Von den zahlreichen Großchancen im Endspurt konnte Nigeria aber keine mehr nutzen.

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