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Asamoah Gyan (li.) erzielte das einzige Tor gegen Serbien © getty

Für Ghana ist Australien nur Durchgangsstation, der wahre Gegner wartet danach. Der Coach hat Respekt vor dem "Aussie"-Star.

Rustenburg - Australien als Vorspeise, Deutschland als Hauptgericht.

Ghanas erfolgshungrige Black Stars wollen sich am Samstag (Sa., ab 15.30 Uhr im LIVE-TICKER) mit einem Erfolg gegen die Socceroos auf ein mögliches `Endspiel" um den Gruppensieg gegen die DFB-Elf einstimmen.

"Unser Ziel sind zwei weitere Siege und Platz eins", sagt Mittelfeldspieler Sulley Muntari von Inter Mailand und gab die Marschroute vor.

Zunächst gilt es jedoch, gegen angeschlagene Australier das Tor zum Achtelfinale aufzustoßen.

Spiel des Jahres

"Das wird für uns das Spiel des Jahres", äußert Ghanas Trainer Milovan Rajevac und warnt vor Leichtsinn: "Australien kann mehr, als sie beim 0:4 gegen Deutschland gezeigt haben. Sie kämpfen um ihre letzte Chance, wir müssen voll konzentriert sein."

Zumal Ghanas Bilanz gegen Australien mit vier Niederlagen in sechs Duellen denkbar schlecht ist.

Zuletzt gab es im Mai 2008 in Sydney ein 0:1.

Der ausgelassenen Stimmung in der Mannschaft können solche Zahlen nichts anhaben. Am Dienstag schmiss das Team eine große Party mit Bier, Kuchen und afrikanischer Musik für Geburtstagskind John Pantsil.

"Vielleicht kommt Kewell"

"Ich befinde mich in großartiger Gesellschaft und genieße jede Sekunde", sagt der ehemalige Berliner und Dortmunder Bundesligaprofi Kevin Boateng, der beim 1:0-Auftaktsieg gegen Serbien sein Pflichtspieldebüt gegeben hatte.

Erst als der Serbe Rajevac einschritt, fand die Fete ein Ende.

Als Vorteil für Ghana könnte sich auch das Fehlen von Australiens rotgesperrtem Regisseur Tim Cahill erweisen.

Auch wenn Coach Rajevac davon nichts wissen will: "Natürlich werden sie ihn vermissen. Aber es gibt ja auch noch Josh Kennedy oder Mark Bresciano, beides sehr gute Spieler. Und wer weiß, vielleicht kommt Harry Kewell gegen uns zu seinem Comeback."

Genau das ist die große Hoffnung der Aussies. Altstar Kewell absolvierte in diesem Jahr wegen Leistenproblemen zwar erst ein Pflichtspiel für Galatasaray Istanbul, meldet sich rechtzeitig zur WM aber fit:

"Ich fühle mich gut. Wenn ich im Team bin, werde ich alles für mein Land geben. So wie jeder andere auch."

Der 31-Jährige verzichtet dabei auf eine öffentliche Stammplatzforderung - wohl auch, um den Druck auf Nationaltrainer Pim Verbeek nicht weiter zu erhöhen. (GAMES: das WM-Tippspiel)

Australische Medien hatten den Niederländer nach dem Fehlstart für seine Aufstellung und Taktik hart kritisiert. Auch von Unstimmigkeiten zwischen Trainer und Mannschaft war die Rede, was beide Seiten umgehend dementierten.

Grella fällt aus

Dass Verbeek sein Team umstellen wird, scheint so oder so unausweichlich. "Davon gehe ich aus. Jeder Einzelne von uns steht nach der enttäuschenden Vorstellung gegen Deutschland unter Druck", sagt Verteidiger Scott Chipperfield vom Schweizer Meister FC Basel.

Auf keinen Fall dabei ist Mittelfeldspieler Vinnie Grella, der sich im Training eine Knieverletzung zuzog und vorerst ausfällt.

Sorgen hat auch Ghanas Trainer Rajevac, der um den Einsatz von Hoffenheims Isaac Vorsah und Kapitän John Mensah bangt.

In der Stammformation stehen dagegen die Bundesliga-Profis Hans Sarpei (Bayer Leverkusen) und Prince Tagoe (Hoffenheim) sowie Boateng.

Einzig denkbarer Wechsel ist die Hereinnahme des zuletzt geschonten Muntari, für den Andre Ayew weichen müsste.

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