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Nach dem Abpfiff reden die amerikanischen Spieler auf Schiedsrichter Coulibaly ein © getty

Aus unerfindlichen Gründen verweigert der Schiedsrichter das Siegtor der USA gegen Slowenien. Donovan beklagt "ein gestohlenes Tor".

Johannesburg - Sie lagen 0:2 zurück, sie schossen den Ausgleich, doch am Ende fühlten sich die Fußballer der USA um den Sieg betrogen.

Aufgebracht bestürmten die Amerikaner nach dem 2:2 (0:2) gegen Slowenien Schiedsrichter Koman Coulibaly aus Mali und schrien den Unparteiischen fast schon verzweifelt an.

Fünf Minuten vor dem Abpfiff hatte Coulibaly den dritten Treffer der Amerikaner aus nicht nachvollziehbaren Gründen aberkannt.

"Kein Mensch weiß, warum er das abgepfiffen hat", sagte US-Trainer Bob Bradley.

Donovan beklagt "gestohlenes Tor"

Vor allem Trainer-Sohn Michael Bradley war nach dem Abpfiff kaum zu beruhigen.

Der Mittelfeldspieler vom Bundesligisten Borussia Mönchengladbach hatte nach den Treffern von Valter Birsa (13.) und Zlatan Ljubijankic (42.) für Slowenien und dem 1:2 durch den guten Landon Donovan (48.) das Ausgleichtor erzielt (82.).

"Die Spieler packen viele Emotionen in so ein Spiel hinein und haben ein faires Ergebnis verdient", sagte sein Vater Bob.

"Ich weiß nicht, wie sie uns das dritte Tor gestohlen haben", klagte Donovan.

Rätselhafte Entscheidung

In der Tat war die Entscheidung von Schiedsrichter Coulibaly äußerst rätselhaft.

Bei einem Freistoß von Donovan verwechselten die Slowenen das Spiel ganz offensichtlich mit einem Massenringkampf und rissen gleich mehrere amerikanische Spieler im Strafraum um - eine Abseitsstellung oder ein Foul eines Amerikaners war dabei nicht zu erkennen.

Auch Torschütze Maurice Edu, der sich hinter sämtlichen Bewachern davongestohlen hatte, verstand die Welt nicht mehr und quittierte die Aberkennung mit entsetztem Gesichtsausdruck.(Der WM-Spielplan)

Amerikaner können weiter träumen

Mit zwei Punkten aus zwei Spielen können die Amerikaner trotzdem weiter vom Achtelfinale träumen.

Ihr Gruppen-Endspiel bestreiten sie am kommenden Mittwoch gegen Algerien.

Die "Kleinen Drachen" aus Slowenien haben nach einem der interessantesten Spiele des bisherigen Turnierverlaufs mit vier Punkten vorerst die bessere Chance auf den Einzug in die K.o.-Runde, treffen allerdings in der letzten Vorrunden-Begegnung auf England. (GAMES: Das WM-Tippspiel)

Die beiden Spiele finden zeitgleich statt (beide 15.30 Uhr im LIVE-TICKER) .

Slowenen zunächst besser

Vor 45.573 Zuschauern im Ellis Park von Johannesburg überzeugten die Slowenen zunächst mit der besseren Spielanlage und schlugen vor dem gegnerischen Tor eiskalt zu.

Die erste große Chance nutzten sie gleich zur Führung. Birsa wurde 25 Meter vor dem Tor nicht angegriffen, fasste sich ein Herz, sein Linksschuss segelte am verdutzten US-Torhüter Tim Howard vorbei ins Netz.

Die Amerikaner drückten wie wild auf den Ausgleich, wirkten dabei aber meist eher kopflos.

Ljubijankic lässt Howard keine Chance

Slowenien, das im ersten Gruppenspiel beim 1:0 gegen Algerien den ersten Sieg seiner WM-Geschichte gefeiert hatte, stand insgesamt sicher.

Ins Schwimmen kamen die "Kleinen Drachen" in der 40. Minute, als Brecko eine Hereingabe von Clint Dempsey, dem Torschützen beim achtbaren 1:1 der Amerikaner zum Auftakt gegen England, in letzter Sekunde vor Donovan aus der Gefahrenzone schlug.

Fast im Gegenzug trafen die Slowenen erneut. Nach einem Pass des Kölners Milivoje Novakovic ließ Ljubijankic dem herauseilenden Howard keine Chance.

Siegtreffer bleibt verwehrt

Mit hängenden Köpfen schlichen die Amerikaner zur Pause in die Kabine, doch mit zwei Wechseln zur Pause - unter anderem kam der Ex-Hamburger Benny Feilhaber - setzte Trainer Bradley offenbar das richtige Zeichen.

"Wir haben uns gesagt: Wenn wir nicht mehr an uns glauben, brauchen wir gar nicht mehr rauszugehen", berichtete der überzeugende Donovan, der aus fast unmöglichem Winkel selbst den Anschlusstreffer erzielte.

Bradley traf zum mehr als verdienten Ausgleich. Nur der Siegtreffer blieb den Anmerikanern versagt.

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