vergrößernverkleinern
Honda traf für Japan gegen Kamerun zur 1:0-Führung © getty

Japan siegt gegen Kamerun glücklich durch einen Treffer Hondas kurz vor der Pause. Kamerun erleidet einen Dämpfer.

Bloemfontein - Honda lässt Japan durchstarten - Afrika kommt immer noch nicht in Fahrt:

Keisuke Honda hat dem dreimaligen Asienmeister den ersten WM-Sieg außerhalb der eigenen Landesgrenzen beschert und Afrikas große Hoffnung Kamerun ausgebremst.

Die Japaner bezwangen in der Gruppe E das Team um Superstar Samuel Eto'o mit 1:0 (1:0). Stürmer Honda (39.) war Schütze des Siegtors.

"Wir haben zuletzt so viele Chancen vergeben, aber diesmal hat es geklappt. Unsere Abwehr hat großartig gespielt, sie hat das Spiel gewonnen. Unsere Stärke ist das Kollektiv", sagte Honda , der wie selbstverständlich zum "Man of the Match" gekürt wurde.

Auch Shinji Okazaki hätte sich beinahe noch feiern lassen können, er traf in der 82. Minute aber nur den Pfosten. Stephane Mbia vergab mit einem Schuss an die Querlatte (86.) die beste Chance des gesamten Spiels und den Ausgleich für Kamerun.

"Gegen Dänemark müssen wir gewinnen"

Auch Eto'o und Kamerun konnten damit den Stotterstart der afrikanischen Teams nicht unterbrechen. Fünf von sechs Teams haben nun ihre Auftaktspiele absolviert, lediglich für Ghana gab es einen Sieg.

Nur Südafrika holte neben den "Black Stars" einen Punktgewinn, Algerien, Kamerun und Nigeria verloren. Am Dienstag greift noch die Elfenbeinküste noch ins Geschehen ein - die "Elefanten" treffen auf Portugal. (Der WM-Spielplan)

Kamerun kämpft am Samstag gegen Dänemark (0:2 gegen die Niederlande) schon gegen ein vorzeitiges WM-Aus. "Gegen Dänemark müssen wir gewinnen, das wissen wir", sagte Kameruns enttäuschter Trainer Paul Le Guen.

Japan startet sehr defensiv

Japan spielt am gleichen Tag gegen Oranje wohl schon um den Gruppensieg und darauf richtete der japanische Trainer Okada gleich seinen Blick.

"Der erste Sieg auf ausländischem Boden ist schön, aber wir haben noch nichts erreicht", sagte er und betonte: "Was als nächstes kommt, ist wichtig." Gegen Oranje "müssen wir einen Schritt weitergehen", forderte Okada. Das bedeute: "Unsere Abwehr hat sehr gut gearbeitet, aber wir müssen aggressiver nach vorne arbeiten."

Der WM-Achtelfinalist von 2002 stellte die vermeintlich "unzähmbaren Löwen" in Bloemfontein mit einer sehr defensiven Ausrichtung vor große Probleme, meistens zogen sich neun Feldspieler nach Ballverlusten schnell zurück.

Eto'o, Triplegewinner mit Inter Mailand, versuchte vergeblich, auf dem rechten Flügel das Spiel anzukurbeln. Bundesliga-Profi Eric-Maxim Choupo-Moting (1. FC Nürnberg) hing als Mittelstürmer in der Luft.

Zerfahrener Beginn

Zunächst hatten sich beide Mannschaften vor 30.620 Zuschauern sehr schwergetan.

Das Spiel war sehr zerfahren, geprägt von Abspielfehlern und vielen Fouls. Beiden Teams war die große Nervosität bei ihrem ersten WM-Auftritt in Südafrika deutlich anzumerken.

Besonders den Kamerunern, die vor Spielbeginn sieben Spiele ohne Sieg waren, flatterten die Nerven.

Glückliche Führung

In der 39. Minute gingen die Japaner etwas glücklich in Führung.

Nach einer langen Flanke von der rechten Seite konnte Honda den Ball am langen Pfosten in aller Seelenruhe annehmen und zum 1:0 einschießen - Kameruns Torhüter Hamidou Souleymanou klebte auf der Linie.

(GAMES: Das WM-Tippspiel)

Die erste gefährliche Szene war zuvor den Afrikanern vorbehalten gewesen.

Nach einem Freistoß von Abwehrspieler Mbia in der 10. Minute flog Japans Keeper Eiji Kawashima unter dem Ball durch. Japan hatte sich erstmals in der 17. Minute dem gegnerischen Tor genähert.

Kamerun mit Choupo-Moting und Matip

Kameruns Trainer Paul Le Guen setzte auf zwei junge "Deutsche".

Dass Choupo-Moting neben Eto'o stürmte, war noch erwartet worden. Der gebürtige Hamburger war von seinem Trainer zuletzt als ideale Ergänzung für Kameruns Superstar bezeichet worden.

Aber dass auch der 18-jährige Joel Matip vom Vizemeister Schalke 04 in der Anfangsformation stand, überraschte alle. Der gebürtige Bochumer war in seinen vier Länderspielen zuvor jeweils eingewechselt worden.

(Die WM-Kader im Überblick)

Japans Coach Takeshi Okada verzichtete zunächst auf Starspieler Shunsuke Nakamura.

Als Kapitän lief der einzige Bundesliga-Legionär Makoto Hasebe (VfL Wolfsburg), der das Spielder Asiaten recht gut ordnete, auf.

Der künftige Schalker Atsuto Uchida saß zunächst auf der Bank.

Kaum ein Aufbäumen

Das große Aufbäumen Kameruns blieb in der zweiten Halbzeit überraschend lange aus.

Choupo-Moting brachte immerhin einen Fernschuss zustande (56.), Eto'o rannte sich dagegen immer wieder gegen drei oder vier Abwehrspieler fest. Japan verwaltete das Ergebnis aus einer stabilen Defensive heraus.

Shinji Okazaki traf in der 82. Minute den Pfosten.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel