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Didier Drogba feierte 1999 sein Länderspieldebüt für die Ivorer © getty

Carlos Queiroz kritisiert nach dem 0:0 gegen die Ivorer das FIFA-Okay für den Einsatz des Stürmers. Er wittert Bevorzugung.

Port Elizabeth - Seinen stärksten Auftritt hatte Didier Drogba nach dem Abpfiff.

Unmittelbar nach dem torlosen Kurz-Duell der verhinderten Torjäger gegen Cristiano Ronaldo rief der Kapitän die Nationalmannschaft der Elfenbeinküste zu einem Kreis zusammen und schwor seine Mitspieler gleich auf das nächste WM-Spiel ein.

Nach dem 0:0 gegen Portugal stehen die Ivorer, bei denen Drogba nach seinem Ellbogenbruch immerhin zu einem Teilzeiteinsatz von 24 Minuten plus Nachspielzeit in der Lage war, gegen Brasilien bereits unter Zugzwang (Der WM-Spielplan).

"Das Ergebnis ist ganz okay. Als wir hierher kamen, hätte uns keiner eine Chance gegeben. Wir haben beständig gespielt, nur kein Tor geschossen", sagte Drogba (GAMES: Das WM-Tippspiel).

"Das nächste Mal in der Startaufstellung"

Trainer Sven-Göran Eriksson äußerte sich respektvoll über seinen Superstar: "Er wollte spielen. Er war hungrig auf das Spiel, das freut mich ganz besonders. Er wird das nächste Mal in der Startaufstellung stehen können."

Portugals Coach Carlos Queiroz kritisierte dagegen, dass die FIFA Drogbas Comeback erlaubte.

Mit Blick auf die Verletzungsgefahr, die von der Manschette für andere Spieler ausgeht, meinte er: "Es gibt Regeln, aber er ist ein afrikanischer Star. Ich würde da gern wissen, ob da die Regeln für alle gleich sind."

Kein Tor, aber eine Auszeichnung

Während sich Drogba nur kurz vor dem Schlusspfiff einmal in Szene setzen konnte, hatte Cristiano Ronaldo seinen großen Auftritt schon in der 11. Minute.

Mit einem Schuss aus 25 Metern traf er aber nur den Pfosten. Danach tauchte der Mannschaftskapitän der Portugiesen, die nun am zweiten Spieltag der Hochkaräter-Gruppe G auf Nordkorea treffen, zunehmend unter.

Seit 16 Monaten hat er für die Seleccion seines Landes kein Tor mehr erzielt - kurioserweise wurde er nach dem Spiel dennoch zum "Man of the Match" gekürt.

"Noch ist nichts verloren"

"Diese Auszeichnung würde ich gern gegen drei Punkte eintauschen. Aber noch ist nichts verloren. England und andere hochkarätige Mannschaften sind nach einem Unentschieden zum Auftakt in einer ähnlichen Situation. Jetzt müssen wir gegen Nordkorea unbedingt gewinnen", sagte Ronaldo.

Mit dem Unentschieden konnte auch die Elfenbeinküste, beim WM-Debüt 2006 in Deutschland trotz bemerkenswerter Leistungen schon in der Vorrunde gescheitert, den Fehlstart der sechs afrikanischen Mannschaften bei der ersten WM heimischen Kontinent nicht verhindern.

Nur Ghana kam in den Auftaktspielen zu einem Sieg, auch Gastgeber Südafrika holte wenigstens einen Punkt. Algerien, Nigeria und Kamerun gingen in ihren ersten Gruppenspielen jeweils als Verlierer vom Platz.

Last-Minute-Okay

Das Rätselraten um Drogba hatte kurz vor dem Beginn des Spiels ein Ende gefunden: Der Angreifer, der sich am 4. Juni bei einem WM-Test in Bern gegen WM-Teilnehmer Japan (2:0) einen Knochenbruch nahe des Ellenbogens zugezogen hatte, nahm beim Anpfiff zunächst auf der Bank Platz.

Wenige Stunden zuvor hatte der Weltverband FIFA nach einer Begutachtung den Einsatz einer Manschette an Drogbas operiertem rechten Unterarm gestattet.

Gleich nach der Pause fing der 32 Jahre alte Torjäger dann an, sich warmzulaufen.

"Er würde jeder Mannschaft fehlen"

"Wir haben auch ohne ihn Charakter gezeigt", versicherte Guy Demel vom Hamburger SV, doch auch gab indirekt zu, dass ihm und seinen ohne Drogba ungefährlichen Mannschaftskollegen ohne den Kapitän auch die Inspiration und der Glaube abging.

"Ein Spieler wie Drogba würde jeder Mannschaft fehlen", betonte Demel, "und wir freuen uns, dass er wenigstens ein paar Minuten gespielt hat."

Über seinen Einsatz hatte der 32 Jahre alte Drogba mehr oder weniger im Alleingang entschieden, keiner habe ihn unter Druck setzen wollten, sagte Trainer Eriksson.

Bekreuzigung beim Pfostenkracher

"Der Ellbogen fühlt sich gut an, sonst wäre ich nicht aufgelaufen", sagte Drogba und betonte: "Mit einem gebrochenen Arm nur zuschauen, das wäre schon hart gewesen."

Als Drogba in der 66. Minute aufs Feld lief, flippten die ivorischen Anhänger beinahe aus vor Glück. Doch ihr 32 Jahre alter Volksheld blieb danach vor 31.034 Besuchern bis auf eine Situation kurz vor Schluss ebenso unauffällig wie Ronaldo.

Dessen Pfostenschuss brachte Zuschauer Drogba noch dazu, sich zu bekreuzigen, doch viele aufregende Szenen musste er danach nicht mehr überstehen.

"Es war ein sehr enges Match, es gab kaum Torchancen. Es waren zwei Mannschaften, die nicht verlieren wollten", fasste Eriksson das Spiel knapp, aber treffend zusammen.

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