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Wayne Rooney debütierte 2003 in der englischen Nationalelf © getty

Englands Nationalteam will sich vor dem Gruppenfinale "Dinge von der Seele reden". Rooney soll den Kapitän angepöbelt haben.

Kapstadt/Rustenburg - Im Lager der kriselnden englischen Nationalmannschaft soll Tacheles geredet werden.

Wie Ex-Mannschaftskapitän John Terry am Sonntag im englischen Quartier in Rustenburg bestätigte, wollen sich Mannschaft und Teammanager Fabio Capello noch einmal gemeinsam die desolate Nullnummer gegen Algerien ansehen und dabei schonungslose Offenheit an den Tag legen.

"Das ist eine Chance, sich die Dinge von der Seele zu reden, auch wenn sich der eine oder andere vielleicht einiges anhören muss. Wir müssen das nächste Spiel einfach gewinnen", sagte der Abwehrspieler vom FC Chelsea.

Dabei soll auch die Blockade bei Star-Stürmer Wayne Rooney gelöst werden - um den es neue Aufregung gibt, weil er Kapitän Steven Gerrard beleidigt haben soll.

"Wir müssen explodieren"

Der schlappe Auftritt in Kapstadt gegen die Nordafrikaner, Meldungen über einen weiteren Rooney-Ausraster und Aufregung um den "Kabinen-Stürmer" - im Team der Three Lions geht es vor dem Gruppen-"Endspiel" gegen Slowenien am Mittwoch (ab 16 Uhr im ) in Port Elizabeth drunter und drüber (Der WM-Spielplan).

Capello bemühte sich indes, die Kräfte zu bündeln, um nach zwei Unentschieden endlich auf den Erfolgsweg bei der WM in Südafrika einzubiegen.

"Wir müssen hart arbeiten und im dritten Spiel explodieren", forderte er (GAMES: Das WM-Tippspiel).

"Fuck off!" gegen den Kapitän?

Auch Rooney richtete den Blick nach vorne: "Das Wichtigste ist jetzt, dass wir alle positiv bleiben und daran arbeiten, das Spiel am Mittwoch zu gewinnen. Dafür brauchen wir die Unterstützung der Fans mehr denn je."

Für seine Attacken auf die eigenen Fans entschuldigte er sich. Zugleich gab es aber neue Meldungen über einen Ausraster des Stürmer-Stars.

Der Fotograf Andreas Bardell von der schwedischen Zeitung "Aftonbladet" will gehört haben, wie Rooney Spielführer Gerrard ein "Fuck off!" an den Kopf geworfen hat.

Der Vorfall soll sich nach Abpfiff ereignet haben, als der aufgebrachte Rooney den usbekischen Schiedsrichter Rawschan Irmatow bestürmen wollte.

Gerrard habe intervenieren wollen, als ihn Rooney mit den besagten Worten zum Verschwinden aufgefordert haben soll.

Capello: Rooney hat ein Kopfproblem

Rooneys Formtief sieht Capello als mentales Problem.

"Er ist absolut fit. Er hat trainiert. Er war ebenso lange wie alle anderen Spieler auf dem Platz. Alles ist perfekt. Das Problem ist in seinem Kopf", sagte der Italiener am Sonntag.

Dennoch sei der Wert des Angreifers für die Mannschaft immens: "Er hat viele Bälle verloren und viele Pässe verpatzt, aber er ist trotzdem ein wichtiger Spieler für uns", so Capello.

"Kabinen-Stürmer" suchte nur Toilette

Als harmlos entpuppte sich im Nachhinein der Zwischenfall um den englischen Fan, der nach der Kabine plötzlich in der Kabine seiner Idole stand.

Der "Sunday Mirror" hat den 32-Jährigen ausfindig gemacht und berichtet, dass dieser eigentlich nur auf der Suche nach einer Toilette war. Als er auf einmal versehentlich in der Umkleide von Rooney und Co. stand, nutzte er die Chance, den Anwesenden seine Meinung zu sagen.

"David, wir haben eine Menge Geld ausgegeben. Das ist eine Schande. Was wirst Du dagegen tun?", soll der Fan laut eigener Auskunft zu Englands verletztem Star David Beckham gesagt haben.

Kurz vor dem Zwischenfall hatten sich die Prinzen William und Harry im englischen Kabinentrakt aufgehalten. "Harry und ich haben die Tür offen gelassen, deshalb ist es überhaupt passiert. Es war unser Fehler", nahm William die Schuld scherzhaft auf sich und seinen Bruder.

"Das ist inakzeptabel"

Ärger zieht die kuriose Episode dennoch nach sich, weil sie die mangelhaften Sicherheitsvorkehrungen im Stadion offenlegte.

Das Sicherheitspersonal handelt bei den Kontrollen von Tag zu Tag großzügiger, einige Posten am Soccer-City-Stadion von Johannesburg sind zeitweise unbesetzt.

"Wir müssen auf jeden Fall verhindern, dass sich so etwas wie in Kapstadt wiederholen kann. Das ist inakzeptabel", sagte FIFA-Mediendirektor Nicolas Maingot.

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