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Arjen Robben (r.) wechselte für 24 Millionen Euro von Real Madrid zum FC Bayern München © getty

Der Bayern-Star meldet sich nach seiner Blessur mit starkem Kurzeinsatz gegen Kamerun zurück. Der Coach ist nicht zufrieden.

Kapstadt - Arjen Robben war sichtlich bewegt.

Freudestrahlend klatschte er sich mit jedem einzelnen Mitspieler ab, dankbar nahm er den Applaus der Fans entgegen und erst nach Minuten verließ er als einer der letzten den Platz.

Nach einem Comeback, das vor knapp drei Wochen noch in weiter Ferne schien, genoss der niederländische Mittelfeldstar jeden Augenblick seines ersten WM-Auftritts in Südafrika.

Mehr Glanz mit Robben

Dass er mit seinem 17-minütigen Einsatz beim 2:1 (1:0) gegen Kamerun dem Oranje-Team gleich ein wenig mehr Glanz verliehen und phasenweise schon wieder an seine genialsten Momente erinnert hatte, war für Robben eher unwichtig.

"Ich bin vor allem froh, wieder dabei zu sein. Ich bin wirklich gerührt. Für dieses Gefühl habe ich hart gearbeitet und jetzt habe ich den Lohn erhalten", sagte der 26 Jahre alte Bayern-Profi.

Kein normaler Weg

In den exakt 19 Tagen seit seinem Muskelfaserriss im WM-Test gegen Ungarn hatte Robben nie den Glauben an seine WM-Teilnahme verloren.

"Ich wollte unbedingt zu dieser WM. Das war kein normaler Weg, normal wären vier bis sechs Wochen Pause gewesen. Aber ich habe alles dafür getan, jetzt schon wieder hier zu sein", beschrieb er seine zurückliegende Leidenszeit.

Vorlage zum Führungstreffer

Mit seinem ersten Kurzeinsatz war auch die Hoffnung zurück, dass das bislang allzu nüchterne Spiel des WM-Mitfavoriten durch Robben in den nächsten Partien an Inspiration und Zauber gewinnt.

Sein Pfosten-Kracher zehn Minuten nach der Einwechslung, der die Vorlage zum Siegtreffer durch Klaas Jan Huntelaar (83.) lieferte, war eine jener Einzelaktionen, mit denen er schon in der zurückliegenden Bundesliga- und Champions-League-Saison begeistert hatte.

Die zusätzliche Dynamik, die seine Hereinnahme dem Spiel verlieh, war deutlich spürbar.

Noch nicht bei 100 Prozent

Und doch dämpfte der Rückkehrer vorerst zu hohe Erwartungen. "Mein Ziel war erst einmal wieder Rhythmus zu finden. Ich bin noch nicht wieder bei 100 Prozent", sagte Robben.

Bondscoach Bert van Marwijk war denn auch weit davon entfernt, seinem genesenen Star einen Freifahrtschein für die kommenden K.o.-Spiele auszustellen. (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

"Es ist gut zu sehen, dass er schon wieder so weit ist. Er hat gezeigt, wie wichtig er für unser Spiel ist. Aber wir wollen ihn langsam aufbauen, vielleicht kann er im nächsten Spiel schon ein etwas länger ran", so der frühere Dortmunder Bundesligatrainer.

Mit Robben noch besser

Robbens Teamkollegen erhoffen sich indes schon ab dem Achtelfinalspiel gegen die Slowakei am Montag (15.30 Uhr im LIVE-TICKER) in Durban weitere Bereicherung durch den unermüdlichen Antreiber.

"Es ist gut zu sehen, dass einer wie Arjen nach längerer Pause von der Bank kommt und gleich so einschlägt. Das zeigt welche Qualität wir haben und wozu wir noch fähig sind", sagt Stürmer Robin van Persie, der die Elftal in der 36. Minute in Führung gebracht hatte.

Van der Vaart der Leidtragende?

Leidtragender eines zunehmenden Spielanteils von Robben könnte indes Rafael van der Vaart sein, der bislang die Position im rechten offensiven Mittelfeld eingenommen hatte.

Wie schon in den vorherigen Partien konnte der Ex-Hamburger auch gegen Kamerun nicht vollends überzeugen. Zudem machte er mit einem Handspiel im Strafraum das 1:1 durch den verwandelten Elfmeter von Samuel Eto'o (65.) möglich.

"In einem Reflex habe ich meine Hand hochgenommen. Das war ein bisschen dumm", entschuldigte sich der 27-Jährige.

Van Maarwijk: Waren zu fahrlässig

Insgesamt war van Marwijk jedenfalls nicht zufrieden: "Nach unserer Führung und mit bereits vorher feststehenden Qualifikation im Rücken waren wir zu fahrlässig", monierte der Coach.

Gegen die Slowaken dürfe man sich dies nicht erlauben: "Da sollten wir voll konzentriert sein. Deshalb hoffe ich, dass die Jungs ihre Lektion gelernt haben."

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