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Die Spanier besiegten Deutschland im EM-Finale 2008 mit 1:0 © getty

Der Europameister steht gegen die Außenseiter aus Mittelamerika unter großem Druck. Beiden Mannschaften droht das frühe Aus.

Johannesburg - Nachdem bereits einige europäische Mannschaften bei der WM ins Straucheln gekommen sind, will der Europameister Spanien ein peinliches Ausscheiden in der Vorrunde um jeden Preis vermeiden.

Nach der Niederlage gegen die Schweiz im Auftaktspiel stehen die im Vorfeld des Turniers als Favoriten gehandelten Spanier gegen Honduras (Mo., ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) aber schon mit dem Rücken zur Wand.

Und der krasse Außenseiter aus Honduras spuckt große Töne. "Wenn wir Geschichte schreiben wollen, müssen wir einen der Favoriten bezwingen. Für uns zählt nur der Sieg", sagt Außenverteidiger Sergio Mendoza.

Trainer Reinaldo Rueda ergänzt: "Man sollte uns nicht schon abschreiben. Meine Mannschaft ist stark genug, um dem Druck der Spanier standzuhalten. Wenn wir zusammenhalten, können wir gewinnen."

Doch auch für Honduras steht viel auf dem Spiel, schließlich droht auch ihnen nach dem 0:1 gegen Chile im ersten Spiel das frühe Aus.

"Es geht um die Arbeit der vergangenen Jahre"

"Hier geht es nicht nur ums Weiterkommen, sondern um die Arbeit der vergangenen Jahre", sagt Trainer Rueda.

Für die Spanier dürfte die Partie ein Nervenspiel werden. Und die Vergangenheit macht wenig Mut: Bei der WM 1982 im eigenen Land kamen die hoch favorisierten Südeuropäer gegen Honduras nicht über ein 1:1 hinaus.

Und auch diesmal ist der Respekt vor dem Außenseiter im Quartier der "Furia Roja" in Potchefsroom zu spüren.

Trainingsplatz abgeriegelt

"Einen Fehler haben wir uns schon geleistet, ein zweiter wäre fatal. Wir dürfen jetzt keine Angst haben", fordert EM-Torschützenkönig Villa, dessen Team in den vergangenen dreieinhalb Jahren nur zwei von 49 Länderspielen verlor. (GAMES: Das WM-Tippspiel)

Am Samstag ließ Trainer Vicente Del Bosque den Trainingsplatz hermetisch abriegeln. Zwölf Polizeiwagen schützten die Übungseinheit vor unliebsamen Kiebitzen.

Torres steht bereit

Dazu ist der Einsatz von Andres Iniesta gefährdet. "Er ist nicht ganz fit, die Entscheidung wird am Spieltag fallen", sagte Del Bosque. Der Mittelfeldstar vom FC Barcelona hatte im Spiel gegen die Schweiz einen Schlag auf den Oberschenkel bekommen.

"Wir dürfen uns nicht verrückt machen und müssen an den Dingen festhalten, die uns zu einem der Turnierfavoriten gemacht haben", sagt Torres, der nach seiner Knieoperation im vergangenen April nur 30 Minuten gegen die Schweiz zum Einsatz kam und nun in die Starelf drängt.

"Der Trainer hat noch keine Andeutungen gemacht. Aber ich bin bereit", meint der Angreifer vom FC Liverpool.

Die Qualitäten des Torjägers würde der "Seleccion" gut zu Gesicht stehen.

24-mal brachten die Spanier den Ball beim WM-Auftakt aufs Schweizer Tor, im Netz wollte der Ball jedoch nicht zappeln.

Del Bosque bleibt auf jeden Fall

"Jetzt geht es darum, die nächsten sechs Spiele zu gewinnen. Es ist immer besser, die erste als die letzte Partie zu verlieren", sagt Del Bosque, der von Spaniens Verbandspräsidenten Angel Villar volle Rückendeckung erhielt und auch im Falle eines frühen Ausscheidens im Amt blieben soll.

"Wir haben keine Wahl: Wir müssen gewinnen und jede Sekunde kämpfen, als sei es unsere letzte", sagt Mittelfeldspieler Xabi Alonso.

Die voraussichtlichen Mannschaftsauftsellungen:

Spanien: 1 Casillas - 15 Ramos, 3 Pique, 5 Puyol, 11 Capdevila - 14 Xabi Alonso - 21 Silva (10 Fabregas), 8 Xavi, 6 Iniesta - 9 Torres, 7 Villa

Honduras: 18 Vallandares - 23 Mendoza, 2 Chavez, 3 Figueroa, 21 Izaguirre - 8 Wilson Palacios, 20 Guevara - 17 Alvarez, 7 Nunez, 13 Espinoza - 9 Pavon

Schiedsrichter: Yuichi Nishimura (Japan)

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