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Ottmar Hitzfeld (l.) löste 2008 Köbi Kuhn als Schweizer Coach ab © getty

Die Hitzfeld-Elf verliert trotz eines WM-Rekords gegen Chile. Der eigenwillige Unparteiische verärgert den Schweizer Coach.

Port Elizabeth - Eine Stunde kämpfte die Schweiz mit zehn Mann um einen Punktgewinn - doch sie kämpfte vergeblich.

Chile gewann eine Abwehrschlacht gegen die Eidgenossen mit 1:0 und stieß damit das Tor in die K.o.-Runde weit auf.

Die Schweizer ärgerten sich hinterher über den saudi-arabischen Schiedsrichter Khalil Al Ghamdi , der ihnen mit einem fragwürdigen Platzverweis eine lange Unterzahl bescherte und diverse weitere strittige Entscheidungen traf.

Hitzfeld zeigte sich erbost über den Unparteiischen: "Ich finde, bei einer WM, sollten die besten Schiedsrichter der Welt angesetzt werden, die auch in den großen Ligen pfeifen - und nicht irgendwo am Strand."

Zwei Änderungen von Hitzfeld

Entgegen der Weisheit "Never change a winning team" hatte der Schweizer Coach Hitzfeld im Vergleich zum 1:0 gegen Europameister Spanien gleich zwei Änderungen vorgenommen.

Für die Leverkusener Bundesliga-Profis Tranquillo Barnetta und Eren Derdiyok standen Behrami vom englischen Premier-League-Klub West Ham United sowie Kapitän und Rekordtorjäger Alexander Frei in der Anfangsformation (GAMES: Das WM-Tippspiel).

Suazo führt sich ruppig ein

Bei den Chilenen feierte der gegen Honduras (1:0) schmerzlich vermisste Torjäger Humberto Suazo sein WM-Debüt. Suazo war es auch, der bereits nach 70 Sekunden eine Gelbe Karte sah.

Sein Foul im Mittelfeld stand symbolisch für die Aggressivität, mit der die Chilenen schon frühzeitig den Spielaufbau der Schweizer zu stören versuchten.

Eigenwilliger Schiri

Nach rund zehn Minuten schienen zuerst die Südamerikaner eine bessere Einstellung zur Partie gefunden zu haben. Mit ihrer Schnelligkeit, Dynamik sowie ihren technischen Qualitäten stellte "La Roja" die Schweizer vor einige Probleme.

Auf der anderen Seite ließ die chilenische Defensive kaum Chancen zu, weil es Hitzfelds "Nati" an den nötigen Ideen fehlte (Die WM-Kader im Überblick).

In einem Spiel mit Haken und Ösen zeigte der eigenwillige saudische Schiedsrichter Khalil Al Ghamdi schon bis zur Halbzeit vier Gelbe Karten (drei für Chile) und in der 31. Minute die Rote Karte gegen den Behrami, der Vidal bei einem Zweikampf an der Seitenline mit dem Arm im Gesicht traf. Der Unparteiische wertete es als Tätlichkeit.

Behrami ist der erste Schweizer, der bei einer WM vom Platz gestellt wurde.

Tor-Rekord gebrochen

Die Schweizer beschränkten die ganze Partie über vor allem auf die Defensive. Die Chilenen hatten viele Chancen, waren dabei aber selten gefährlich oder hatten kein Glück - ein vermeintlicher Treffer von Alexis Sanchez in der 48. Minute wurde wegen Abseits nicht gegeben.

Auch das Tor der Chilenen erschien irregulär: Vorbereiter Paredes stand, als er den Ball bekam, in akut abseitsverdächtiger Position.

Erst nach dem Gegentor schaltete Hitzfeld auf Offensive um und brachte Eren Derdiyok, der kurz vor Schluss auch die beste Chance für die Eidgenossen neben das Tor setzte.

Neun Verwarnungen

In Erinnerung blieb am Ende der Partie vor allem der Schiri, der mit neun Verwarnungen auch nicht an Gelben Karten sparte - und sich zusätzlich angreifbar machte:

Als Gary Medel in der 61. Minute Steve von Bergen beim Aufstellen der Mauer an den Hals schlug, gab er nur Gelb.

Rekord als schwacher Trost

Schwacher Trost für die Schweizer: Zwischenzeitlich stellten sie einen WM-Rekord für Spiele ohne Gegentor auf.

Die Eidgenossen durchbrachen in Port Elizabeth mit 559 Minuten die Bestmarke von Italien, das zwischen dem 17. Juni 1986 und 3. Juli 1990 550 Minuten lang keinen Gegentreffer kassiert hatte (Der WM-Spielplan).

Die Schweizer können mit einem Erfolg am letzten Spieltag gegen Honduras trotzdem noch ins Achtelfinale einziehen.

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