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Italiens Daniele de Rossi erzielte den Ausgleich gegen Paraguay © getty

Italien startet mit einem Remis gegen Paraguay. Die Südamerikaner gehen in Führung, ein Torwartfehler ermöglicht den Ausgeich.

Kapstadt - Blaues Auge für die Squadra Azzurra:

Titelverteidiger Italien hat in seinem Auftaktspiel bei der WM in Südafrika nur mit Mühe einen Fehlstart verhindert.

Daniele de Rossi vom AS Rom vermied durch seinen Treffer in der 63. Minute, dass der viermalige Weltmeister erstmals seit 16 Jahren mit einer Pleite in eine WM-Endrunde startete.

Die erst in der Schlussphase überzeugenden Azzurri retteten bei Dauerregen in Kapstadt ein 1:1 (0:1) gegen Paraguay, mussten die Partie aber ohne Star-Keeper Gianluigi Buffon zu Ende spielen.

Der viermalige Welttorhüter blieb in der Pause wegen Ischiasbeschwerden in der Kabine und wurde durch den unerfahrenen Federico Marchetti ersetzt.

Villar verpasst Ecke

Vor 62.869 Zuschauern im Green-Point-Stadion, in das die Besucher wegen eines Streiks der Ordner erst verspätet eingelassen werden konnten, stand Buffon bei Paraguays Führungstreffer durch den überzeugenden Antolin Alcazar (39.) noch auf dem Platz.

Gegen den platzierten Kopfball des Abwehrspielers war der 32-Jährige aber machtlos, vielmehr hatte Kapitän Fabio Cannavaro durch einen schweren Patzer unfreiwillige Hilfestellung geleistet.

Beim Ausgleich der Italiener flog dafür Paraguays Torhüter Justo Villar nach einer Ecke am Ball vorbei.

De Rossi schiebt ein

De Rossi konnte ungehindert aus vier Metern einschieben. Der starke Riccardo Montolivo hatte in der 83. Minute sogar noch den Sieg für Italien auf dem Fuß, bei seinem Schuss aus 20 Metern war Villar diesmal aber auf dem Posten.

"Schade, dass wir nicht gewonnen haben. Das Spiel hätten wir gewinnen müssen. Paraguays Tor war ein Zufallsprodukt. Wir haben gut reagiert. Vor dem Tor hat uns die Entschlossenheit gefehlt", sagte Italiens Weltmeister-Trainer Marcello Lippi.

Paraguays Trainer zufrieden

Dagegen versicherte Paraguays Coach Gerardo Martino: "Das Resultat ist für uns in Ordnung."

Im zweiten Spiel der Gruppe F trifft Italien am Sonntag auf Neuseeland. Paraguay, das zuletzt bei der WM 1986 ein Auftaktspiel gewonnen hat, spielt am gleichen Tag gegen die Slowakei. (Der WM-Spielplan)

Zunächst bestreiten Neuseeland und WM-Debütant Slowakei am Mittwoch in Rustenburg ihre Begegnung.

Sechs Weltmeister spielen von Beginn an

Bei strömendem Regen und kühlen Temperaturen hatte sich der Titelverteidiger nach einer hektischen Anfangsphase bemüht, das Spiel unter Kontrolle zu bringen.

Trainer Marcello Lippi bot von Beginn an sechs Weltmeister von 2006 auf. Neben Buffon, Cannavaro und de Rossi standen auch Gianluca Zambrotta, Vincenzo Iaquinta und Alberto Gilardino in der Startelf.

Zu zwingenden Chancen konnte aber auch das erfahrene Weltmeister Sextett zunächst nicht beitragen.(GAMES: Das WM-Tippspiel)

Keine Ideen ohne Pirlo

Ohne den verletzten Spielmacher Andrea Pirlo fehlte es der Squadra Azzurra über weite Strecken an Ideen im Aufbau. Erst nach 22 Minuten brachte Montolivo den ersten Ball auf Paraguays Tor.

Keeper Villar hatte da allerdings keine Probleme, den Ball aufzunehmen, vielmehr leitete er umgehend die erste gefährliche Aktion der Südamerikaner ein (22.).

Der Schuss von Aureliano Torres strich nur knapp an Buffons Gehäuse vorbei.

BVB-Sturm für Paraguay

Paraguays Trainer Gerardo Martino hatte sich bei der Besetzung seiner Anfangsformation für die beiden Dortmunder Bundesliga-Stürmer Nelson Valdez und Lucas Barrios entschieden.

Der ehemalige Münchner Roque Santa Cruz musste zunächst auf der Bank Platz nehmen.

Die seit acht Jahren bei einer WM-Endrunde ungeschlagenen Italiener konnte das BVB-Duo jedoch kaum einmal in Bedrängnis bringen. (Die WM-Kader im Überblick)

Beide Mannschaften neutralisierten sich im Mittelfeld - bis Antolin Alcaraz nach einer Freistoßhereingabe in der 39. Minute zuschlug.

Di Natale ersetzt Gilardino

Erst nach dem Ausgleichstreffer kamen die Italiener zunehmend besser ins Spiel und setzten Paraguay mehr und mehr unter Druck.

Trainer Lippi brachte mit Antonio di Natale für Gilardino einen frischen Angreifer, um den Sieg zu erzwingen. Paraguay nahm seinerseits Barrios vom Feld und brachte zur Entlastung dessen Stürmerkollegen Oscar Cardozo (76.).

"Wir haben eine Sekunde gepennt und bei so einem Gegner wird das gleich bestraft", ärgerte sich Valdez: "Jetzt müssen wir beide Spiele gewinnen, die Gruppe ist sehr schwer."

Probleme beim Einlass

Vor dem Spiel hatte es zunächst große Probleme beim Einlass der Zuschauer gegeben. Das private Sicherheitspersonal war wegen eines Lohnstreits in den Streik getreten.

Die Polizei musste kurzfristig übernehmen. Es kam dadurch zu erheblichen Verzögerungen für die Besucher.

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