vergrößernverkleinern
Hollands Giovanni van Bronckhorst (r.) bekam es hier mit Dennis Rommedahl zu tun © getty

Ohne Superstar Arjen Robben vermeiden die Niederlande nur mit Glück einen Fehlstart. Die Dänen halten lange erfolgreich dagegen.

Johannesburg - Farblose Vorstellung von Oranje: Ohne Bayern-Superstar Arjen Robben haben die Niederlande nur mit Glück einen WM-Fehlstart vermieden.

Die als Mitfavorit gehandelte Elftal gelangte beim 2:0 (0:0) gegen Dänemark in Johannesburg erst durch ein Eigentor von Daniel Agger (46.) auf die Siegerstraße und untermauerte weder ihre starken Leistungen aus der Vorbereitung noch die selbst formulierten Titelambitionen.

Dirk Kuyt staubte nach einem Pfostenschuss des Hamburgers Eljero Elia zum Endstand ab (85.).

"Erste Halbzeit war schwierig"

"Uns ist ein Stein vom Herzen gefallen", sagte der niederländische Trainer Bert van Marweijk nach dem Stolpterstart erleichtert.

"Die erste Halbzeit war sehr schwierig. Dann hatten wir Glück mit dem Eigentor", gestand Oranje-Kapitän Giovanni van Bronckhorst nach seinem 100. Länderspiel. Entscheidend aber, ergänzte er, "ist der Sieg. In der zweiten Hälfte haben wir uns gesteigert, auch weil Elia ins Spiel kam."

Dänemarks Coach Morten Olsen erkannte die Leistung der Niederländer an, haderte aber auch mit dem eigenen Pech: "Die Niederlande haben verdient gewonnen. Wenn wir dieses unglückliche Gegentor nicht bekommen hätten, hätte es auch anders laufen können."

Oranje anfangs ohne Ideen

Bei ihrem zweiten Auftritt in der Gruppe E geht es für die seit 72 Jahren in WM-Auftaktspielen unbezwungenen Niederländer am Samstag in Durban gegen Japan. Dänemark, das bei seiner vierten WM-Teilnahme erstmals das erste Spiel verlor, trifft wenige Stunden später in Pretoria auf Kamerun.

(Der WM-Spielplan)

Vor 83.465 Zuschauern im Soccer-City-Stadion präsentierten sich die Niederländer im ersten Spielabschnitt ohne Ideen und Tempo.

Statisch tastete sich die Mannschaft des ehemaligen Dortmunder Bundesliga-Trainers Bert van Marwijk durchs Mittelfeld und kombinierte nur selten über mehrere Stationen. Fast folgerichtig blieben Chancen Mangelware.

Kuyt mit der Torchance

Einzig Kuyt brachte den Ball in der ersten halben Stunde auf das Tor der Dänen. Dass deren Keeper Thomas Sörensen den unplatzierten Schuss nur mit Mühe abwehren konnte, passte in dieser Phase zum Niveau des Spiels. (GAMES: Das WM-Tippspiel)

Robben, der seinen Muskelfaserriss fast auskuriert hat, sah den trostlosen Bemühungen seiner Teamkollegen von der Bank aus zu. Seine zündenden Ideen fehlten seiner Mannschaft an allen Ecken und Enden.

Auch Rafael van der Vaart war kein gleichwertiger Ersatz für Bayerns Dribbelkünstler. Der ehemalige Kapitän des Hamburger SV versuchte zwar, die Oranje-Angriffe gemeinsam mit Wesley Sneijder zu ordnen, ließ aber kreative Einfälle vermissen.

Dänen mit guten Kontern

Wirklich in Bedrängnis kamen die Dänen vor der Pause somit nur in der 43. Minute, als Robin van Persie aus spitzem Winkel verzog. Zu diesem Zeitpunkt hatten sie den Respekt vor dem zweimaligen Vize-Weltmeister allerdings schon weitgehend abgelegt.

Nachdem sich die Mannschaft von Trainer Morten Olsen zu Beginn vornehmlich darauf beschränkt hatte, eng gestaffelt zu verteidigen und bei Ballgewinnen möglichst schnell zu kontern, wurde sie nun mutiger.

Beim Abschluss waren die Dänen lange sogar gefährlicher als die Niederländer.Stürmerstar Nicklas Bendtner, der nach seinen Leistenproblemen der vergangenen Wochen überraschend in der Anfangself stand und 62 Minuten durchhielt, scheiterte mit einem Kopfball nur knapp (27.).

Dennis Rommedahl (34.) und Thomas Kahlenberg vom VfL Wolfsburg (37.) fanden in Oranje-Keeper Maarten Stekelenburg ihren Meister.

Eigentor bringt Führung

45 Sekunden nach dem Seitenwechsel folgte dann aber die kalte Dusche in Form der glücklichen niederländischen Führung. Nach einer Flanke von van Persie reihten sich in Dänemarks unbedrängter Abwehr Pleiten, Pech und Pannen aneinder. (Die WM-Kader im Überblick)

Poulsen köpfte den Ball an den Rücken von Daniel Agger - von dort aus tropfte der Ball an den Innenpfosten und ins eigene Tor. Zunächst wurde Poulsen das Eigentor zugeschrieben, am Abend korrigierte sich die FIFA dann allerdings und benannte Agger als Schützen.

Zu größerer Sicherheit und Spielfreude verhalf der Elftal aber auch die Führung nicht. Stattdessen setzte sich das uninspirierte Offensivspiel der ersten Halbzeit fort.

Elia zeigt gute Leistung

Mit der Hereinnahme von Elia für van der Vaart (67.) wurde es zumindest ein wenig besser. Den Dänen fehlte es an den nötigen Mitteln, um den Favoriten ernsthaft in Bedrängnis zu bringen.

Im Trikot der Niederländer, die erst gegen Ende für etwas Fußball-Zauber sorgten, waren der äußerst aggressive Ex-Hamburger Nigel de Jong und Keeper Stekelenburg die Besten.

Bei den Dänen wussten Rommedahl und der ehemalige Schalker Christian Poulsen zu überzeugen.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel