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Nach dem Ausscheiden sind die Serben entsetzt und wütend zugleich © getty

Nach der Niederlage gegen Australien und dem Ausscheiden sind die Serben entsetzt. Die Schuld daran weisen sie jemand anderem zu.

Nelspruit - Trauer, Wut und Enttäuschung - im serbischen Teamhotel herrschte bis in die Morgenstunden Aufruhr.

Kaum ein Spieler machte ein Auge zu, zu aufgewühlt waren sie.

"Das war kein schwarzer Tag für den serbischen Fußball, sondern ein schwarzer Tag für den Schiedsrichter", schimpfte Trainer Radomir Antic wie ein Rohrspatz. (Der WM-Spielplan)

Zwei Handelfmeter hatten die Serben in den ersten beiden WM-Spielen gegen sich hinnehmen müssen, ein nicht gegebener in der letzten Minute beim 1:2 (0:0) gegen Australien besiegelte nun das Vorrunden-Aus.

Und der so überschwänglich gefeierte 1:0-Sieg über Deutschland war plötzlich nichts mehr wert.

Als der Unparteiische Jorge Larrionda beim Handspiel von Tim Cahill weiterspielen ließ, sackte Antic auf die Knie und ließ den Kopf auf den Rasen sinken.

Also machten die "Adler" nach dem Australien-Spiel die Nacht zum Tag und ertränkten ihren Frust

Antic wütend

Nach dem Schlusspfiff ließ sich Antic, der Ex-Coach von Real Madrid und dem FC Barcelona, nur widerwillig zum üblichen FIFA-Interview überreden.

Und selbst eine halbe Stunde nach Spielende hatte sich der sonst so besonnene Coach immer noch nicht beruhigt. "Wir sind wütend", wetterte der 61-Jährige:

"Wir wurden nicht fair behandelt. Die Entscheidung des Schiedsrichters ist unglaublich."

Zwei Handelfmeter gegen Serbien

Wenige Meter weiter stand der diesmal nicht zum Einsatz gekommene Dortmunder Neven Subotic und rang nach Worten. "Ich werde mich jetzt nicht umbringen, aber das ist ein ganz trauriger Moment in meiner Karriere", sagte der 21-Jährige.

"Das war ein ganz klarer Elfmeter. Und glauben Sie mir, wir kennen uns mit Handelfmetern aus."

Der von Asamoah Gyan hatte die 0:1-Niederlage zum Auftakt gegen Ghana zur Folge. Lukas Podolski hatte den der Deutschen verschossen.

"Wenn man die beiden gegen uns pfeift, muss man den auch pfeifen", meinte Subotic, und sogar "Sünder" Cahill gab ihm recht.

"Bei uns pfeifen sie zweimal Hand und dieses Ding sehen sie nicht, was will man da noch sagen", sagte der Stuttgarter Zdravko Kuzmanovic, der den Strafstoß gegen Ghana verursacht hatte.

"Damals hat es der vierte Unparteiische gesehen, bei uns nicht. Solche Fehler dürfen nicht passieren", meinte er mit gesenktem Blick und leiser Stimme.

Trauer bei Pantelic

Auch Marko Pantelic war konsterniert.

Der Ex-Berliner hatte nach den Gegentoren von Tim Cahill (69.) und Brett Holman (73.) durch das 1:2 noch einmal Hoffnung geschürt (82.).

Sein vermeintlicher Ausgleich, der Serbien statt Ghana ins Achtelfinale gebracht hätte, wurde wegen einer Abseitsstellung zu Recht nicht anerkannt (86.).

"Ich bin einfach nur traurig", meinte der Stürmer: "Wir haben den Favoriten Deutschland geschlagen und verlieren gegen zwei Mannschaften auf Augenhöhe. Das ist ganz, ganz bitter."

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