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Landon Donovan brachte mit seinem Treffer zum 1:2 die USA wieder heran © getty

Die Slowenen sehen schon wie der Sieger aus. Doch den USA gelingt durch einen Kraftakt in Hälfte zwei noch der Ausgleich

Johannesburg - Dank des Mönchengladbachers Michael Bradley und eines enormen Kraftaktes haben die USA ihre Chancen aufs Achtelfinale bei der WM in Südafrika gewahrt und Außenseiter Slowenien den Sprung in die K.o.-Runde vorerst verwehrt.

Die US-Amerikaner drehten dank Toren von Ex-Bundesligaprofi Landon Donovan (48.) und Bradley (83.) einen 0:2-Pausenrückstand noch in ein 2:2 und können mit zwei Punkten aus zwei Spielen noch vom Achtelfinale träumen.

Die "Kleinen Drachen" aus Slowenien haben nach einem der interessantesten Spiele des bisherigen Turnierverlaufs mit vier Punkten weiter gute Chancen aufs Weiterkommen.

Siegtor wird die Anerkennung verweigert

Das Team von Trainer Matjaz Kek, das in der zweiten Halbzeit den vorzeitigen Sprung ins Achtelfinale aus den Händen gab, war vor der Pause durch Valter Birsa (13.) und Zlatan Ljubijankic (42.) in Führung gegangen.

In der 85. Minute wurde den Amerikaner sogar das 3:2-Siegtor verweigert.(Der WM-Spielplan)

Maurice Edu hatte einen Donovan-Freistoß eingeschossen, doch Schiedsrichter Koman Coulibaly (Mali) entschied auf Abseits. Eine klare Fehlentscheidung.

Ärger über aberkanntes Tor

"Ich habe gemischte Gefühle nach diesem Spiel. Wir lagen zurück, wir sind zurückgekommen und dann wurde uns ein Tor aberkannt", sagte US-Coach Bob Bradley, dessen Sohn den Ausgleich erzielt hatte

"Ich weiß nicht, warum der Schiedsrichter das abgepfiffen hat", kommentierte Bradley die Entscheidung. Auch der Torschütze zum 1:2, Landon Donovan zeigte kein Verständnis: "Ich bin immer noch sauer. Ich weiß nicht, warum sie uns das dritte Tor gestohlen haben."

Im letzten Gruppenspiel trifft die Mannschaft von Trainer Bob Bradley am Mittwoch auf Algerien, die Slowenen tragen ihr drittes Gruppenspiel zeitgleich gegen England (beide 16 Uhr im LIVE-TICKER) in Port Elizabeth aus.

Novakovic: Erfahrung fehlte

Auch die Slowenen ärgerten sich nach dem Schlusspfiff über die verschenkte Führung:

"Die Amerikaner waren fußballerisch schwach, sie warnen nur bei Standardsituationen gefährlich. Aber da fehlte uns in manchen Szenen die Erfahrung", konstatierte Kölns Stürmer Milivoje Novakovic.

Birsa trifft mit Fernschuss

Vor 45.573 Zuschauern im altehrwürdigen Ellis Park überzeugten die Slowenen mit der besseren Spielanlage und schlugen vor dem gegnerischen Tor eiskalt zu.

Die erste große Chance führte gleich zur Führung. Valter Birsa von AJ Auxerre wurde 25 Meter vor dem gegnerischen Tor nicht angegriffen, fasste sich ein Herz, sein Linksschuss segelte am verdutzten US-Keeper Tim Howard vorbei ins Netz.

Brecko verhindert Ausgleich

Die Amerikaner drückten wild auf den Ausgleich, wirkten dabei aber meist kopflos.

Slowenien, das im ersten Gruppenspiel beim 1:0 gegen Algerien den ersten Sieg seiner WM-Geschichte gefeiert hatte, stand insgesamt sicher. (GAMES: Das WM-Tippspiel)

Ins Schwimmen kamen die "kleinen Drachen" aber in der 40. Minute, als Brecko eine Hereingabe von Clint Dempsey, dem Torschützen beim achtbaren 1:1 zum Auftakt gegen England, in letzter Sekunde vor Donovan aus der Gefahrenzone schlug.

Novakovic gibt Vorlage

Praktisch im Gegenzug schlugen die Slowenen erneut zu. Ljubijankic wurde vom Kölner Milivoje Novakovic mustergültig bedient und ließ dem herauseilenden Howard mit einem platzierten Flachschuss keine Chance.

Mit hängenden Köpfen schlichen die Amerikaner zur Pause in die Kabine, doch mit zwei Wechseln zur Pause - unter anderem kam der Ex-Hamburger Benny Feilhaber - setzte Bradley offenbar das richtige Zeichen.

Donovan drischt Ball in die Maschen

Und nach nicht einmal drei Minuten waren die USA wieder im Spiel. Donovan, früher bei Bayer Leverkusen und Bayern München aktiv, marschierte nach einem Pass des Hannoveraners Steven Cherundolo und Patzer von Cesar Bostjan allein aufs Tor der Slowenen zu und drosch den Ball aus kurzer Distanz unhaltbar in die Maschen.

Drei Minuten später rutschte Cesar fünf Meter vor dem gegnerischen Tor nur knapp am Ball vorbei.

Rasante Partie

In der Folge entwickelte sich eine rasante und spannende Begegnung. Die US-Amerikaner witterten ihre Chance und blieben vor allem mit langen Bällen gefährlich.

Doch die Slowenen ließen sich nicht einschüchtern und lauerten auf Konter. Vor allem Novakovic blieb im Sturmzentrum immer anspielbereit und ständiger Unruheherd.

Donovan stark

Beste Spieler der Slowenen waren aber Birsa und Robert Koren, die das Spiel im Mittelfeld lenkten.

Bei den US-Amerikanern gefielen vor allem Dempsey und Donovan. Der 28-Jährige zeigte das, wofür ihn die Amerikaner lieben, was er in der Bundesliga aber nie hatte beweisen können.

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