vergrößernverkleinern
Das englische Team schied zuletzt bei WM 1958 in Schweden in der Vorrunde aus © getty

England droht gegen Slowenien das erste Scheitern in der Vorrunde seit 1958. Algerien will gegen die USA seine Torflaute beenden.

Port Elizabeth/Pretoria - Während der Putschversuch gescheitert ist und das Fußball-Mutterland nach zwei Wochen voller Hauen und Stechen weiter vor seiner größten WM-Blamage seit 52 Jahren steht, zittern Algerien und die USA vor zwei Flüchen.

Die "Wüstenfüchse" warten seit nun 391 Minuten auf ein WM-Tor und den US-Boys ist vor dem Finale in der WM-Gruppe C aufgrund des bösen Omens des letzten Vorrundenspiels angst und bange.

Den Engländern hilft im "Endspiel" gegen Slowenien am Mittwoch in Port Elizabeth (15.30 Uhr im LIVE-TICKER) nur ein Sieg.

Einzig dadurch können die "Three Lions" das erste Scheitern in einer Gruppenphase seit der Endrunde 1958 in Schweden noch ohne fremde Hilfe verhindern.

Meuterer Terry entschuldigt sich

Immerhin haben sich die Wogen im Lager des Weltmeisters von 1966 etwas geglättet. Meuterer John Terry, der einige andere Führungsspieler zum Aufstand gegen Teammanager Fabio Capello anstiften wollte und sich in einer spektakulären Pressekonferenz als Spielertrainer aufgeführt hatte, zog kleinlaut den Schwanz ein.

"Ich wollte einfach nur ehrlich sein. Und es war nie meine Absicht, unseren Teammanager zu enttäuschen. Wenn ich irgendjemanden in der Mannschaft verärgert habe, dann möchte ich mich dafür entschuldigen", sagte der Abwehrchef von Meister FC Chelsea.

Terry gab zu, dass er beim Thema Joe Cole "wohl zu weit gegangen" sei. Die zweifelhafte Fürsprache des Abwehrchefs scheint Cole allerdings nicht geschadet zu haben.

Cole wohl in der Startelf

Der offensive Mittelfeldspieler wird in dem vom deutschen Referee Wolfgang Stark geleiteten Spiel voraussichtlich für Angreifer Emil Heskey auflaufen.

"Die Meinung der Spieler und alle Nebengeräusche interessieren jetzt nicht mehr. Es geht nur noch um das Spiel und das ist sehr wichtig für England", sagte Capello

Statt des 4-4-2-Systems, das den Briten bei den beiden Unentschieden gegen die USA (1:1) und Algerien (0:0) sichtbare Schwierigkeiten bereitete, könnte das Team dann im 4-5-1 mit Wayne Rooney als einziger Spitze spielen.

Der bislang völlig enttäuschende ManUnited-Star hat diese Rolle bei Capello nachdrücklich eingefordert.

"Historisches Spiel" für Slowenien

Für die Slowenen könnte es derweil einer der größten Tage in der noch jungen Geschichte des Landes werden. Das Team von Trainer Matjaz Kek stünde schon mit einem Unentschieden erstmals in einer WM-K.o.-Runde.

Entsprechend überschwängliche Worte wählte Kek: "Dies ist ein historische Spiel für ganz Slowenien."

Weit weniger euphorisch ist die Stimmung bei den Algeriern. "Jeder spricht über dieses Problem", sagt der Wolfsburger Karim Ziani über die schon 391 Minuten währende WM-Torflaute.

USA haben seit 1950 immer das dritte Spiel verloren

Und auch die USA beschäftigt sich mit der Vergangenheit. Ex-Bayer Landon Donovan klagt: "Bei meinen bisherigen zwei WM-Teilnahmen haben wir unser drittes Spiel immer verloren."

Die Negativserie der USA hat allerdings schon begonnen, als Donovan noch gar nicht auf der Welt war. Seit 1950 traten die "Yanks" sechsmal zu einem dritten Vorrundenspiel an - und immer haben sie verloren.

"Ich glaube und hoffe aber, dass diese Mannschaft jetzt die Klasse und die Erfahrung hat, das zu ändern", sagte Donovan mit Blick auf das Duell am Mittwoch in Pretoria (15.30 Uhr im LIVE-TICKER), das beide Teams zumindest nicht verlieren dürfen.

Bradley: "Kämpfen bis zum Schluss"

Die USA stünden bei einem Sieg sicher zum ersten Mal seit acht Jahren im Achtelfinale. Bei einem Unentschieden müssten sie auf das zweite Gruppenspiel zwischen Slowenien und England in Port Elizabeth schauen.

"Auf ein Unentschieden oder eine Niederlage der Engländer wollen wir gar nicht hoffen. Wir treten an, um zu gewinnen", sagte Trainer Bob Bradley: "Und dafür werden wir kämpfen bis zum Schluss."

Algerien kommt nur bei einem Sieg und Schützenhilfe entweder der Engländer oder Sloweniens weiter. Erste Voraussetzung wäre also ein WM-Tor - doch darauf wartet Algerien nun schon länger als jede andere Mannschaft in Südafrika.

Gladbachs Karim Matmour forderte daher die Abkehr von der Kontertaktik mit einer Spitze. "Wir brauchen einen zweiten Stürmer, das ist unsere einzige Chance", sagte er.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Slowenien: 1 Samir Handanovic - 2 Brecko, 22 Mavric (4 Suler), 5 Cesar, 13 Jokic - 10 Birsa, 8 Koren, 18 Radosavljevic, 17 Kirm - 11 Novakovic, 9 Ljubijankic

England: 1 James - 2 Johnson, 15 Upson, 6 Terry, 3 Ashley Cole - 8 Lampard, 14 Barry - 7 Lennon, 4 Gerrard, 11 Joe Cole - 10 Rooney

Schiedsrichter: Wolfgang Stark (Ergolding)

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

USA: 1 Howard - 6 Cherundolo, 15 Demerit, 5 Onyewu, 3 Bocanegra - 10 Donovan, 16 Torres, 4 Bradley, 8 Dempsey - 17 Altidore, 19 Edu

Algerien: 23 M'bolhi - 2 Bougherra, 3 Belhadj, 4 Yahia - 21 Kadir, 19 Yebda, 8 Lacen, 5 Halliche - 15 Ziani - 13 Matmour, 11 Djebbour

Schiedsrichter: Frank De Bleeckere (Belgien)

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel