vergrößernverkleinern
Ghanas Keeper Richard Kingson machte nicht nur beim Gegentor eine unglückliche Figur © getty

In Unterzahl holen die "Socceroos" ein Remis gegen Ghana und wenden das frühe Aus ab. Der ghanaische Keeper patzt beim Gegentor.

Rustenburg - Herzschlagfinale für Deutschland: Zehn Australier haben zwar Ghanas Black Stars gestoppt, aber der deutschen Fußball-Nationalmannschaft für das Gruppenfinale nicht die erhoffte Schützenhilfe geleistet.

Nach dem 1:1 (1:1) zwischen den deutschen Gegnern in Rustenburg muss die DFB-Auswahl Ghana am Mittwoch schlagen, um sicher das WM-Achtelfinale zu erreichen.

Unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw brachte Australiens Brett Holman mit einem Abstauber das Team aus Down Under mit 1:0 in Führung (11.).

Torhüter Kingson patzt

Ghanas Keeper Richard Kingson hatte zuvor einen 22-Meter-Freistoß von Mark Bresciano direkt vor die Füße des Stürmers abprallen lassen. Ein von Asamoah Gyan verwandelter Handelfmeter sorgte in der 25. Minute für den Ausgleich der Black Stars.

Harry Kewell hatte zuvor einen Schuss von Jonathan Mensah auf der Torlinie mit dem Arm gestoppt und die Rote Karte gesehen.

Rajevac mit Punkt zufrieden

"Wenn man 1:0 führt und dann eine Stunde zu zehnt spielen muss, muss man hart arbeiten. Das haben wir getan. Jetzt müssen wir das dritte Spiel 3:0 gewinnen. Das wird schwer, aber okay, so ist der Job ", sagte der australische Trainer Pim Verbeek. (SPORT1.de-Tabellenrechner)

Sein ghanaischer Gegenüber Milovan Rajevac zeigte sich mit dem Punkt zufrieden: "Das Resultat ist gut für uns. Wir haben jetzt vier Punkte und brauchen gegen Deutschland nur noch ein Unentschieden, um ins Achtelfinale zu kommen. Wir werden alles geben."

Ghana nur kurz geschockt

Im 100. WM-Spiel einer afrikanischen Mannschaft zeigte sich das Team um den auffälligen Mittelfeldregisseur Kevin Boateng von dem frühen Gegentreffer nur kurz geschockt.

Nachdem sich zunächst durch den Patzer von Ghanas Kapitän Kingson die Serie gravierender Torwartfehler bei der WM fortgesetzt hatte, drehten die Black Stars mächtig auf.(Der WM-Spielplan)

In der 20. Minute setzte Andre Ayew einen Linksschuss über das Tor.

Elfmeter und Rot

Kurz darauf war Ghana zurück im Spiel und Kewell, der nach der scharfen Kritik der australischen Medien in der Startelf stand, schon wieder aus dem Spiel.

Der Altstar von Galatasaray Istanbul stoppte einen Schuss von Mensah auf der Torlinie mit dem Arm und sah die Rote Karte. (GAMES: Das WM-Tippspiel)

Den fälligen Elfmeter verwandelte Gyan zum Ausgleich.

Boateng scheitert an Schwarzer

Australien musste sich nun neu ordnen und ließ den Ball minutenlang in den eigenen Reihen zirkulieren.

Ghana, das in den fünf Minuten zuvor angerannt war, wartete ab. In der 43. Minute scheiterte Boateng aus halbrechter Position erneut an Torwart Mark Schwarzer, der den Ball glänzend parierte.

Dennoch erhielt der frühere Berliner viel Lob von seinem Coach: "Kevin Boateng war gegen Australien einer der Besten. Er hatte im Mittelfeld drei oder vier exzellente Aktionen. Kevin hilft unserem Team definitiv weiter", sagte Rajevac nach dem Spiel zur Leistung Boatengs.

Ghana zu unkreativ

Im zweiten Abschnitt drückten die Ghanaer die Socceroos weiter in die eigene Hälfte.

Allerdings fiel dem Achtelfinalisten von 2006 vor dem Tor der Australier über weite Strecken zu wenig ein. In der 63. Minute versuchte es Boateng mit einem Schuss aus 35 Metern, der aber deutlich am Tor der Aussies vorbeirollte.(Die WM-Kader im Überblick)

In der 72. Minute vergab Whilkshire die Möglichkeit zum australischen Siegtreffer als er völlig freistehend aus kurzer Distanz an Kingson scheiterte.

Zwei Bundesliga-Akteure in der Startelf

Ghanas Trainer Milovan Rajevac musste ohne Isaac Vorsah vom Bundesligisten 1899 Hoffenheim und Kapitän John Mensah auskommen.

Für das angeschlagene Duo rückten Lee Addy und Jonathan Mensah in die Innenverteidigung.

Von Beginn an dabei waren Hans Sarpei (Leverkusen) und Prince Tagoe (Hoffenheim) sowie der gebürtige Berliner Boateng.

Elfmeter umstritten

Australiens Trainer Pim Verbeek hatte gegenüber dem 0:4 gegen Deutschland vier Änderungen vorgenommen und unter anderem Routinier Kewell gebracht - was sich jedoch früh als falsch erweisen sollte.

Allerdings waren der Platzverweis und damit auch der Elfmeter umstritten. Kewell hatte den Arm reflexartig minimal zur Seite bewegt und den Ball abgewehrt, ein klares Handspiel war es jedoch nicht.

"Wenn es ein Handspiel war, muss es absichtlich gewesen sein. Jetzt kann ich es eh nicht mehr ändern", kommentierte Verbeek die Szene.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel