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David Villa hat gegen Honduras zwei Tore erzielt und einen Elfmeter vergeben. © getty

Nach dem ungefährdeten spanischen 2:0-Erfolg gegen Honduras droht dem zweifachen Torschützen David Villa eine Spiel-Sperre.

Aus Südafrika berichtet Martin van de Flierdt

Johannesburg - Es ist nicht so, dass David Villa überhaupt nicht danach gefragt wurde.

Doch die Szene in der 41. Minute der zweiten spanischen Vorrundenpartie gegen Honduras in Johannesburg passte so gar nicht in die Geschichte des gefeierten ?Man of the Match?, dem man nach seinen beiden Tore (17./51.) zum 2:0-Erfolg den verschossenen Elfmeter (62.) gerne verzeiht. Villas One-Man-Show mit Schönheitsfehlern

Zugegeben, der vorsätzliche Tritt des honduranischen Rechtsverteidigers Sergio Mendoza auf die Zehen Villas war alles andere als die feine Art.

Doch die Reaktion des Spaniers, Mendoza mit dem Handrücken ins Gesicht zu schlagen, könnte ihm noch eine nachträgliche Sperre per Videobeweis einbringen.

"Es tut mir leid"

"Es tut mir leid, dass das passiert ist", erklärte Villa. "Aber den Arm auszustrecken, war in dem Moment eine völlig instinktive Reaktion."

Sollte der angehende Barca-Stürmer tatsächlich für das Gruppenfinale der Spanier gegen Chile gesperrt werden, wäre das ein herber Verlust.

Allein der Art und Weise wegen, wie er im Ellis Park vor dem ersten Treffer drei Gegenspieler vernaschte. (Der WM-Spielplan)

LKW-Ladung voller Tore möglich

"Villa hat zwei Tore erzielt, es hätte aber ein ganzer Lastwagen voll sein können", schrieb die spanische Sportzeitung "Marca" nicht ganz ohne Grund.

Denn "El Guaje" ("Das Kind") setzte den Ball schon früh an die Querlatte (7.) und hätte auch in der Schlussphase noch einmal zuschlagen können (87.). Dazwischen vergab er sogar den erwähnten Strafstoß.

Ein Fehlschuss vom Punkt während der regulären Spielzeit war in der spanischen WM-Geschichte bis dato noch nie vorgekommen.

Illustrer Fünferzirkel

Villa verpasste damit die Chance, zum alleinigen WM-Toptorschützen der "Roja" zu werden. Mit fünf Treffern teilt er sich dieses Attribut derzeit mit Fernando Hierro, Raúl, Emilio Butragueño und Fernando Morientes.

Sturmpartner Fernando Torres, zu dessen Gunsten Villa die Sturmmitte in Richtung linker Flügel hatte räumen müssen, war von der Gefährlichkeit des Doppeltorschützen gegen Honduras noch ein gutes Stück entfernt.

Bei seinem ersten Einsatz von Beginn an nach seiner Knieoperation wirkte der Star-Angreifer des FC Liverpool einige Male indisponiert.

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Del Bosque baut Torres auf

"Fernando ist ein großartiger Spieler, der es wirklich drauf hat, die gegnerische Abseitsfalle zu umgehen", lobte Spaniens Trainer Vicente del Bosque dennoch.

"Er ist physisch so kurz nach seiner Verletzung wieder gut dabei. Nun hoffen wir, dass er im nächsten Spiel dazu beiträgt, dass wir aus unseren Chancen größeres Kapital schlagen."

Das wird dringend nötig sein, denn die Spanier müssen im letzten Spiel gegen Chile, den Tabellenführer der Gruppe H gewinnen, um sicher ins Achtelfinale vorzustoßen.

"Haben den Weg geebnet"

Ein Remis könnte schon zu wenig sein. Schlägt die Schweiz dann Honduras, fährt der Europameister nach Hause.

"Wir haben heute zwar den Weg für das Chile-Spiel geebnet", resümierte Del Bosque. "Aber wir haben nicht gut gespielt, auch wenn wir viele Torchancen hatten. Der Abschluss war wieder einmal schwach."

Zudem sei sein Team in der Defensive "zu offen und verwundbar"? gewesen. "Gegen Chile bekommen wir so ernsthafte Probleme." (GAMES: Das WM-Tippspiel)

Honduras harmlos

Gegen Honduras war das nicht der Fall. Die Mittelamerikaner brachten es in den 90 Minuten nicht fertig, einen Schuss aufs Tor zu bringen.

"Wir haben schlicht gegen eine bessere Mannschaft gespielt", begründete Trainer Reinaldo Rueda diesen Umstand.

"Unseren Aktionen hat zudem die Überzeugung gefehlt." Trotz der zweiten Niederlage nach dem 0:1 gegen Chile darf sich Honduras sogar noch Chancen auf den Achtelfinaleinzug ausrechnen.

Womöglich deutlicher Sieg nötig

"Gewinnt Chile gegen Spanien, haben wir es in der eigenen Hand", erläuterte Innenverteidiger Osman Chavez.

Fällt der chilenische Sieg allerdings nur mit einem Tor Differenz aus, müsste Honduras die Schweiz schon mit drei Toren Differenz distanzieren. (Die WM-Kader im Überblick)

Darauf, wie das gehen soll, haben die harmlosen Kicker von Trainer Rueda gegen Spanien keinerlei Hinweise gegeben.

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