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Xavi (l.) gewann 2009 mit dem FC Barcelona Meisterschaft, Pokal und Champions League © getty

Ottmar Hitfelfd kündigt vor dem Finale der Gruppe H eine mutige "Nati" an. Europameister Spanien provoziert Gegner Chile.

Bloemfontein - General Ottmar Hitzfeld und Spaniens "Rote Furie" blasen bei der WM zur Attacke.

Europameister Spanien benötigt beim Finale der Gruppe H gegen Chile am Freitag (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) einen Sieg zum sicheren Achtelfinaleinzug.

Hitzfelds Schweizer müssen zeitgleich gegen Honduras (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) mit zwei Toren Differenz gewinnen, um nicht auf Schützenhilfe angewiesen zu sein.

"Wir haben uns das Achtelfinale als großes Ziel gesetzt, jetzt können wir es in diesem Spiel erreichen. Das ist wie ein Halbfinale in der Champions League", sagte Hitzfeld:

"Das wird eine unglaublich spannende Partie, auch für mich als Trainer. Ich freue mich immer auf solche Spiele, man kann so viel gewinnen."werbung

Hitzfeld setzt auf Offensive

Dass die Eidgenossen vor dem 0:1 gegen Chile mit 559 Minuten ohne Gegentor einen WM-Rekord aufgestellt hatten, zählt nicht mehr.

Hitzfeld setzt gegen Honduras auf Offensive, damit die Schweiz wie vor vier Jahren in Deutschland die nächste Runde erreicht.

"Wir müssen gewinnen, deshalb müssen wir nach vorne spielen. Wir werden sicher anders auftreten als bisher", verkündete Hitzfeld.

Diskussionen um Frei

Die Vorfreude trübten indes die endlosen Diskussionen um den Kapitän Alexander Frei. Der ehemalige Dortmunder war in der Schweiz heftig kritisiert worden, weil er seit Wochen kein Wort gesagt hat.

Der "Tages-Anzeiger" bezeichnete den 30-Jährigen als "Drückeberger", und das Boulevardblatt "Blick" spekulierte bereits über einen bevorstehenden Rücktritt des Stürmers.

Am Donnerstagabend brach er sein Schweigen und beklagte sich über eine "Hetzjagd". "Ich habe wenig Verständnis dafür, wenn man mir gewisse Sachen unterstellt", sagte Frei, der sich erstmals seit dem Trainingslager in Crans Montana wieder vor der Presse äußerte.

"Warum wollt ihr, dass ich zurücktrete?"

Der Rekordtorschütze der "Nati" stellte klar, dass er nicht an einen Rücktritt denke. "Warum wollt ihr, dass ich zurücktrete?", fragte er und kündigte an:

"Für mich geht es nach der WM weiter mit der EM-Qualifikation. Ich bin jeden Tag stolz, ein Nationalspieler zu sein. Ich habe jedes meiner Länderspiele genossen und hoffe, es kommen noch einige dazu."

Hitzfeld stellte sich hinter den Schweizer Rekordtorschützen. Frei habe lediglich gegenüber den Medien geschwiegen, nicht intern: "Mit uns und dem Team hat er sehr viel geredet und innerhalb der Mannschaft seine Verantwortung wahrgenommen."

Er sei als Kapitän "das Sprachrohr eines Teams. Er vermittelt zwischen Mannschaft und Trainer."

Spanien hofft auf offenen Schlagabtausch

Die Spanier wollen mit einem Sieg gegen die Chilenen, denen ein Unentschieden reichen würde, den drohenden WM-K.o. abwenden. Die Iberer hoffen trotz der Tabellensituation auf einen offenen Schlagabtausch.

"Hoffentlich sind sie keine Feiglinge und beteiligen sich am Spiel", sagte Spaniens Nationalspieler Xavi.

Das hat Chile offenbar vor. "Wir trainieren nicht, um auf Unentschieden zu spielen. Wir werden deshalb auch nichts umstellen und notfalls mit unserer Idee untergehen", kündigte Chiles Torwart und Kapitän Claudio Bravo mutig an.

Villa nicht gesperrt

Die Spanier können im Loftus-Versfeld-Stadion von Pretoria auf ihren bis dato einzigen WM-Torschützen David Villa zurückgreifen. Im zweiten Gruppenspiel gegen Honduras, das der Stürmer mit seinem Doppelpack entschieden hatte, hatte Villa seinen Gegenspieler Emilio Izaguirre ins Gesicht geschlagen.

Schiedsrichter Yuichi Nishimura hatte den Aussetzer nicht bemerkt, die FIFA verzichtete auf eine nachträgliche Sperre.

"Das sind tolle Nachrichten. David ist für uns immens wichtig und macht in entscheidenden Momenten den Unterschied", sagte Mittelfeldspieler Andres Iniesta angesichts der umstrittenen Entscheidung.

Somit kann Trainer Vicente Del Bosque aus dem Vollen schöpfen. Denn auch Iniesta meldete sich nach überstandenen Oberschenkelproblemen wieder fit.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Schweiz - Honduras

Schweiz: 1 Benaglio - 13 Grichting, 5 von Bergen, 2 Lichtsteiner, 17 Ziegler - 7 Barnetta, 8 Inler, 6 Huggel, 16 Fernandes - 9 Frei, 19 Derdiyok (10 Nkufo)

Honduras: 18 Valladares - 23 Mendoza, 2 Chavez, 3 Figueroa, 21 Izaguirre - 17 Alvarez, 8 Palacios, 20 Guevara, 13 Espinoza - 9 Pavon, 11 Suazo

Schiedsrichter: Hector Baldassi (Argentinien)

Chile - Spanien

Chile: 1 Bravo - 17 Medel, 3 Ponce, 18 Jara - 4 Isla, 13 Estrada (20 Millar), 8 Vidal, 15 Beausejour, 10 Valdivia - 7 Sanchez, 11 Gonzalez

Spanien: 1 Casillas - 15 Ramos, 5 Puyol, 3 Pique, 17 Arbeloa - 16 Busquets - 9 Xavi, 14 Xabi Alonso, 6 Iniesta - 9 Torres, 7 Villa

Schiedsricher: Marco Rodriguez (Mexiko)

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