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Untröstlich nach dem Aus: Italiens Stürmer Antonio Di Natale © getty

Die Slowakei befördert den Weltmeister aus dem Turnier und zieht ins Achtelfinale ein. Der ehemalige Nürnberger trifft doppelt.

Johannesburg - Weltmeister Italien ist nach einer erneut katastrophalen Leistung bei der WM in Südafrika als dritter Titelverteidiger bereits in der Gruppenphase gescheitert.

Die "Squadra Azzurra" unterlag der Slowakei durch ein Doppelpack des ehemaligen Bundesliga-Profis Robert Vittek (25./73.) und einen Treffer von Kamil Kopunek (89.) verdient 2:3 (0:1) und scheiterte damit wie Italien 1950, Brasilien 1966 und Frankreich 2002 als Weltmeister in der Vorrunde.

"Ich übernehme die volle Verantwortung. Ich habe mit allem gerechnet, aber nicht, dass die Mannschaft in einem so wichtigen Spiel so auftritt wie in der ersten Halbzeit", sagte Italiens scheidender Nationalcoach Marcello Lippi, der nach Abpfiff schnell in den Katakomben verschwand (Der WM-Spielplan).

Vittek: "Unfassbar!"

Italien blieb bei der 17. WM-Teilnahme erstmals ohne Sieg und schied als Letzter der Gruppe F aus.

Die Slowaken erreichten dagegen als WM-Debütant erstmals das Achtelfinale. Dort treffen sie am Montag in Durban auf die Niederlande (ab 15.30 Uhr im LIVE-TICKER).

"Das ist unfassbar! Aber wir schauen von Spiel zu Spiel. Vielleicht können wir für eine weitere Überraschung sorgen", sagte der Ex-Nürnberger Vittek.

Vittek trifft zum 1:0 und 2:0

Vor 45.000 Zuschauern im Ellis-Park-Stadion von Johannesburg sorgte der ehemalige Nürnberger Bundesligaprofi Vittek zunächst für die Führung der Slowaken.

Nach der Pause erhöhte Vittek mit seinem dritten Turniertreffer auf 2:0 für den Außenseiter, Di Natale traf in der 81. Minute zum Anschlusstreffer, ehe Kopunek mit einem Luper das 3:1 erzielte.

Fabio Quagliarella sorgte in der zweiten Minute der Nachspielzeit für den Endstand (GAMES: Das WM-Tippspiel).

Mucha mit der Faust

Die Nerven lagen schon nach dem Anschlusstreffer zum 2:1 völlig blank. Beim Versuch den Ball aus dem Netz zu holen, geriet Quagliarella mit dem slowakischen Keeper Jan Mucha aneinander, der ihn mit der Hand im Gesicht traf. Der englische Referee Howard Webb zeigte beiden Streithähnen Gelb.

Wiederum Quagliarella traf bin der 85. Minute zum vermeintlichen 2:2, Webb versagte dem Tor aber wegen Abseits die Anerkennung (Die WM-Kader im Überblick).

Schwach nach frühen Chancen

Das Team des scheidenden Trainers Marcello Lippi hatte nur fünf starke Minuten, ehe für den viermaligen Weltmeister das Unheil seinen Lauf nahm.

Der in die Startelf gerückte Di Natale (1.) und Vincenzo Iaquinta (4.) vergaben in der Anfangsphase die ersten Chancen für Italien.

Anschließend agierte Italien aber genauso schlecht wie beim peinlichen 1:1 gegen Neuseeland: ideen- und harmlos.

Slowakei wacht auf

Dagegen wachte die Slowakei nach schwacher Anfangsphase schnell auf.

Zunächst kam Kapitän Marek Hamsik in der 6. Minute aus zwölf Metern frei zum Schuss, traf den Ball aber nicht richtig. Dann sorgte Vittek mit seinem trockenen Schuss für die Führung der Osteuropäer.

Geschockte Italiener

Italien zeigte sich anschließend geschockt und zeigte zunehmend eklatante Schwächen im Spielaufbau.

Die nun selbstbewusster auftretenden Slowaken erspielten sich deutliche Feldvorteile und hatten durch Zdenko Strba, der in der 43. Minute nach einem unglücklichen Zweikampf mit Gennaro Gattuso eine tiefe Fleischwunde am Knie erlitt, sogar die Möglichkeit zum 2:0.

Torwart Federico Marchetti konnte den Distanzschuss des Mittelfeldspielers aber zur Ecke klären (35.).

Skrtel klärt auf der Linie

Nach dem Seitenwechsel hatten die Italiener weiterhin nur wenig Ordnung im Spiel, starteten aber einen Sturmlauf auf das Tor der Slowaken.

So dauerte es bis zur 63. Minute, ehe Di Natale aus 20 Metern Slowakei-Keeper Jan Mucha prüfte.

Vier Minuten später hatten die Italiener dann den Torschrei auf den Lippen, doch einen Schuss von Quagliarella klärte Slowakeis Abwehrstar Martin Skrtel auf der Linie.

In der Schlussviertelstunde überschlugen sich dann die Ereignisse: Di Natales Anschlusstreffer weckte bei den Italienern die Leidenschaft, die ihnen zuvor gefehlt hatte. Aber das letzte Aufbäumen reichte nicht mehr.

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