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Cristiano Ronaldo tat sich schwer gegen die starke Abwehr der Elfenbeinküste © getty

Portugal und die Elfenbeinküste trennen sich torlos. Die Ivorer sind sogar das bessere Team. Drogba kommt zu einem Kurzeinsatz.

Port Elizabeth - Nullnummer beim Kurz-Duell der verhinderten Torjäger: Die Elfenbeinküste und Portugal mit ihren Stürmer-Stars Didier Drogba und Cristiano Ronaldo sind bei der WM in Südafrika nicht über ein 0:0 hinausgekommen.

Die beiden Angreifer trafen bei Regen im Nelson-Mandela-Bay-Stadion von Port Elizabeth aber auch nur für eine gute halbe Stunde aufeinander.

Drogba wurde in der 66. Minute eingewechselt, blieb in einer Begegnung ohne große Höhepunkte aber ohne Treffer. Ronaldo traf nur den Pfosten (11.).

"Ellbogen fühlt sich gut an"

"Das Ergebnis ist ganz okay. Als wir hierher kamen, hätte uns keiner eine Chance gegeben. Wir haben beständig gespielt, nur kein Tor geschossen", sagte Drogba.

In Bezug auf seine Verletzung ergänzte er: "Der Ellbogen fühlt sich gut an, sonst wäre ich nicht aufgelaufen. Mit einem gebrochenen Arm nur zuschauen, das wäre schon hart gewesen."

Demel zufrieden

"Es war ein sehr schweres Spiel für uns. 0:0 ist ein ordentliches Ergebnis. Wir haben sehr diszipliniert gespielt und sind zufrieden mit dem Punkt", sagte der ivorische Nationalspieler Guy Demel vom Hamburger SV.

Über seinen Teamkollegen Drogba sagte er: "Wir haben auch ohne ihn Charakter gezeigt. Ein Spieler wie Drogba würde jeder Mannschaft fehlen. Wir freuen uns, dass er wenigstens ein paar Minuten gespielt hat."

Fehlstart für Afrikaner

Mit dem Unentschieden konnte auch die Elfenbeinküste den Fehlstart der insgesamt sechs afrikanischen Mannschaften bei der ersten WM auf dem Schwarzen Kontinent nicht verhindern.

Nur Ghana kam in den Auftaktspielen zu einem Sieg, auch Gastgeber Südafrika holte wenigstens einen Punkt.

Algerien, Nigeria und Kamerun gingen in ihren ersten Gruppenspielen jeweils als Verlierer vom Platz. Drogba und Co. treffen in der Hochkaräter-Gruppe G nun am Sonntag auf Brasilien, Portugal spielt gegen Nordkorea.

Drogbas Manschette regelkonform

Das Rätselraten um Didier Drogba hatte kurz vor dem Beginn des Spiels ein Ende gefunden: Der Stürmer der Elfenbeinküste, der sich am 4. Juni bei einem Testspiel in Bern gegen WM-Teilnehmer Japan (2: 0) einen Knochenbruch nahe des Ellenbogens zugezogen hatte, nahm beim Anpfiff zunächst auf der Bank Platz. (Der WM-Spielplan)

Wenige Stunden zuvor hatte die FIFA nach einer Begutachtung den Einsatz einer Manschette an Drogbas operiertem rechten Unterarm gestattet.

Gleich nach der Pause fing der 32 Jahre alte Torjäger dann an, sich für einen Einsatz warmzulaufen.

Drogba weitgehend unauffällig

Als Drogba in der 66. Minute aufs Feld lief, flippten die ivorischen Anhänger beinahe aus vor Glück.

Doch ihr 32 Jahre alter Volksheld blieb danach vor 31.034 Besuchern bis auf eine Situation kurz vor Schluss ebenso unauffällig wie Ronaldo.

Ronaldo trifft den Pfosten

Dabei hatte dieser anfänglich durchaus auf sich aufmerksam gemacht. In der 11. Minute zog der portugiesische Mannschaftskapitän aus 25 Metern ab - der Ball klatsche halbhoch an den Pfosten. (GAMES: Das WM-Tippspiel)

Zuschauer Drogba bekreuzigte sich auf der Bank. Ronaldo sah für eine Schwalbe im Anschluss eine Gelbe Karte, besann sich ansonsten aber auf seine spielerischen Qualitäten.

Ronaldo wird "Man of the match"

In der offen geführten Begegnung hatten beide Mannschaften erhebliche Probleme beim Spielaufbau - so sorgte lediglich der 92-Millionen-Mann von Real Madrid anfänglich für Gefahr.

Ronaldo fand aber bei seinen Mitspielern kaum Unterstützung. Er ließ sich außerdem häufig weit zurückfallen, um der Bewachung der Ivorer zu entgehen.(Die WM-Kader im Überblick)

Nach guten zehn Minuten in der ersten Halbzeit tauchte er mehr und mehr ab und wurde in der zweiten Halbzeit nur noch bei einer Umarmung mit Drogba gesichtet.

Er hat seit über 16 Monaten kein Tor mehr für Portugal erzielt, kurioserweise wurde er nach dem Spiel dennoch zum "Man of the Match" gekürt.

"Diese Auszeichnung würde ich gern gegen drei Punkte eintauschen. Aber noch ist nichts verloren. England und andere hochkarätige Mannschaften sind nach einem Unentschieden zum Auftakt in einer ähnlichen Situation. Jetzt müssen wir gegen Nordkorea unbedingt gewinnen", sagte Cristiano Ronaldo.

Nach der Pause Ivorer etwas besser

Gegen Ende der ersten Halbzeit kamen die Ivorer ein wenig besser in die hart umkämpfte Begegnung und nach der Pause auch zu halbwegs guten Gelegenheiten.

Zunächst prüfte Gervinho aus spitzem Winkel Torhüter Eduardo (47.), danach hielt der portugiesische Schlussman einen Flachschuss von Salomon Kanou vom FC Chelsea (54. ), der kurz darauf für Drogba vom Feld ging.

Auf der Gegenseite köpfte Liedson nach einer Flanke von Deco den Ball lediglich in die Arme von Torhüter Boubacar Barry (58.).

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