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Sulley Muntari schoss in 52 Spielen 15 Tore für die ghanaische Nationalmannschaft © getty

Der als Störenfried bekannte Profi von Inter Mailand attackiert seine Teamkollegen. Von einem Rauswurf sieht der Verband ab.

Sun City - Enfant terrible Sulley Muntari hat bei der ghanaischen Nationalmannschaft einmal mehr für einen Eklat gesorgt.

Vor dem WM-Gruppenfinale der "Black Stars" gegen Deutschland in Johannesburg am Mittwoch (ab 20 Uhr im LIVE-Ticker) ist der 25 Jahre alte Offensivspieler vom Champions-League-Sieger Inter Mailand gegenüber einigen Teamkollegen sowie Trainer Milovan Rajevac offenbar völlig ausgerastet.

Meldungen über einen Rauswurf aus der Mannschaft dementierte der ghanaische Verband aber umgehend.

Ghana vermeidet Fall Anelka

Damit ist der WM-Achtelfinalist von 2006 vor dem entscheidenden Spiel gegen Deutschland nur haarscharf einem eigenen Fall Anelka entkommen.

"Sulley Muntari ist weiterhin Teil der Black Stars bei der WM in Südafrika", hieß es in einer Verbandsmitteilung: (Die WM-Kader im Überblick)

"Wir können bestätigen, dass Muntari nach dem Spiel gegen Australien ausgerastet ist und den Verhaltenskodex der Mannschaft verletzt hat. Sulley hat sein Fehlverhalten eingesehen und sich bei der Mannschaft und bei den Trainern entschuldigt."

Frustriert über Joker-Rolle

Der offensive Mittelfeldspieler, der seinen Platz für Kevin Boateng räumen musste, begründete seinen Ausraster damit, dass er nach dem 1:1 gegen Australien frustriert war, "weil das Team nicht gewinnen konnte".

Wie der Verband mitteilte, werde Muntari bei der WM in Südafrika "weiter sein Bestes für Ghana geben."

Muntari war beim 1:1 gegen Australien erst in der 77. Minute eingewechselt worden und hatte anschließend offenbar völlig die Fassung verloren.

Bekannter Störenfried

Auch im ersten Spiel gegen Serbien (1:0) stand der Inter-Profi nicht in der Startformation. (GAMES: Das WM-Tippspiel)

Im Finale der Königsklasse gegen Bayern München (2:0) kam Muntari ebenfalls erst in der 79. Minute von der Bank.

Muntari ist in Ghanas Nationalmannschaft als großer Störenfried bekannt (Der WM-Spielplan) .

Ob Trainer, Mitspieler oder Verband - Muntari legt sich mit allen an. Er hat zwar alle Anlagen zum Weltstar, doch Muntari stand sich zuletzt mit Disziplinlosigkeiten immer wieder selbst im Weg.

Africa-Cup ohne Muntari

Dass er überhaupt bei der WM am Kap dabei ist, grenzt an ein Wunder.

Im November war er gemeinsam mit dem verletzten Kapitän Michael Essien und Asamoah Gyan einem Länderspiel ferngeblieben.

Ohne Angabe von Gründen. Coach Milovan Rajevac warf das Trio raus, begnadigte die reumütigen Essien und Gyan aber wenig später. Nur Muntari blieb stur.

Rajevac reiste nach Mailand, doch der Inter-Profi ließ das Treffen platzen und verpasste den Africa-Cup im Januar.

"Gehorsam und gottesfürchtig"

Was genau ihn doch noch zur Umkehr bewog, ist nicht bekannt - aber in einem seiner seltenen lichten Momente lenkte Muntari ein.

Öffentlich entschuldigte er sich "beim ghanaischen Volke":

"Ich bin gehorsam und gottesfürchtig. Ghana wird einen neuen Sulley Muntari erleben. Hungriger und immer bereit, die Flagge Ghanas zu verteidigen."

Doch es dauerte nur zwei WM-Spiele, ehe Muntari wieder explodierte.

Vorsah und Mensah fit

Gute Nachrichten gab es für Ghana derweil von den Spielern Isaac Vorsah und John Mensah.

Hoffenheim-Profi Vorsah kann nach überstandenen Knieproblemen gegen Deutschland spielen. Auch Mensah hat seine Oberschenkelprobleme überwunden und ist einsatzbereit.

Ghana reicht gegen die DFB-Auswahl ein Remis, um wie beim WM-Debüt 2006 in die K.o.-Runde zu kommen.

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