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Roque Santa Cruz wurde mit dem FC Bayern München 2001 Champions-League-Sieger © getty

Paraguays Helden werden nach der Vorrunde gefeiert. Doch nicht nur der Ex-Bayer bremst die Euphorie. Neuseeland hat Blut geleckt.

Polokwane - Paraguays Staatspräsident Fernando Lugo schickte einen offiziellen Glückwunsch, die Fans in der Heimat träumen schon vom historischen Viertelfinale - doch Trainer und Mannschaft blieben nach dem Einzug in die Runde der letzten 16 kritisch.

"Wir haben ein großes Ziel. Aber um das zu erreichen, müssen wir uns steigern", sagte der frühere Münchner Roque Santa Cruz nach dem 0:0 im letzten Gruppenspiel gegen Neuseeland.

Erstmals in ihrer WM-Geschichte ist die "Albirroja" als Gruppenerster ins Achtelfinale eingezogen. (Der WM-Spielplan)

Dort wartet mit Japan (Di, ab 15.30 Uhr, LIVE-TICKER) keine übermächtige Fußball-Nation.

"Wir müssen mit mehr Tempo spielen"

Aber Santa Cruz warnt vor Überheblichkeit: "Wir müssen mit viel mehr Tempo und Dynamik spielen. Sonst können wir ein blaues Wunder erleben."

Zudem bangt Paraguay um den Einsatz von Nelson Valdez. Bei dem Stürmer von Borussia Dortmund besteht laut Teamarzt Manuel Aguilar der Verdacht auf eine Adduktorenzerrung.

Santa Cruz blickte trotzdem optimistisch nach vorn - und schon über die Begegnung gegen Japan hinaus. "Das Achtelfinale ist nicht unser letztes Ziel, unser Traum beginnt ab dem Viertelfinale", sagte der Stürmer:

"Wir haben Spieler, um ihn wahr werden zu lassen. "

Euphorie in der Heimat

In der Heimat herrscht grenzenlose Euphorie.

"Das paraguayische Volk möchte alle Spieler beglückwünschen, die das Trikot der Nationalmannschaft mit ihrem Einsatzwillen und ihrer spielerischen Qualität geehrt haben", schrieb Staatpräsident Lugo in seiner Botschaft.

Auch die Medien überschlugen sich förmlich vor Begeisterung. "Unser Herz schlägt Paraguay!", schrieb die Zeitung "Ultima Hora": "Wir schreiben Geschichte und wollen noch mehr."

Für "La Nacion" ist Paraguay "Favorit im Achtelfinale gegen Japan". Doch die Zeitung warnte zugleich "vor den Freistößen, der neuen Waffe Nippons".

Trainer appelliert an seine Spieler

Auch Nationaltrainer Gerardo Martino mahnte seine Spieler ausdrücklich vor Überheblichkeit.

"Das Achtelfinale wird schnell in Vergessenheit geraten, wenn wir dort rausfliegen", sagte Martino.

"Alle müssen respektiert werden. Wir haben auch gedacht, dass Italien unser schwierigster Gegner in der Vorrunde sein würde - dann war es aber Neuseeland."

"Kiwis" wollen wieder kommen

Bei den gescheiterten Helden der "All Whites" wich die Enttäuschung über das so knappe WM-Aus schnell dem Trotz.

"Wir haben Blut geleckt. Jetzt wollen wir auch in vier Jahren in Brasilien wieder mit dabei sein", sagte der in Göppingen geborene Stürmer Shane Smeltz. Nach seinem Tor beim 1:1 gegen Italien hat Smeltz bereits Angebote aus der Bundesliga vorliegen.

Der ehemalige Bremer Publikumsliebling Wynton Rufer sieht eine gute Chance für die "Kiwis", von nun an regelmäßig dabei zu sein.

"Es ist ein Ruck durch den Fußball in unserem Land gegangen. Wir stehen vor einer guten Zukunft", sagte Neuseelands Fußballer des Jahrhunderts.

Umzug für die Helden

Premierminister John Key kündigte einen großen Empfang für die Mannschaft an, die immerhin den entthronten Weltmeister Italien hinter sich gelassen hatte.

"Ein Festumzug ist angemessen, denn die 'All Whites' kommen als Helden nach Hause", sagte Key.

Da das Team nicht geschlossen zurückkehrt, ist eine offizielle Feier am 23. Juli vorgesehen.

Zukunft von Herbert ungewiss

Noch unklar ist die weitere Zukunft von Nationaltrainer Ricki Herbert. Der 49-Jährige, der auch noch mit großem Erfolg den Klub Wellington Phoenix trainiert, will zunächst vier Tage Urlaub in Hongkong machen, bevor er über sein weiteres Engagement bei den "All Whites" entscheidet.

Der Neuseeländische Verband (NZF) hat bereits signalisiert, das Gehalt von Herbert aufstocken zu wollen. Herbert verdient als Nationalcoach 25.000 Euro - im Jahr.

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