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Auf kuriose Weise erzielte Cristiano Ronaldo gegen Nordkorea sein erstes WM-Tor 2010 © getty

Brasilien und Portugal kämpfen um die Spitze der Gruppe G, das Duell der Superstars fällt aber aus. Die Elfenbeinküste hofft.

Durban/Nelspruit - Portugal verspricht ein Fußball-Fest, die Nordkoreaner zittern vor staatlicher Strafe, die "Elefanten" hoffen auf ein Wunder:

Sportlich scheint die Gruppe G vor dem letzten Spieltag entschieden, doch in beiden Partien ist für mächtig Zündstoff gesorgt.

Beim Spitzenspiel zwischen dem bereits für das Achtelfinale qualifizierten Rekord-Weltmeister Brasilien und der einstigen Kolonialmacht Portugal fällt das direkte Duell der Weltstars Kaka und Cristiano Ronaldo aus.

Portugals Trainer Carlos Queiroz verspricht den Fans für Freitag in Durban (ab 15.30 Uhr im LIVE-TICKER) aber dennoch ein Erlebnis.

"Beide Mannschaften sind in der richtigen Form, um der Fußball-Welt ein Spektakel zu bieten. Wir wollen diesmal auf jeden Fall verhindern, dass Brasilien trifft. Das ist eine Frage der Ehre", sagte Queiroz.

Elfenbeinküste braucht Schützenfest

Auf Torjäger Didier Drogba und ein Schützenfest hofft dagegen die Elfenbeinküste, die zeitgleich in Nelspruit (ab 15.30 Uhr im LIVE-TICKER) drei Punkte und neun Tore auf die Portugiesen gutmachen muss.

"Wenn wir weiterkämen, wäre das ein echtes Wunder. Und nur Gott weiß, ob es so kommen wird", sagte der Stuttgarter Arthur Boka:

"Aber wenn Portugal 7:0 gewinnen kann, warum sollten wir das nicht auch schaffen können?"

Nordkoreanern droht Kohlebergwerk

Für die Nordkoreaner könnte eine weitere sportliche Demütigung indes schlimme Folgen haben.

"Wenn sie verlieren, müssen sie büßen und werden zum Arbeiten in Kohlebergwerke geschickt", sagte der aus dem Land geflüchtete Trainer Moon Ki-Nam.

Keine Prognose von Eusebio

Rein sportlich ist dagegen die Brisanz im Duell um den Gruppensieg.

"Ich gehe nicht so weit und sage, Portugal ist heute stärker als Brasilien. Aber bei dem Duell kann man nicht vorhersagen, wer gewinnt", sagte Eusebio, der auch in Südafrika jedes Spiel der Seleccao von der Tribüne aus verfolgt und beim Tor-Festival gegen Nordkorea bestens unterhalten wurde.

Der frühere Weltstar hatte 1966 beim bisher einzigen WM-Duell zwischen Portugal und Brasilien auf dem Platz gestanden. Portugal gewann 3:1, Pele und Co. wurden nach zuvor zwei WM-Titeln in der Vorrunde gestoppt.

Selecao betet für Flutopfer

Brasiliens Coach Dunga konnte sich nur schwer auf Sportliches konzentrieren. Er zeigte sich betroffen von der Naturkatastrophe in der brasilianischen Provinz Pernambuco, wo 45 Menschen in durch tagelange Regenfälle ausgelöste Fluten starben.

"Wir beten für die Menschen und hoffen, dass sie diese Naturkatastrophe überwinden. Wir hoffen, dass ihnen ein Sieg gegen Portugal wenigstens ein wenig ihrer Leiden nimmt", sagte Dunga auf der offiziellen Pressekonferenz in Durban.

"Sieg ist gut für das Selbstvertrauen"

Diesmal würde den Brasilianer ein Unentschieden für den Gruppensieg reichen. "Aber ein Sieg ist gut für das Selbstvertrauen", sagte Kaka.

Der muss seinem Klubkollegen von Real Madrid, Cristiano Ronaldo, zwangsläufig zuschauen, weil er gegen die Ivorer eine Gelb-Rote Karte gesehen hatte.

Die beiden Real-Stars stehen auch während der WM in Kontakt. "Er hat mich angerufen und gesagt, dass mein Platzverweis ungerechtfertigt war", berichtet Kaka vom Gespräch mit Ronaldo.

Rekord für Lucio

Auf dem Platz steht dagegen Champions-League-Sieger Lucio, der sein 15. WM-Spiel machen wird und damit Pele und Zico (beide 14) in der Rekordliste hinter sich lässt.

Der ehemalige Bayern-Profi betont, was gegen Portugal gefragt ist: "In der brasilianischen Nationalmannschaft haben wir die Pflicht, jedes Spiel zu gewinnen. Wir spielen für die Ehre des brasilianischen Trikots und der Öffentlichkeit."

Misstöne gibt es derzeit nur zwischen Brasiliens Nationaltrainer Dunga und den Medien.

Dunga gegen die Medien

Der ehemalige Stuttgarter Bundesliga-Profi hat die Mixed Zone, wo das Heer der 400 brasilianischen Reporter nach dem Training mit Spielern sprechen konnte, abgeschafft.

Auch die Exklusiv-Interviews des zahlenden TV-Rechte-Halters strich Dunga. Auf der Pressekonferenz am vergangenen Sonntag legte sich Dunga mit einem Journalisten des Medienimperiums "O Globo" an.

Amüsiert verfolgte dies ein ehemaliger Wegbegleiter. "Dunga, alter Partner, verliere nicht den Blick fürs Wesentliche", sagte Romario, der mit Dunga 1994 Weltmeister geworden war.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Portugal - Brasilien

Portugal: 1 Eduardo - 13 Miguel, 2 Alves, 6 Carvalho, 23 Coentrao - 19 Tiago, 8 Mendes, 16 Mereiles - 7 Ronaldo, 18 Almeida, 11 Simao

Brasilien: 1 Julio Cesar - 2 Maicon, 3 Lucio, 4 Juan, 6 Michel Bastos - 13 Alves, 8 Gilberto Silva, 5 Felipe Melo - 19 Baptista - 9 Luis Fabiano, 11 Robinho

Schiedsrichter: Benito Archundia (Mexiko)

Nordkorea - Elfenbeinküste

Nordkorea: 1 Ri Myong-Guk - 16 Nam Song-Chol, 13 Pak Chol-Jin, 8 Ji Yun-Nam, 5 Ri Kwang-Chon - 3 Ri Jun-Il - 17 An Yong-Hak - 11 Mun In-Guk, 4 Pak Nam-Chol I, 10 Hong Yong-Jo - 9 Jong Tae-Se

Elfenbeinküste: 1 Barry - 20 Demel, 4 Kolo Toure, 5 Zokora 17 Tiene - 19 Yaha Toure - 15 Dindane, 21 Eboue, 9 Tiote, 8 Kalou - 11 Drogba

Schiedsrichter: Albert Undiano (Spanien)

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