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Wayne Rooney schoss bislang in 60 Länderspielen für England 25 Tore © getty

Englands Stürmer spricht vor dem Algerien-Duell schon davon, Deutschland rauszuwerfen. Der US-Coach kündigt ein "Schachspiel" an.

Port Elizabeth/Kapstadt - Erbaulich war Englands Start in die WM nicht, die Gruppenphase ist längst noch nicht überstanden.

Und doch feuert Superstar Wayne Rooney schon die erste verbale Breitseite gegen den potenziellen Achtelfinal-Gegner.

"Ich will Deutschland aus dem Turnier werfen. Es wäre super, wenn wir bei der WM gegen sie spielen würden", meint der Stürmer, der auf die DFB-Auswahl treffen könnte.

Zunächst aber müssen die Engländer ein Zitterspiel gegen Algerien am Freitag in Kapstadt (20 Uhr im LIVE-TICKER) überstehen. Und auch für Englands Auftaktgegner USA geht es in Johannesburg gegen Slowenien (15.30 Uhr im LIVE-TICKER) schon um alles.

Capello geht auf den Ball los

Sein Trainer war von Rooneys harscher Aussage nicht begeistert. "Ich bin überrascht von seinen Kommentaren. Wenn man über andere Mannschaften spricht, sollte man sie respektieren", sagte Fabio Capello.

Wie Rooney beschäftigt sich aber auch Capello mit Nebenkriegsgefechten. Er schießt nur nicht gegen Deutschland, sondern gegen ein deutsches Fabrikat: das WM-Spielgerät "Jabulani".

"Dieser Ball ist der schlechteste, den ich je in meinem Leben gesehen habe. Er ist schrecklich für die Spieler. Für die Torhüter ist es unmöglich, die Flugbahn zu erkennen", sagte der Italiener.

Der 63-Jährige behauptete auch, dass der WM-Ball Jabulani auch der Grund für den kapitale Schnitzer von England-Keeper Green beim 1:1 gegen die USA war.

Fraglich nur, ob er das tatsächlich ernst meint oder damit seinen Pannen-Keeper vor dem Sturm der öffentlichen Kritik zu schützen versucht.

USA kämpfen ums Überleben

Auch die Nutznießer von Greens "Flutschfinger" kämpfen allerdings ums Überleben.

"Wenn wir gegen Slowenien verlieren, sind wir quasi aus der WM ausgeschieden", sagt der ehemalige Bundesliga-Profi Landon Donovan zur Lage des US-Teams.

Das respektable 1:1 gegen England, das in den USA mit 14,5 Millionen TV-Zuschauern die zweithöchste Einschaltquote bei einem Fußballspiel erzielte, wäre plötzlich nicht mehr viel wert.

Keeper trotz Verletzung

Mindestens ein Remis muss also her, um im Land von Football, Basketball und Baseball die Begeisterung für Außenseiter Soccer am Leben zu halten.

Auch Clint Dempsey, der Englands Torhüter Robert Green mit seinem Treffer zum 1:1 hatte alt aussehen lassen, fürchtet die Niederlage: "Wir müssen unbedingt etwas mitnehmen, um im Rennen zu bleiben."

Für den Erfolg gehen die Amerikaner sogar bis an ihre körperlichen Schmerzgrenzen. "Ich vertraue auf das Adrenalin. Davon kann man gar nicht genug bekommen", sagt Torhüter Tim Howard, der trotz einer schmerzhaften Rippenverletzung auflaufen wird: "Sobald das Spiel beginnt, werde ich bereit sein."

Ähnliches gilt für Verteidiger Oguchi Onyewu, der vor der WM fast ein Jahr lang verletzt ausgefallen war.

"Wie ein Schachspiel"

Spielerische Klasse dürfen die Zuschauer im Johannesburger Ellis Park nicht erwarten. Zu schmerzhaft wäre für beide eine Niederlage.

"Die Begegnung wird eher wie ein Schachspiel", sagt US-Coach Bob Bradley, der die Slowenen als "hart kämpfende Mannschaft" einschätzt: "Sie sind sehr gut organisiert und lauern auf stets Konter."

Slowenien kann Achtelfinale sichern

Sohn Michael Bradley warnt derweil vor seinen Bundesliga-Kollegen Zlatko Dedic (Bochum) und Milivoje Novakovic (Köln). "Beide haben in Deutschland ihre Klasse bewiesen", sagt der Mittelfeldspieler von Borussia Mönchengladbach.

Ein Sieg gegen die USA würde der Elf um Kapitän und Torschütze Robert Koren nach dem 1:0 gegen Algerien reichen, um vorzeitig im Achtelfinale zu stehen.

Für einen der großen Außenseiter bei der WM wäre es ein kleines Wunder: Sloweniens bisher einzige Endrunden-Teilnahme endete 2002 mit drei Niederlagen in einem Fiasko.

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