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Argentiniens Trainer Diego Maradona hadert bei der WM nicht nur mit den Schiedsrichtern © getty

Argentiniens Trainer übt Generalkritik, nur sein Team mache ihn glücklich. Von den Journalisten fordert er eine Entschuldigung.

Polokwane - Abreibung für die Journalisten, Schelte am Schiedsrichter und Kritik an den WM-Organisatoren: Diego Maradona redete sich nach dem Achtelfinaleinzug des zweimaligen Weltmeisters so richtig in Fahrt.

Argentiniens exzentrischer Nationaltrainer nutzte die Pressekonferenz nach dem 2:0 (0:0) gegen Otto Rehhagels Griechen zum verbalen Rundumschlag.

Vor allem die argentinischen Medienvertreter bekamen ihr Fett ab. (Der WM-Spielplan)

"Viele haben falsch gelegen mit ihrer Kritik vor der WM. Die Journalisten haben viel Unsinn geschrieben. Es ist an der Zeit, dass sie sich bei den Spielern entschuldigen", sagte Maradona, dem viele Experten die Qualität als Nationalcoach vor der WM in Südafrika abgesprochen hatten.

Maradona fordert mehr Schutz für Messi

Kein gutes Haar ließ der 49-Jährige auch am usbekischen Schiedsrichter Rawschan Irmatow, der zahlreiche Attacken gegen Weltfußballer Lionel Messi nicht geahndet hatte.

Maradona forderte mehr Schutz für seinen Superstar: "Zu jeder Zeit, wenn Messi den Ball hat, gehen die Gegner auf ihn los und fallen über ihn her. Gebt diesen Typen die Gelbe oder Rote Karte, damit das aufhört."

Einmal in Rage schloss der frühere Weltklassespieler auch die Organisatoren in seine Generalabrechnung mit ein und reihte sich in die Schar der Kritiker am WM-Ball Jabulani.

Auch der Ball ist schuld

"Dieser Ball ist ein schlechter Witz. Er fliegt nicht dahin, wo er hin soll", schimpfte Maradona: "Mit einem besseren Ball hätten wir auch schönere Spiele. Und die technisch besseren Mannschaften sind die Leidtragenden."

Ins Schwärmen geriet Maradona dagegen über sein eigenes Team.

"Meine Spieler machen mich glücklich, weil sie alles für uns und unser Land geben", sagte Maradona.

Vor dem Achtelfinale im Stadion Soccer City von Johannesburg gegen Mexiko (So., ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) gab er sich siegessicher und schickte eine Botschaft zur Beruhigung an die eigenen Fans: "Bei allem Respekt vor Mexiko - unsere Anhänger können sich entspannen. Denn meine Mannschaft ist voll konzentriert und absolut intakt."

Angst vor Argentinien?

So sehen es auch die Zeitungen in Argentinien.

"Die Seleccion jagt Mexiko Angst ein", schrieb die Zeitung "Ole".

"La Prensa" brachte die Euphorie auf den Punkt: "Der Titeltraum lebt mehr denn je."

"Hand Gottes" bei Einwechslungen

Maradona, Erfinder der "Hand Gottes", freute sich selbst über ein goldenes Händchen.

"Wir haben überlegt, wen wir einwechseln. Ich habe gesagt, holt mir Martin her. Das war ein Volltreffer", sagte Maradona mit einem Schmunzeln.

Der angesprochene Martin Palermo (89.) traf zum 2:0-Endstand, nachdem Innenverteidiger Martin Demichelis (77.) vom deutschen Double-Gewinner Bayern München die bessere B-Elf in Polokwane in Führung gebracht hatte.

Vertrauen in Messi

Einen ungewöhnlichen Tipp hatte Maradona für Messi parat.

"Er sollte vielleicht mal mit dem Ball bis ins Tor laufen", sagte der Coach mit einem Augenzwinkern, nachdem Messi zum zweiten Mal bei der Endrunde den Pfosten getroffen und erneut ohne Tor geblieben war. Sorgen macht sich Maradona wegen Messi aber nicht: "Er wird schon noch treffen."

Messi, der zwei Tage vor seinem 23. Geburtstag am Donnerstag erstmals als Kapitän aufgelaufen war, konnte sich einen verbalen Seitenhieb auf die Griechen nicht verkneifen.

"Sie haben dreckig gespielt", sagte der begnadete Offensivspieler.

Die eigene Torflaute beunruhigt ihn nicht: "Ich hebe mir die Tore eben für die wichtigen Spiele auf."

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