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Ex-Bayer Landon Donovan schießt die USA gegen Algerien ins Achtelfinale © getty

Der Ex-Bayer trifft in der Nachspielzeit beim Sturmlauf gegen Algerien und beschert den USA den ersten Gruppensieg seit 1930.

Pretoria - "Superman" Landon Donovan hat die USA in allerletzter Minute vor dem WM-Aus gerettet und den Amerikanern zugleich den ersten Gruppensieg seit 1930 beschert.

Der ehemalige Bundesliga-Profi belohnte einen Sturmlauf des US-Teams in Pretoria gegen Algerien mit dem späten, aber hochverdienten Treffer zum 1:0 (0:0)-Sieg (90.+2).

Für die USA, die nun ein potenzieller Gegner der deutschen Nationalmannschaft im Achtelfinale sind, war es der erste Sieg in einem dritten WM-Gruppenspiel.

Nach seinem späten Siegtreffer flossen bei Donovan die Tränen, er schluchzte.

"Ich war in den letzten vier Jahren auf einer langen Reise und habe viel durchgemacht", sagte der 28-Jährige nach dem Last-Minute-Drama. "Ich bin schockiert. Ich bin wahnsinnig stolz auf meine Jungs. Der Ball fiel mir vor die Füße, die Zeit blieb stehen, ich konnte den Ball einfach nur reinmachen", so Donovan.

"Wir leben noch, Baby!"

"Wir leben noch, Baby!" - der Ausruf des Helden war der perfekte Spruch, um die Emotionen der Amerikaner zusammenzufassen.

Denn ein Ende mit Schrecken war vorgezeichnet, da das 0:0 hätte das Aus bedeutet. (Der WM-Spielplan)

"Die Jungs geben nie auf, das haben sie wieder gezeigt. Wir sind stolz, wir sind Gruppensieger mit fünf Punkten - und jetzt bereit für mehr."

Trainer Saadane vor dem Aus

Vielleicht auch für Deutschland, denn die DFB-Auswahl ist ein potenzieller Achtelfinalgegner.

Die Wüstenfüchse aus Algerien scheiterten auch bei ihrer dritten WM-Teilnahme in der Vorrunde.

Kapitän Anthar Yahia vom Bundesligisten VfL Bochum sah zu allem Überfluss in der Nachspielzeit die Gelb-Rote Karte. (GAMES: Das WM-Tippspiel)

Trainer Rabah Saadane steht vor dem Aus. "Ob ich weitermache? Ich glaube, viele Menschen würden es gerne sehen, dass ich es tue. Aber warten wir ab, was der Präsident unseres Verbandes sagt."

Starke Partie von Bradley und Donovan

Vor 35.000 Zuschauern im Loftus-Versfeld-Stadion waren die US-Amerikaner unter den Augen ihres ehemaligen Präsidenten Bill Clinton die bessere Mannschaft und verdienten sich das Weiterkommen, obwohl sie erhebliche Probleme mit der Chancenverwertung hatten.

Mit ihrem Kurzpassspiel und viel Bewegung ohne Ball leitete das Team von Trainer Bob Bradley viele gefährliche Szenen ein.

Ideengeber und Antreiber waren dabei der Gladbacher Michael Bradley und Donovan.

In der 58. Minute hatte Clint Dempsey nur den Innenpfosten getroffen.

Viele Chancen für die USA

Im Abschluss hatten die US-Amerikaner generell nicht die nötige Coolness.

In der 20. Minute scheiterte Herculez Gomez allein vor M'Bolhi.

Kurz danach entschied Schiedsrichter Frank De Bleeckere (Belgien) bei einem Treffer Dempseys auf Abseits - eine fragwürdige Entscheidung.

Jozy Altidore und Ex-Bayern-Profi Donovan behinderten sich in der 37. Minute gegenseitig und vergaben die Risenchance zum 1:0 für die USA.

Djebbour in der Startelf

Die Nordafrikaner hatten den besseren Start und drängten von Beginn an auf ihren ersten Turniertreffer.

Bereits nach 18 Sekunden zog der Gladbacher Karim Matmour volley aus über 20 Metern ab, verpasste das Tor aber deutlich.

Als Belebung für den Sturm erwies sich Rafik Djebbour, der in die Startelf gerückt war. In der 6. Minute traf der Stürmer vom griechischen Erstligisten AEK Athen mit einem Volleyschuss aus zwölf Metern allerdings nur die Querlatte.

Großchance für Dempsey

Auch nach dem Wechsel blieben die US-Amerikaner am Drücker.

Dempsey hatte die Doppelchance, als er zunächst nur den Innenpfosten traf, anschließend noch am leeren Tor vorbeizielte.

In der 65. Minute scheiterte der eingewechselte Benny Feilhaber, früher beim Hamburger SV aktiv, nach einem Angriff über die rechte Seite an Keeper M'Bolhi. (Die WM-Kader im Überblick)

Nach der folgenden Ecke flog nach einem Kopfball von Demsey knapp am Tor vorbei.

Ziani vergibt aus zehn Metern

Nur selten noch konnten die sich die Algerier vom Druck der Amis befreien. Zudem felhte den Spielern von Trainer Rabah Saadane mehr und mehr die nötige Konzentration.

In der 68. Minute kam der Wolfsburger Karim Ziani aus zehn Metern zum Schuss, zog aber flach am langen Eck vorbei.

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