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England wurd 1966 zum einzigen Mal Weltmeister © getty

Nachdem sich die "Three Lions" ins Achtelfinale gezittert haben, kehrt vor dem Deutschland-Spiel das Selbstbewusstsein zurück.

Port Elizabeth - Die gute Nachricht erreichte die Fans aus dem Fußball-Mutterland am Mittwoch gegen 17.50 Uhr: Das Zittern hat ein Ende, England steht im Achtelfinale der WM in Südafrika.

Die schlechte Nachricht folgte am späten Abend: Der nächste Gegner heißt Deutschland. Doch das Hadern mit den Fußball-Göttern währte nur kurz, es folgten spontan erste Kampfansagen an den alten Erzrivalen.

"Jetzt geht für uns die WM erst richtig los. Wir werden wir die Deutschen schlagen", tönte Mittelfeldspieler Frank Lampard nachdem die "Three Lions" zuvor mit dem 1:0 (1:0) über Slowenien das drohende WM-Aus abgewendet und zumindest Platz zwei in der Vorrunden-Gruppe B gesichert hatten.

Die Fans heizen die Stimmung an

In den Kneipen und Bars von Port Elizabeth dokumentierten bierselige Fans mit ihren Hass-Gesängen die seit dem WM-Finale 1966 schwelende leidenschaftliche Fußball-Rivalität zu Deutschland.

Auf der Insel begann schon am Donnerstag der schlagzeilenträchtige Countdown vor dem Neid-Duell am kommenden Sonntag (ab 15.30 Uhr im ) in Bloemfontein.

"England ist rachedurstig. Nach dem WM-Erfolg von 1966 ist England zweimal, 1970 und 1990, von Deutschland aus einer WM geworfen worden und verlor im Halbfinale der EM 1996 gegen sie. Diese Serie muss jetzt unterbrochen werden", schrieb die Tageszeitung "The Times".

Der Stachel sitzt tief

Fast durchgängig erinnerten die Blätter speziell an die bitteren Niederlagen im Elfmeterschießen gegen die "Germans" bei der WM 1990 und der EM 1996. Die "Daily Mail schrieb von der "Verabredung mit dem alten Feind."

Und Angreifer Jermain Defoe, Torschütze des Siegtreffers gegen Slowenien, nahm den England-Fans sogar jegliche Angst vor dem ominösen Punkt. "Seit der Vorbereitung üben wir jeden Tag Elfmeterschießen. Wir können es gewinnen. Das Spiel gegen Deutschland ist das größte unserer Karriere", sagte der 27-Jährige.

Mit Defoe und Bier zum Sieg

Für Nationalcoach Capello ist die giftige Atmosphäre vor dem Evergreen offensichtlich zweitrangig. "Mir war ohnehin klar, es gibt nur noch schwere Gegner", sagte der Italiener.

Der Trainer war nach den faden Vorstellungen der Engländer in der Vorrunde gegen Algerien (0:0) und den USA (1:1) in die Kritik geraten war und wird nun überschwänglich gefeiert. "Don Fabio hat uns bewiesen, dass er ein Gott ist", schrieb der "Daily Mirror". (GAMES: Das WM-Tippspiel)

Zwei geniale Schachzüge hätten die Spieler wieder besänftigt und England in die Erfolgsspur zurückgeführt.

Die Nominierungen des Torschützen Jermain Defoe (23.) sowie von Mittelfeldspieler James Milner, der die Flanke zum entscheidenden Treffer schlug, und Capellos Psycho-Trick mit dem Bier. (die WM-Kader im Überblick).

Denn am Abend vor der Begegnung, bestätigte der 56-Jährige später, habe er Gerrard und Co. entgegen allen Prinzipien im Mannschaftshotel eine Runde Bier spendiert.

Alles wieder gut?

Die Differenzen mit John Terry, der Capello in einer PK öffentlich kritisiert hatte, seien endgültig ad acta gelegt.

"Ich respektiere die Spieler und die Spieler respektieren mich", betonte er nochmal ausdrücklich nach dem Vorrundenfinale. Siege heilen offenbar alle Wunden.

England lieferte sein bisher mit Abstand bestes WM-Spiel, versäumte es jedoch gegen harmlose Slowenen, das Ergebnis noch eindrucksvoller zu gestalten.

Selbstbewusst und mit jenem Spirit, den Capello schon vor der WM gefordert hatte, traten die von mindestens 25.000 Fans angefeuerten "Three Lions" auf.

Glaube an die Mannschaft wieder da

"Und was die Physis angeht, haben wir inzwischen wieder das Niveau der Premier League erreicht", ergänzte Capello. Als wäre das emotionsgeladene Duell mit dem Erzrivalen schon gewonnen, beschäftigen sich die Medien bereits mit dem möglichen Gegner im Viertelfinale. (Der WM-Spielplan).

England würde auf den Sieger der Begegnung zwischen dem hohen Titelfavoriten Argentinien und Mexiko treffen. Was auch immer in Bloemfontein passieren wird - Capello wird seine Formation nicht ändern.

Dieser habe endlich und rechtzeitig seine WM-Mannschaft gefunden, die reif sei für den großen Coup, so die englischen Zeitungen einhellig. Gegen Deutschland wird auch Wayne Rooney mit von der Partie sein.

Die Auswechslung des Torjägers mit momentaner Ladehemmung habe er nur aus Vorsicht vorgenommen, "denn sein Sprunggelenk war noch nicht ganz in Ordnung", erklärte Capello.

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