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Cristiano Ronaldo erzielte den Treffer zum 6:0 gegen Nordkorea © getty

Die Iberer feiern gegen Nordkorea ihren höchsten WM-Sieg. Für den Coach ist das Torfestival eine große Motivation.

Kapstadt - Als sich endlich auch Cristiano Ronaldo in die lange Torschützenliste eintragen durfte, war das Glück der Portugiesen perfekt.

Auf der Ehren-Tribüne strahlte Fußball-Idol Eusebio und auf dem Feld huldigten die Spieler der Seleccao ihrem Kapitän: Mit dem 7:0 (1:0) gegen Nordkorea hat Portugal nicht nur den höchsten Sieg seiner WM-Geschichte gefeiert, sondern auch eine eindrucksvolle Bewerbung für den Titel abgegeben.

"Toreschießen bringt immer auch Selbstbewusstsein mit sich. Dieser Sieg war eine große Motivation für den weiteren Verlauf", sagte Coach Carlos Queiroz.

Und der Bremen-Legionär Hugo Almeida ergänzte: "Es ist unsere Aufgabe, immer anzugreifen. Und wir sind hier, um Geschichte zu schreiben."

Großer Tag für Portugal

Angeführt von ihrem Star Ronaldo, der erstmals seit 16 Monaten wieder ein Tor im Nationaltrikot erzielte, schossen sich die Iberer zum bisher höchsten Sieg eines Teams in Südafrika und ganz nahe ans Ticket für die K.o.-Runde.

"Mit jedem Treffer sind wir dem Achtelfinale ein Stück näher gekommen. Die Spieler haben wunderbaren Fußball gespielt und wunderbare Tore erzielt. Das war ein großartiger Tag für den portugiesischen Fußball", schwärmte Queiroz von der Demonstration in Kapstadt.

Selbst eine Niederlage im abschließenden Spiel der Gruppe G gegen Brasilien dürfte bei neun Toren Vorsprung auf die derzeit drittplatzierte Elfenbeinküste zum Weiterkommen genügen (Der WM-Spielplan).

Große Geste von Ronaldo

Dennoch mahnte Queiroz zur Konzentration auf die Begegnung mit dem Rekordweltmeister am Freitag in Durban: "Wir müssen auch gegen Brasilien ein leidenschaftliches Spiel abliefern, um den nächsten Schritt zu machen."

Die Spieler dagegen genossen den Augenblick. "Es passiert nicht alle Tage, dass man sieben Tore in einem Spiel macht, aber ich glaube, unser Sieg war auch in der Höhe verdient", sagte Spielführer Ronaldo, der in zum Spieler des Spiels gekürt wurde (GAMES: Das WM-Tippspiel).

"Drei oder vier meiner Teamkollegen hätten diese Auszeichnung auch verdient gehabt - vor allem Tiago", sagte der Weltfußballer von 2008 bescheiden - und reichte die Trophäe kurzerhand an den Mittelfeldspieler von Atletico Madrid weiter.

Doppelpack von Tiago

Tatsächlich lief das Spiel lange Zeit an Ronaldo vorbei. Erst als die Tormaschine dank des Doppeltorschützen Tiago (60./89. Minute) sowie der ebenfalls überragenden Raul Meireles (29.) und Almeida (56.) ins Rollen gekommen war, blühte auch der teuerste Spieler der Welt auf und ließ seine Klasse zunehmend aufblitzen.

In der 87. Minute wurde er schließlich belohnt - wenn auch auf kuriose Weise: Beim Versuch eines Lupfers über den herausstürmenden Torwart Ri Myong-Guk landete der Ball erst in Ronaldos Nacken, ehe der Stürmer ihn auf den Fuß bekam und die Kugel schließlich ins Netz schoss.

Bis dahin hatten auch schon Simao (53.) und der für Almeida eingewechselte Liedson (81.) getroffen (Die WM-Kader im Überblick).

Revanche für 1966 misslungen

Dagegen hatten die bemitleidenswerten Nordkoreaner nur eine knappe halbe Stunde gegenhalten können, um am Ende völlig unterzugehen.

Eigentlich hatten die Asiaten späte Revanche für die 3:5-Niederlage gegen Portugal im Viertelfinale der WM 1966 nehmen wollen, doch letztlich mussten sie die Übermacht des Gegners anerkennen.

"Unsere Spieler haben sicher alles gegeben, aber wir sind taktisch auseinandergefallen. Die Balance zwischen Angriff und Abwehr war nicht gut", sagte Trainer Kim Jong-Hun.

Nordkorea ausgeschieden

Auch wenn sein Team nach der zweiten Niederlage bereits vorzeitig gescheitert ist, versprach der Coach für das letzte Spiel am Freitag gegen die Ivorer noch einmal einen ehrenvollen Kampf.

"In der Heimat werden sie auf unser nächstes Spiel schauen und uns ermutigen, es besser zu machen. Auch wenn wir unser Ziel verfehlt haben, werden wir uns gut auf die Begegnung vorbereiten und unsere Strategie und Taktik nochmals überdenken."

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