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John Travolta (l.) besuchte das australische Team in Südafrika © getty

Der Hollywood-Star macht den Australiern vorm Auftakt gegen Deutschland Mut. Socceroos-Coach Verbeek nimmt sich viel vor.

Johannesburg - Ganz Australien hofft auf Hollywood-Star John Travolta: Mit diesem Maskottchen und Kampf bis zur allerletzten Sekunde will Down Under die Fußball-Hierarchie am Sonntag auf den Kopf stellen.

"Es gibt nichts Schöneres für einen Holländer, als die Deutschen niederzumachen", sagte Trainer Pim Verbeek vor dem WM-Auftaktspiel gegen die DFB-Elf in Durban (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER).

Am Freitagmittag verpasste Edelfan Travolta seinen Socceroos einen weiteren Motivationsschub: Der weltbekannte Schauspieler aus den USA besuchte das noble WM-Quartier Kloofzicht Lodge und lieferte eine große Show.

Travolta tanzt und singt

"Ich will eine Inspiration sein und euch wieder mal Glück bringen", sagte der mit Schal und Mütze im Socceroos-Look perfekt ausgestattete Travolta.

Der weltbekannte Schauspieler ("Pulp Fiction", "Saturday Night Fever") legte ein flottes Tänzchen hin, jonglierte mit dem Ball und sang zur Aufmunterung eine witzig umgedichtete Version seines Hits "You're the one that I want" aus dem Musical "Grease".

Der lizenzierte Pilot, der mit seiner privaten Boeing 707 eingeflogen war, kam aus dem Händeschütteln nicht mehr raus: Er wünschte jedem Profi persönlich Glück, nur den Tipp für das Duell mit den Deutschen verweigerte er (GAMES: Das WM-Tippspiel).

"Wir kämpfen bis zur allerletzten Sekunde"

"Ich denke mir etwas aus, dann komme ich wieder", sagte Travolta mit einem breiten Grinsen: "Nach dem letzten Mal haben wir in der Kabine meine Songs gesungen - das wollen wir wieder tun."

Nach dem abwechslungsreichen Blitzbesuch konzentrierten sich die Australier wieder auf das Spiel.

"Wir kämpfen bis zur allerletzten Sekunde und werden uns auf keinen Fall abschlachten lassen. Wir haben hier überhaupt nichts zu verlieren", sagte Stürmerstar Harry Kewell (Die WM-Kader im Überblick).

Cahill zurückhaltend

Kapitän Lucas Neill mutmaßte, einige junge Spieler hätten "wahrscheinlich Poster der Deutschen in ihren Zimmern hängen. Mit einem Sieg können wir die Welt erschüttern."

Doch längst nicht alle Spieler gehen mit so viel Optimismus in das Duell.

"Ich erwarte sie sehr stark, obwohl die ganz großen Namen fehlen. Natürlich sind wir der Underdog", sagte der wichtigste Offensivspieler Tim Cahill (der Spielplan).

Der Mittelfeldmann konterte anschließend die vermeintlichen Sticheleien aus dem deutschen Lager.

Besonderes Spiel für Schwarzer

"Lasst sie ruhig mit Steinen werfen, wir nehmen alles hin", sagte Cahill, der sich anscheinend provoziert fühlte - dabei war gar nichts vorgefallen.

Für Mark Schwarzer ist das Spiel ein ganz besonderes. Als kleiner Junge wartete der Klasse-Keeper mit deutschem Pass immer sehnsüchtig auf die Trikotpakete seines Onkels Dieter aus Freiburg.

"Jürgen Klinsmann, Rudi Völler und Toni Schumacher waren Idole für mich", sagte der 37-Jährige:

"Auf dem Platz kenne ich keine Freunde"

"Jetzt treffe ich Deutschland bei der Weltmeisterschaft wieder. Ich habe einige Kinderbücher geschrieben, aber diese Geschichte hätte man sich nicht besser ausdenken können."

Doch obwohl seine Eltern Doris und Hans-Joachim 1967 aus Stuttgart nach Australien auswanderten, schlagen keinesfalls zwei Herzen in seiner Brust.

"Wer das behauptet, ist ein Lügner. Ich bin zu einhundert Prozent Australier, und das werde ich auch zeigen. Auf dem Platz kenne ich keine Freunde."

Kennedy fordert Unterstützung

Dies trifft auch auf die Abwehr der Australier zu, die den deutschen Stürmern mit aller Härte zusetzen wird.

Große Lücken sind nicht zu erwarten, es gilt "Safety first". Kewell sieht Australien zwar "heiß, fit und stark", doch Cahill gibt eine defensive Taktik vor: "Zuerst müssen wir hinten gut stehen, bevor wir versuchen, auf Sieg zu spielen."

Joshua Kennedy forderte seine Landsleute auf, sich zu nachtschlafender Zeit alle Spiele der Socceroos anzusehen. "Trinkt Kaffee, steht früh auf und unterstützt uns nach Kräften", sagte der Stürmer.

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