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Spaniens David Villa erzielt das 1:0 gegen Honduras © getty

Der Europameister fährt gegen Außenseiter Honduras einen nie gefährdeten Pflichtsieg ein. Nur die Chancenverwertung ist mangelhaft.

Aus Südafrika berichtet Martin van de Flierdt

Johannesburg - Dank David Villa hat sich Europameister Spanien nach seiner Auftaktniederlage eindrucksvoll im Turnier zurückgemeldet und seine Chance auf das Achtelfinale gewahrt.

Die Iberer bezwangen Honduras in Johannesburg mit 2:0 (1:0) und liegen in der Gruppe H nun auf Platz zwei hinter Chile. Im Ellis Park hätte Villa nach dem 1:0 (17.) gar nicht mehr auf dem Rasen sein dürfen, um seinen zweiten Treffer (51.) zu erzielen.

Denn er hatte sich am Ende der ersten Halbzeit eine Tätlichkeit geleistet, die jedoch ungeahndet blieb (41.). Ein mögliches drittes Tor vergab der Angreifer mit einem verschossenen Elfmeter (62.).

"Wir sind zufrieden, das war ein sehr wichtiger Sieg für uns", sagte Villa nach Abpfiff: "Wir haben viele Chancen ausgelassen, aber es ist ein gutes Ergebnis, denn wir haben jetzt ein Tor mehr als Chile."

Trainer Vicente Del Bosque dachte schon an die nächste Aufgabe: "Es war ein wichtiger Sieg. Der Druck im letzten Spiel liegt jetzt natürlich auf uns, und damit müssen wir klarkommen."

Zwei Neue dabei

Vor 54.385 Zuschauern hatte Spaniens Trainer Vicente del Bosque seine Mannschaft im Vergleich zum 0:1 gegen die Schweiz auf zwei Positionen verändert.

Der angeschlagene Andres Iniesta und David Silva blieben zunächst auf der Bank. Jesus Navas besetzte im 4-3-3 die rechte Angriffsseite. Fernando Torres agierte als zentrale Spitze, Villa rückte nach links raus. (Der WM-Spielplan)

Reinaldo Rueda brachte bei Honduras drei frische Kräfte auf den Rasen, die bei der Auftaktniederlage gegen Chile nicht mit dabei gewesen waren.

Suazo in der Startelf

Angreifer und Hoffnungsträger David Suazo war fit genug für die Anfangself. Dazu kamen Walter Martinez und Danilo Turcio für Ramon Nunez, Carlos Pavon und Edgar Alvarez in die Mannschaft.

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Mit einem 4-1-4-1 versuchten die Mittelamerikaner zu verhindern, dass die Spanier ins Rollen kommen. Das misslang in der einseitigen ersten Halbzeit gründlich.

Der Europameister spielte sich eine Vielzahl von Torchancen heraus. Doch Torres traf auf Villa-Zuspiel aus zehn Metern den Ball nicht richtig (5.), Villa selbst aus 25 Metern die Latte (7.).

Villa macht drei Mann nass

Das 1:0 ließ aber nicht viel länger auf sich warten. Villa düpierte am linken Flügel Amado Guevara, Sergio Mendoza und Osman Chavez und brachte den Ball dann im Fallen rechts oben im Tor von Noel Valladares unter (17.). (GAMES: Das WM-Tippspiel)

Die Iberer hätten in der Folge weitere Treffer nachlegen müssen. Doch Sergio Ramos köpfte Valladares aus vier Metern den Ball in die Arme (21.).

Torres setzte zunächst einen Kopfballaufsetzer über den Querbalken, gleich anschließend schoss er aus 13 Metern unbedrängt über das Tor (33.).

Tätlichkeit des Torschützen

In der 41. Minute fiel dann Villa unangenehm auf. Von Mendoza mit einem Tritt auf den Spann provoziert, ließ sich der EM-Torschützenkönig von 2008 zu einem Schlag ins Gesicht des honduranischen Linksverteidigers hinreißen.

Der japanische Schiedsrichter Yuichi Nishimura beließ es bei einer Ermahnung der Streithähne, die im Anschluss Mittelpunkt einer Rudelbildung waren.

"Das war keine Absicht, ich wollte ihn nur instinktiv wegschubsen", sagte Villa nach der Partie: "Ich rechne nicht mit einer nachträglichem Bestrafung."

Nach dem Seitenwechsel brachte Rueda angesichts von bis dato null Schüssen auf das spanische Tor in George Welcome einen zweiten Angreifer. Das ging nach hinten los.

Bei einem Konter spielte der agile Navas an der Strafraumgrenze Villa frei. Statt die Partie aufgrund seiner Tätlichkeit nur noch von draußen zu betrachten, erzielte der künftige Barca-Stürmer das 2:0. Chavez fälschte seinen Schuss unhaltbar für Valladares ab (51.).

Navas holt Strafstoß heraus

Der dritte Treffer Villas schien kurz darauf schon fest gebucht. Nachdem Emilio Izaguirre Navas im Strafraum die Beine weggezogen hatte, verlud Villa beim fälligen Strafstoß zwar Valladares, schob den Ball aber knapp neben den rechten Pfosten (62.).

"Das ist sehr schade. Das Tor wäre sehr wichitg gewesen", ärgerte sich Villa.

Del Bosque brachte dann Cesc Fabregas für Xavi, und der Arsenal-Spielmacher führte sich gleich glänzend ein. Doch nachdem er Valladares bereits umkurvt hatte, wurde sein Torschuss von Chavez noch von der Torlinie gekratzt (66.).(Die WM-Kader im Überblick)

In der verbleibenden Zeit ließ Spanien die Zügel etwas schleifen und den Honduranern ein wenig mehr Raum für eigene Angriffe. Mehr als zwei halbgare Distanzschüsse von Suazo (65.) und dem eingewechselten Ramon Nunez (71.) kam dabei allerdings nicht herum.

Stattdessen hätte Villa sein Torekonto um ein Haar weiter aufgestockt. Doch nach präziser Navas-Hereingabe zögerte er so lange, bis Mendoza rettend eingreifen konnte (87.).

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