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Ghanas Asamoah Gyan verwandelt den Elfmeter zum entscheidenden Treffer © imago

Die "Black Stars" sorgen für den ersten afrikanischen Sieg bei der WM - dank der Mitthilfe von des Stuttgarters Kuzmanovic.

Pretoria - Dank Asamoah Gyan hat Ghana dem Schwarzen Kontinent bei der WM in Südafrika endlich den heiß ersehnten ersten Sieg beschert und zumindest vorübergehend Platz eins in der deutschen Vorrundengruppe D übernommen.

Die "Black Stars" bezwangen ein schwaches Serbien mit einem vom Stuttgarter Zdravko Kuzmanovic verursachten Handelfmeter mit 1:0 (0:0) und schenkten Afrika damit beim vierten Spiel einer "Heim"-Mannschaft 2010 den ersten Dreier.

"Mit der Hilfe von Gott haben wir drei Punkte gewonnen. Ein Sieg im ersten Spiel ist sehr wichtig. Jeder freut sich für uns, jeder Afrikaner steht hinter uns", sagte der Matchwinner, der in der Nachspielzeit noch den Pfosten traf.

Serbien spielt am Freitag gegen Deutschland - ohne Abwehrspieler Aleksandar Lukovic, der Gelb-Rot sah (74.).

"Die Gelb-Rote Karte war spielentscheidend", klagte Serbiens Coach Radomir Antic und behauptete:

"Ein Fehler hat den Unterschied gemacht. Ghana war heute einfach glücklicher als wir. Vor dem Elfmeter hatten sie keine echte Chance. Das Ergebnis ist ein großer Schock für uns, jetzt müssen wir all unsere Energie für das Spiel gegen Deutschland sammeln."

Dumm für Antic: Er hatte Kuzmanovic in der 62. Minute eingewechselt.

Pantelic zieht nach acht Sekunden ab

Vor 38.833 Zuschauern im Loftus-Versfeld-Stadion von Pretoria wollte sich der Ex-Berliner Marko Pantelic mit dem schnellsten Tor der WM-Geschichte unsterblich machen - doch sein Schuss aus fast 30 Metern nach acht Sekunden zischte knapp vorbei.

"Wir hatten weniger Glück und es hat ein kleines bisschen Konzentration gefehlt", ärgerte sich Pantelic nach dem Spiel.

Es sollte für eine halbe Stunde der letzte Schuss der Serben in Richtung Tor bleiben. Für Ghana war der Versuch von Pantelic dagegen das Signal zum Gegenangriff.

Mit technisch sauberem Spiel und guten Kombinationen beindruckten die "Black Stars" um "Fußball-Rüpel" Kevin Boateng, der sein Pflichtspieldebüt für Ghana feierte, die Serben sichtlich.

Passive Serben

Doch sprangen dabei kaum klare Chancen heraus. Die beste Gelegenheit ließ Gyan ungenutzt, als er nach Boatengs feiner Flanke den Ball per Kopf aus sieben Metern nicht richtig traf (21.).

Serbien, 2006 in Deutschland im Verbund mit Montenegro noch das schlechteste aller 32 WM-Teams, agierte seltsam passiv. (Der WM-Spielplan)

Ein Freistoß von Aleksandar Kolarov nach 30 Minuten war das erste Lebenszeichen der "Weißen Adler" nach Pantelic erstem Versuch.

Doch der Ball flog dabei ebenso neben das Tor wie beim anschließendem Solo von Pantelic.

Boateng frisst Kilometer

Auch Kapitän Dejan Stankovic, der ein Team ohne Bundesliga-Spieler anführte, hatte mit einem Distanzschuss kein Glück.

Bei Ghana waren mit Isaac Vorsah, Prince Tagoe und Hans Sarpei drei "Deutsche" dabei, vermisst wurden neben dem verletzten Michael Essien auch Stephen Appiah und Sulley Muntari, die der serbische Ghana-Coach Milovan Rajevac etwas überraschend auf der Bank gelassen hatte.

Boateng absolvierte im defensiven Mittelfeld ein sehr hohes Laufpensum, leistete sich aber auch zahlreiche Fehlpässe.

"Black Stars" lassen Chancen aus

Serbien hatte sich zwischenzeitlich besser auf Ghanas Spiel eingestellt. Doch nachdem Milan Jovanovic nach einem Solo-Lauf über links eine gute Chance vergeben hatte, war wieder Ghana dran. (GAMES: Das WM-Tippspiel)

Speziell die Flügelspieler Tagoe und Andrew Ayew hatten gute Szenen, mit Flanken stellten sie Serbiens Innenverteidigung um Nemanja Vidic immer wieder vor unlösbare Probleme.

Doch sowohl Ayew selbst als auch erneut Gyan köpften knapp am Tor vorbei.

Subotic rückt in die Innenverteidigung

Serbiens Coach Radomir Antic reagierte auf die Schwächen seines Teams und brachte den Stuttgarter Zdravko Kuzmanovic sowie Angreifer Danko Lazovic für den schwachen Nikola Zigic - ohne Wirkung.(Die WM-Kader im Überblick)

Nach 73 Minuten durfte auch Appiah ran, doch es war Gyan, der für den ersten großen Aufreger sorgte. Lukovic konnte ihn nur mit einem Trikot-Griff bremsen - und sah dafür Gelb-Rot.

Antic musste jetzt die Abwehr stabilisieren und brachte den Dortmunder Neven Subotic.

Kingson mit toller Parade

Ghana setzte jetzt auf Sieg, was Serbien Kontermöglichkeiten eröffnete.

Milos Krasic scheiterte mit der besten an Ghanas Torwart Richard Kingson (79.).

Dann leistet sich Kuzmanovic seinen Aussetzer - und Gyan traf für ganz Afrika.

"Jetzt gilt unsere volle Konzentration dem Spiel gegen Australien", sagte Leverkusens Hans Sarpei: "Wenn wir das gewinnen, sind vor dem Deutschland-Spiel vielleicht schon durch."

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