vergrößernverkleinern
Die Engländer mit Capello (l.) und Rooney spielten im Auftaktspiel 1:1 gegen die USA © getty

Englands Teammanager ist zunehmend gereizt. Er regt sich über den WM-Ball auf und ersetzt Keeper Green offenbar durch James.

Kapstadt - Torwartwechsel bei England:

Teammanager Fabio Capello hat sich laut Medienberichten nach einem Gespräch mit "Flutschfinger" Robert Green für einen Einsatz von David James gegen Algerien entschieden (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER).

Auch sonst liegen beim Italiener vor dem Zitterspiel gegen die Nordafrikaner, die nach dem 0:1 im ersten Spiel gegen Slowenien ebenfalls bereits mit dem Rücken zur Wand stehen, am Freitag in Kapstadt die Nerven blank.

Offiziell hatte Capello seine Torhüter-Entscheidung an seinem 64. Geburtstag bis zuletzt offen gelassen.

"Nicht an seinen Fehlern messen"

"Ich habe mit Robert Green absichtlich nicht am Abend vor dem Spiel gesprochen. Und ich werde ihn auch nicht an seinem Fehler messen, sondern daran, welchen Wert er für die Mannschaft hat", sagte er.

Selbst Kapitän Steven Gerrard wurde erst nach der Unterhaltung mit Green informiert, wer für den Rest des WM-Turniers das englische Tor hüten soll.

Green hatte im ersten Spiel gegen die USA einen ungefährlichen Schuss von Clint Dempsey zum 1:1-Endstand ins Tor rutschen lassen.

Doch auch James, die eigentliche Nummer eins der Engländer, genießt ebenfalls einen zweifelhaften Ruf als "Pannen-Keeper".

James macht Werbung

Die Kritik an Green nutzte Portsmouth-Keeper James direkt nach dem USA-Spiel, um Werbung in eigener Sache zu betreiben.

"Ich habe die Nummer 1 auf dem Trikot und ich bin immer noch die Nummer 1 - ich habe nur nicht gespielt", sagte James, der die Unterstützung seiner Teamkollegen genießt: "Ich bin bereit!"

Zur Vorsicht schiebt Capello die Schuld schon vor dem Spiel auf den WM-Spielball.

"Dieser Ball ist der schlechteste, den ich je in meinem Leben gesehen habe. Er ist schrecklich für die Spieler. Für die Torhüter ist es unmöglich, die Flugbahn zu erkennen", sagte Capello.

Rooney provoziert DFB-Auswahl

ManUnited-Stürmer Wayne Rooney eröffnete derweil ebenfalls ein paar Nebenkriegsschauplätze.

Ehe der 24 Jahre alte Angreifer seinen miserablen Autritt gegen die USA mit der Fußverletzung entschuldigte, die er im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Bayern München erlitten hatte, provozierte er erst einmal die deutsche Nationalmannschaft.

"Ich will Deutschland aus dem Turnier werfen. Es wäre super, wenn wir bei der WM gegen sie spielen würden", sagte Rooney, der mit der Capello-Elf im Achtelfinale am 27. Juni in Bloemfontein auf die Auswahl des DFB treffen könnte.

Dafür müsste Deutschland die Gruppe D gewinnen, England in der Gruppe C Zweiter werden.

Rooney von Achtelfinaleinzug überzeugt

"Deutschland hat gegen Australien sehr gut gespielt. Aber bislang habe ich bei dieser WM noch kein Team gesehen, vor dem wir Angst haben müssten", sagte das ManUnited-Ass, das trotz des mageren WM-Auftakts der Engländer gegen die USA keinen Zweifel daran hat, dass die englische Nationalmannschaft das Achtelfinale erreicht:

"Wir werden keine Probleme haben, in das Achtelfinale einzuziehen. Die letzte WM war für mich enttäuschend. Und im Moment bin ich wegen meiner alten Fußverletzung noch nicht bei 100 Prozent. Aber ich werde schon gegen Algerien oder Slowenien treffen."

Barry für Milner

Capello wird sein Team gegen Algerien definitiv auf einer anderen Position ändern. Anstelle von James Milner wird im defensiven Mittelfeld der wiedergenesene Gareth Barry auflaufen.

"Er wird spielen", sagte Capello. Barry wird gegen Algerien neben Frank Lampard ins defensive Mittelfeld rücken. Kapitän Steven Gerrard besetzt die linke Seite.

"Das ist besser für Steven, denn er hat seine Stärken in der Offensive, nicht in der Defensive", sagte Rooney.

Auch Algerier mit Torwartsorgen

Wie die Engländer hat auch Gegner Algerien Sorgen auf der Torhüterposition.

Fawzi Chaouchi, der sich beim 0:1 gegen Slowenien ebenfalls einen Patzer erlaubte, musste am Mittwoch mit dem Training aussetzen.

Der 25-Jährige erlitt eine Bänderdehnung im linken Knie. Als Ersatz steht Rais M'bolhi bereit.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

England: 12 Green (1 James) - 2 Johnson, 18 Carragher, 6 Terry, 3 Ashley Cole - 8 Lampard, 14 Barry - 7 Lennon, 4 Gerrard - 10 Rooney, 21 Heskey

Algerien: 16 Chaouchi (23 M'bolhi) - 2 Bougherra, 5 Halliche, 4 Yahia - 17 Guedioura, 8 Lacen, 19 Yebda, 3 Belhadj - 7 Boudebouz, 15 Ziani, 13 Matmour

Schiedsrichter: Irmatow (Usbekistan)

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel