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Nach dem Märchen lehnt Rehhagel sogar den Job des Bundestrainers ab, führt die Griechen stattdessen zur EM-Endrunde 2008 und zur WM-Endrunde 2010, wo es auch zum Duell mit Diego Maradonas Argentiniern kommt. Doch nach der Vorrunde ist Schluss für die Griechen und nach fast neun Jahren auch für Rehhagel
Otto Rehhagel ist seit 2001 Trainer von Griechenland © getty

Die griechischen Medien danken "Rehakles" und spekulieren über seine Nachfolger. Maradona hält wenig von Gegner Mexiko.

Polokwane - Ein bisschen erinnerte Otto Rehhagel an Franz Beckenbauer nach dem WM-Triumph 1990 in Rom:

Für einen Moment lang stand der 71 Jahre alte Trainer-Methusalem gedankenverloren auf dem Platz des Stadions in Polokwane.

Dann schaute schaute er sich noch einmal die zwei Treffer der Argentinier auf der Anzeigetafel an, ließ den Blick über die Tribünen schweifen und ging in die Kabine.

Es dürfte Rehhagels Abgang von der großen Fußball-Bühne gewesen sein. (Der WM-Spielplan)

Rehhagel machte nach dem 0:2 (0:0) Griechenlands gegen den zweimaligen Weltmeister Argentinien aus seiner Zukunft ein großes Geheimnis.

"Das ist meine Privatsache"

Die griechischen Medien stimmten am Tag nach dem WM-Aus aber bereits den feierlichen Abgesang an. "Danke, Otto!", titelte die Zeitung "Sportday" auf Deutsch. Das Blatt "Exedra" schrieb vom "Ende einer Ära".

Rehhagel mauerte dagegen auch in Bezug auf seine Zukunft. "Das ist meine Privatsache. Das gebe ich zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt nicht bekannt", sagte der gebürtige Essener und blockte Fragen in diese Richtung ab:

"Ich beantworte nur Fragen zum Spiel."

Medien danken "König Otto"

Der Huldigung seiner Untertanen konnte sich "König Otto" auf jeden Fall noch einmal gewiss sein.

"Mit dir haben wir Griechen gelernt, wozu wir fähig sind. Bei der letzten Vorstellung haben wir 75 Minuten lang geträumt", schrieb "Sportday".

"Exedra" fügte hinzu: "Wir haben Respekt vor dem Team und vor König Otto." Für "Goalnews" war es "ein Abschied mit erhobenem Haupt".

Portugiese oder Bosnier als Rehhagel-Ersatz?

Das Ende von Rehhagels Amtszeit nach neun Jahren gilt als beschlossene Sache. Dass der Vertrag seines Assistenztrainers und Dolmetschers Ioannis Topalidis nicht verlängert wird, ist ein weiterer Fingerzeig.

In Griechenland wird ohnehin seit langem über die Erben von "Rehakles" spekuliert.

Als mögliche Nachfolger gelten der Portugiese Fernando Santos oder der Bosnier Dusan Bajevic.

Historischer Sieg gegen Nigeria

Rehhagel lobte noch einmal seine Spieler und zog trotz des Scheiterns in der Vorrunde ein positives Fazit.

"Die Mannschaft hat immer mit Herz und Begeisterung gespielt. Sie hat aus ihren Möglichkeiten das Beste herausgeholt", sagte Rehhagel und erinnerte an die historische Leistung:

"Man darf nicht vergessen, dass wir gegen Nigeria den ersten WM-Sieg für Griechenland gefeiert haben. Und auch den Argentiniern haben wir etwas weh getan", sagte Rehhagel.

Im Ranking um 40 Plätze verbessert

Der frühere Meistertrainer von Werder Bremen und des 1. FC Kaiserslautern hob hervor, dass er seit 2001 die Griechen in der Weltrangliste von Platz 65 auf Rang 13 geführt hat.

Höhepunkt seiner Regentschaft war der sensationelle EM-Triumph 2004. Danach hoben sie Rehhagel auf den Olymp, wo er für immer einen Ehrenplatz sicher haben wird.

Starke Griechen gegen Argentinien

Gegen den WM-Favoriten Argentinien hatte der gelernte Maler Rehhagel noch einmal sein Glück als Maurermeister versucht.

Mit drei Abwehrspielern, einem defensiven Fünfer-Mittelfeld und Sokratis Papastathopoulos als Sonderbewacher für Weltfußballer Lionel Messi hielt das griechische Abwehrbollwerk der besseren B-Elf der Gauchos auch lange stand.

Doch Bayern Münchens Innenverteidiger Martin Demichelis (77.) und Martin Palermo (89.) zerstörten die Hoffnung auf das hellenische Wunder von Polokwane.

Diego ist siegessicher

Während Rehhagel nun wohl in Rente geht, schickte Argentiniens Nationaltrainer Diego Maradona einen Gruß an die eigenen Anhänger.

Nach dem dritten Sieg in der Gruppe blickte er siegessicher auf das Achtelfinale gegen Mexiko (So., 20 Uhr, im LIVE-TICKER).

"Bei allem Respekt vor Mexiko: Unsere Fans können ganz entspannt sein, denn mein Team ist konzentriert und absolut intakt", sagte Maradona

Erneut Nullnummer von Messi

Auch dass Weltfußballer Lionel Messi, der erstmals als Kapitän aufgelaufen war, erneut ohne Tor blieb, macht Maradona keine Sorgen.

"Lionel wird schon noch treffen", sagte der exzentrische Coach und gab seinem Superstar nach dessen zweitem Pfostenschuss mit einem Augenzwinkern den Tipp: "Er sollte vielleicht mal mit dem Ball bis ins Tor laufen."

"Hebe mir die Tore auf"

Messi war nach seiner erneuten persönlichen Nullnummer ebenfalls nicht beunruhigt.

"Darüber mache ich mir keine Gedanken. Das ist mir gar nicht so wichtig", sagte Messi, der am Donnerstag seinen 23. Geburtstag feiert:

"Ich hebe mir die Tore eben für die wichtigen Spiele auf."

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