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Nordkorea erreichte bei der WM 1966 in England das Viertelfinale © getty

Im Viertelfinale der WM 1966 verlor Nordkorea in einer dramatischen Partie gegen Portugal. Nun wollen sich die "Chollimas" rächen.

Kapstadt - Die nationale Schande liegt bereits 44 Jahre zurück, ist aber längst nicht vergessen. Nun bietet sich die Chance zur Revanche:

Wenn Portugal und Nordkorea (Mo., ab 13 Uhr im LIVE-TICKER) in Kapstadt zu ihrem zweiten WM-Duell antreten, schwingt auf der einen Seite ein wenig Nostalgie mit. Doch auf der anderen geht es um nicht weniger als den Stolz des gesamten Volkes.

Das 3:5 der Asiaten im WM-Viertelfinale von 1966 wollen sie mit einem heroischen Sieg beim Wiedersehen in Südafrika wettmachen.

Rache für 1966

"Wir wollen versuchen, uns für 1966 zu rächen", sagt Mittelfeldspieler An Yong-Hak, der wie seine Mitspieler die Geschichte von damals nur aus Berichten und Aufzeichnungen kennt.

Einer, der in tragender Rolle selbst dabei war, ist Portugals Fußball-Idol Eusebio, dessen vier Tore nach 0:3-Rückstand einst die Wende im Spiel bedeuteten:

"Das war mein Tag. Jeder Spieler träumt davon, eines Tages ein Spiel zu drehen. Und an diesem Tag war ich das", berichtet der 68-Jährige.

"Ein 1:0-Sieg reicht schon"

Die Neuauflage der Partie sieht der WM-Torschützenkönig von 1966 allerdings eher pragmatisch:

"Ich hoffe, dass Portugal diesmal das erste Tor erzielt. Das wäre wichtig für das Selbstbewusstsein. Ein 1:0-Sieg reicht ja schon."

Nach dem 0:0 gegen die Elfenbeinküste benötigen die Südeuropäer unbedingt einen Erfolg, um ihre Chancen auf den Achtelfinaleinzug aufrecht zu erhalten.

Historischer Erfolg

Für das Team der kommunistischen Volksrepublik Nordkorea ist die Situation nach der - wenn auch achtbaren - 1:2-Niederlage im ersten Spiel gegen Brasilien klar:

Bei einer weiteren Pleite wäre der zweite WM-Auftritt wohl schneller beendet als seinerzeit in England.

Damals kamen die Asiaten dank eines sensationellen 1:0-Siegs gegen Italien unter die letzten Acht.

"Wir werden alles versuchen"

Stürmer Jong Tae-Se, der in Japan bei Kawasaki Frontale spielt, hofft auf den ersten WM-Sieg Nordkoreas seit jenem Triumph über die Italiener.

"Portugal ist ein Weltklasse-Team wie Brasilien. Es wird sehr hart, aber wir werden alles versuchen", sagt Tae-Se, an dem angeblich der VfL Bochum interessiert ist.

Er selbst wolle mit seinem ersten WM-Tor den Grundstein zum Erfolg legen. (GAMES: Das WM-Tippspiel)

Queiroz erwartet Abwehrbollwerk

Portugals Trainer Carlos Queiroz erwartet einen sehr defensiv eingestellten Gegner, der es dem WM-Vierten von 2006 schwer machen wird.

"Es ist immer schwierig gegen Mannschaften, die hinten drin stehen und auf Fehler des Gegners warten", so der Coach.

Während die Hoffnungen dabei wieder einmal auf Superstar Cristiano Ronaldo ruhen, muss die Seleccao auf Mittelfeld-Ass Deco verzichten.

Der Spielmacher laboriert an einer Zerrung im Hüftbereich.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Portugal: 1 Eduardo - 3 Ferreira, 6 Carvalho, 2 Alves, 23 Coentrao - 8 Mendes, 16 Meireles, 19 Tiago - 7 Ronaldo, 9 Liedson, 11 Simao.

Nordkorea: 1 Ri Myong Guk - 16 Nam Song Chol, 13 Pak Chol Jin, 4 Pak Nam Chol I, 5 Ri Kwang Chon - 3 Ri Jun Il - 11 Mun In Guk, 8 Ji Yun Nam - 10 Hong Yong Jo, 17 An Yong Hak - 9 Jong Tae Se.

Schiedsrichter: Pablo Pozo (Chile)

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