vergrößernverkleinern
Australiens Team-Herzstück: Harry Kewell (l.) und Tim Cahill © getty

Vor allem ihre Geschlossenheit macht die "Socceroos" zum unbequemen Gegner. Auch für das DFB-Team? Der SPORT1-Teamcheck.

Aus Südafrika berichtet Thorsten Mesch

Johannesburg/Durban - "Die wahrscheinlich größte Stärke der australischen Mannschaft ist, dass sie ein Team ist", sagt Ned Hall, Radio-Reporter beim australischen Sender "ABC".

Hall ist zwar Engländer aus Derby, begleitet die "Socceroos" aber seit Jahren und ist ein absoluter Experte.

Für SPORT1 analysiert Hall vor dem Spiel gegen Deutschland (So., ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) die australische Mannschaft, nennt ihre Stärken und Schwächen.

Der Fernsehmann erklärt zudem den Unterschied von Trainer Pim Verbeek im Vergleich zu seinem Vorgänger und Landsmann Guus Hiddink. (der WM-Spielplan)

STÄRKE: Teamgeist

"Die Spieler sind fast alle auf einem ähnlichen Niveau. Sogar die bekannteren Spieler wie Harry Kewell oder Tim Cahill sehen sich nicht über ihren Mitspielern.

Die Profis sind in ihren Vereinen über die gesamte Welt verteilt. Wenn sie bei einem Turnier zusammenkommen, hilft dieser starke Teamgeist ungemein.

Jeder kämpft für jeden, und alle geben das Maximum für den Erfolg der Mannschaft."

STÄRKE: Erfahrung

"In der Defensive ist Scott Chipperfield ein wichtiger Spieler. Die Abwehrkette hat sich eingespielt. Luke Wilkshire schaltet sich als zweiter Außenverteidiger auch immer wieder in die Offensive ein.

Zentral ist das Team mit Craig Moore, der in Mönchengladbach und in der Premier League gespielt hat, und Lucas Neill von Galatasaray stark besetzt.

Die vier sind eine wirklich gute Einheit."

SCHWÄCHE: Fehlende Schnelligkeit

"Gerade Neill und Moore sind nicht besonders schnell. Gegen schnelle und bewegliche Spieler könnten sie Probleme haben.

Im Tor gibt es dagegen überhaupt keine Probleme. Ich denke sogar, dass Mark Schwarzer einer der besten Keeper des ganzen Turniers ist.

Er hat sehr viel Erfahrung, alle Spieler mögen und respektieren ihn. Schwarzer ist 37 und will bei seinem wahrscheinlich letzten großen Turnier noch einmal zeigen, wie stark er ist."

SCHWÄCHE: Angriff

"Die vielleicht größte Schwäche liegt im Angriff. Es fehlen Stürmer, die wirklich torgefährlich sind.

Joshua Kennedy wird wahrscheinlich als Mittelstürmer spielen. Er ist groß, kann Bälle in der Luft erobern. Der Ex-Nürnberger ist aber nicht sehr robust und nicht besonders schnell.

Dann haben die Australier Kewell auf dem linken Flügel und Bratt Emerton auf der rechten Seite.

Es kommt viel darauf an, wie Kennedy in der Mitte die Bälle halten und verarbeiten kann. Das war die große Stärke eines Marc Viduka - aber jetzt haben sie keinen Spieler wie ihn."

SCHLÜSSELSPIELER: Tim Cahill

"Tim Cahill spielt hinter der Spitze. Er kommt oft aus der Tiefe und läuft in den Strafraum.

In dieser Rolle ist er am besten und dort spielt er auch beim FC Everton in der Premier League. Er hat auch einige Male in der Spitze gespielt, aber da ist er nie so effektiv. (GAMES: Das WM-Tippspiel).

Cahill ist nicht besonders groß, aber er ist trotzdem sehr kopfballstark, denn er hat ein sehr gutes Timing. Er hat schon sehr viele wichtige Tore für Australien erzielt. In großen Spielen kann er den Unterschied ausmachen."

DER JOKER: Nikita Rukavytsya

"Er spielt in den Niederlanden bei Twente Enschede. Rukavytsya ist sehr schnell, hat einen guten Schuss.

Er wird sicher ins Spiel kommen, wenn es in der Offensive nicht gut läuft."

DER TRAINER:

"Trainer Pim Verbeek hat mit seinem Vorgänger Guus Hiddink eigentlich nur gemeinsam, dass auch er Niederländer ist. Sonst aber ist er ein ganz anderer Typ.

Hiddink bevorzugt offensichtlich Kurzzeitverträge: Er kommt, analysiert die Dinge, setzt seine Ideen um, erledigt seinen Job und geht.

Verbeek dagegen bevorzugt längere Jobs, sieht mehr das Ganze, also auch die Jugendarbeit. Die Spieler mögen und respektieren ihn sehr. Er ist für sie eine Vaterfigur.

Dass er trotzdem geht, liegt wohl daran, dass australische Spieler über die Welt verteilt sind. Das macht die Arbeit als Trainer schwierig und kann frustrierend sein."

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel